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Glosse zum Relegationsspiel: So mogelt sich der HSV heute Abend wieder durch

Felix Haas hatte einen vielsagenden Traum. Er kann jetzt mit Sicherheit sagen: Der HSV bleibt in der Bundesliga. Sie können beruhigt Wettscheine ausfüllen, liebe Leser, so wird es laufen ...

Slobodan Rajkovic rettet den HSV in der Relegation gegen den Karlsruher SC

Slobodan Rajkovic rettet den HSV in der Relegation gegen den Karlsruher SC

Der Jubel von Slobodan Rajkovic wird keine Grenzen kennen. Der Mann ist von vermutlich jedem HSV-Fan in dieser Saison schon einmal für sein schleppend-schlechtes Aufbauspiel verflucht worden, aber in der 93. Minute im Karlsruher Wildparkstadion werden sie ihn alle lieben.

Man wird ihn nach dem Spiel nur "Rajko" nennen und der Typ bekommt dann doch noch einen neuen Vertrag, obwohl ihm schon mehrfach mitgeteilt wurde, dass ihn keiner mehr will. Dazu wird sein Rücken bald von medizinisch-orthopädischen Fachleuten eins zu eins nachgestellt und als Statue vor dem Volksparkstadion aufgestellt werden. Denn Rajkos Rücken bewahrt den Hamburger SV vor dem Abstieg in die Zweite Liga.

So lief das zumindest in meinem Traum ab.

Van der Vaart erinnert sich ein bisschen an sein altes Selbst

Die ganze Geschichte geht so: Wie im Hinspiel führt Karlsruhe zur Pause, diesmal trifft Rouwen Hennings sogar doppelt, es steht 2:0. Der HSV passt mal wieder mehr ins Aus als zum Mitspieler, der KSC trifft noch fünfmal Latte und Pfosten und Pierre-Michel Lasogga muss in Minute 23 raus - warum auch immer. Bruno Labbadia appelliert in der Pause, es sei noch nichts verloren und man solle die Fehlpässe schnell vergessen und mit Spaß die zweite Halbzeit angehen.

Dann bringt er Rafael van der Vaart. Der erinnert sich in seinem letzten Spiel für den HSV ein winzig kleines bisschen an sein altes Selbst und zirkelt einen Freistoß immerhin so gut in die Mauer, dass der Ball abgefälscht wird und vor dort an KSC-Kultkeeper Orlishausen vorbei ins Tor kullert. Der HSV ist wieder dran und braucht nur noch ein Tor. Jetzt wird King König Rajko zum Helden.

"Hamburg ist unabsteigbar"

Der wie immer einzig erstligataugliche Hamburger Marcelo Diaz erzwingt mit einem verzweifelten Schuss auf 43 Metern eine Ecke. Rafael van der Vaart führt aus, irgendein KSC-Abwehrspieler klärt mit voller Wucht, jagt den Ball aber leider an Rajkos Rücken. Von dort fliegt der Ball im hohen Bogen in den Winkel. Karlsruhe bleibt in Liga zwei, der HSV in Liga eins.

Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer verspricht noch am Abend, dass Hamburg nie wieder in die Relegation muss, stattet Rajkovic mit einem neuen Vertrag aus (der heimlich nur für die U23 gilt) und verpflichtet noch am Abend KSC-Torjäger Hennings. Labbadia lobt seine eigene Arbeit und sagt, man müsse alles so schnell wie möglich abhaken und positiv in die neue Saison starten, dann werde alles besser. In meinem Traum stieg dann noch der Fußball-Gott aus dem Himmel herab und beendete das Schauspiel mit den Worten "Hamburg ist unabsteigbar". Das ist dann aber doch mehr als unwahrscheinlich.

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