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FUSSBALL: Heimspiel ja, Auswärtsspiel nein

Beckenbauer befürwortet den Einsatz des FC Bayern München-Kapitäns Effenberg gegen Hansa Rostock in München. Von der Reise zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg rät Beckenbauer jedoch ab.

Franz Beckenbauer wünscht dem in heftige Kritik geratenen Stefan Effenberg einen versöhnlichen Abschied vom FC Bayern München. Der Präsident des Fußball- Weltpokalsiegers sprach sich heute für einen Einsatz des Kapitäns am letzten Spieltag am 4. Mai gegen Hansa Rostock aus, jedoch gegen einen Effenberg-Auftritt im nächsten Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. »Ich gehe davon aus, dass Effenberg in München am letzten Spieltag gegen Hansa Rostock ein schönes Abschiedsspiel bekommt«, sagte der Bayern-Präsident bei einer Veranstaltung in Berlin. Jedoch soll der Mittelfeldstar am kommenden Wochenende nach Ansicht des »Kaisers« lieber aussetzen: »Wir haben ihm empfohlen, nicht mit nach Wolfsburg zu fahren.«

»Denn das ist dort eine Arbeiterstadt. Das könnte wieder zu neuen Missverständnissen führen«, erklärte Beckenbauer weiter. In der Vorwoche war »Effe« wegen umstrittener Interview-Äußerungen ins Abseits geraten und für das Heimspiel gegen Hertha BSC (3:0) nicht berücksichtigt worden. Mehrfach wurde spekuliert, dass die Reizfigur nun überhaupt nicht mehr für den FC Bayern spielen wird.

»Effenberg ist zur Zeit sehr geknickt. Aus seinen Äußerungen sind Sachen gemacht worden, mit denen er einfach nicht einverstanden ist. Er hat damit eine Lawine losgetreten, die er nun nicht mehr stoppen konnte«, sagte Beckenbauer über den Mittelfeld-Regisseur, der für seine Aussagen zum Thema Arbeitslosengeld (»die Stütze auf ein Minimum herabsetzen«) für öffentliche Aufregung gesorgt hatte. »Das Thema wird in der Öffentlichkeit einfach zu hoch gespielt. Effenbergs Fehler war, dass er nicht genügend differenziert hat«, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, in Berlin über den Wirbel um Effenberg.

Diskussion beenden

Offiziell soll Ottmar Hitzfeld das letzte Wort in der Angelegenheit haben. »Natürlich entscheidet das der Trainer. Aber wir geben dem Trainer in jeder Beziehung Rückendeckung vom Verein«, erklärte Beckenbauer. Nach Angaben von Bayern-Sprecher Markus Hörwick soll es entgegen der Erwartungen der Medien keine Sitzung der Bayern-Führung zum Thema Effenberg geben. Offenbar will Hitzfeld gegen Ende der Woche mit dem Profi über die weitere Planung reden.

Effenberg nahm heute nicht am Nachmittags-Training der Bayern teil. Er habe wegen eines »privaten Termins« frei bekommen, hieß es. Vermutlich war der 33-Jährige unterwegs in Sachen Vertragsverhandlungen. Effenberg, dessen Vertrag in München zum Saisonende ausläuft, ist nach wie vor auf der Suche nach einem neuen Verein. Zuletzt wurde er mehrfach mit dem englischen Club Manchester City in Verbindung gebracht.

An diesem Dienstag soll Effenberg aber wieder wie üblich beim Mannschaftstraining erscheinen, teilte der Club mit. »Ich werde im Laufe der Woche mit Stefan sprechen. Von einer Suspendierung kann keine Rede sein«, sagte Hitzfeld dem Internet-Anbieter »Sport1«. Am Donnerstag oder Freitag wolle er entscheiden, ob Effenberg mit zum Spiel beim VfL Wolfsburg reist.

Eine Strafe von Seiten des Vereins soll es für den Profi nicht geben. »Es kann vom Verein gar keine Strafe geben, rein juristisch gesehen. Hier zu Lande herrscht Meinungsfreiheit«, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge der Münchner »Abendzeitung«. »Effenberg ist genug bestraft durch das, was in den letzten Tagen passiert ist.« Der FC Bayern sei daran interessiert, dass die Diskussion langsam beendet werde, »damit wir uns ganz auf die beiden letzten Spiele konzentrieren können«.

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