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Halbfinale im DFB-Pokal Stimmt, da ist noch ein Titel zu gewinnen

Vor dem Spiel gegen Wolfsburg strotzt Borussia Dortmund vor Selbstvertrauen. Der BVB will sich für die Leistungen der vergangenen Woche belohnen und stellt fest: Ein Titel ist ja durchaus noch drin.
Von Felix Haas

Es ist gerade einmal eineinhalb Wochen her, da musste Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in der Pause ein Zeichen setzen. Der BVB lag im Ligaspiel gegen den heutigen DFB-Pokalgegner Wolfsburg zurück und hatte eine katastrophale erste Hälfte gespielt. Die Stimmung in Dortmund war so schlecht wie lange nicht, schließlich war die Borussia im Champions-League-Match bei Real Madrid in den Tagen davor bereits mit 0:3 untergegangen. Man wurde das Gefühl nicht los, dass die Saison auf der Kippe stand.

Also musste Jürgen Klopp reagieren. Er wechselte zweimal aus und hielt wohl eine emotionale Halbzeitansprache. Die Folge ist bekannt: Der BVB drehte auf, gewann mit 2:1 und sorgte auch in den folgenden Spielen gegen Real Madrid und Bayern München für Furore. Klopp nannte die Phase anschließend eine "außergewöhnliche Woche".

Einzig verbliebene Titelchance

Für die Borussia schließt sich gegen Wolfsburg also ein Kreis. In das Pokal-Halbfinale am Abend geht der BVB wieder mit dem Selbstbewusstsein und dem Selbstverständnis der letzten Jahre. Dortmund steht mit den internationalen Topclubs auf Augenhöhe. Damit sich diese Erkenntnis auch in Titeln niederschlägt, braucht es allerdings einen erneuten Sieg gegen den VfL.

Den Spielern scheint nach den guten Leistungen bewusst geworden zu sein, dass es ja noch etwas zu gewinnen gibt: "Wir haben noch die Chance auf den Pokalgewinn in dieser Saison. Es wäre gut, wenn wir das Finale spielen und dann gewinnen", sagte Dortmunds Star-Stürmer Robert Lewandowski. Borussia-Allrounder Kevin Großkreutz warnte davor, Wolfsburg zu unterschätzen. "Wir haben gesehen,wie stark diese Mannschaft ist", sagte er. Großkreutz versprach den BVB-Anhängern, im Halbfinale eine "leidenschaftliche Leistung wie gegen Real Madrid und Bayern München" zu zeigen.

"Selbstvertrauen wird nicht reichen"

Der Gegner will es dem BVB nicht zu leicht machen. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs träumt ebenfalls vom Finale und glaubt ans Weiterkommen. "Gegen Dortmund haben wir es in der Bundesliga in beiden Spielen gezeigt. Wenn wir daran anknüpfen, haben wir eine große Chance", sagte er. "Aber Dortmund hat den Heimvorteil. Von daher sind sie schon Favorit", fügte Allofs hinzu.

BVB-Coach Klopp ist die Favoritenrolle nach der überzeugenden Woche nicht ganz geheuer. "Alle Maßnahmen gegen Madrid haben gezogen, alle Maßnahmen gegen Bayern haben gezogen und alle Maßnahmen aus der Halbzeit gegen Wolfsburg haben gezogen", sagte er zwar, doch er warnte zugleich: "Selbstvertrauen allein wird gegen Wolfsburg nicht reichen." Auf die "außergewöhnliche Woche" soll keine Enttäuschung folgen. Schließlich gibt es da ja noch einen Titel zu gewinnen. Das könnte sich auch finanziell lohnen:

So lukrativ ist der DFB-Pokal

Die vier Halbfinalisten Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg, Bayern München und 1. FC Kaiserslautern dürfen mit einem Garantiebetrag von 1,88 Millionen Euro (Gastgeber) und 1,67 Millionen Euro (Gäste) rechnen. Der DFB-Pokalsieger bekommt 1,7 Millionen Euro, der Verlierer des Endspiels am 17. Mai in Berlin erhält immerhin noch einmal 1,4 Millionen. Hinzu kommen je 600.000 Euro für die Finalisten aus den Zuschauereinnahmen - der Sieger kann also 2,3 Millionen Euro mit nach Hause nehmen. Prämien und TV-Einnahmen zusammengerechnet, kann der Durchmarsch von der ersten Runde bis zum Sieg dem Pokal-Gewinner mehr als sechs Millionen Euro einbringen.

Von Felix Haas mit Agenturen

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