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Homophobie-Debatte im Frauenfußball: Deutsche tolerieren lesbische Spielerinnen

Die diskriminierenden Äußerungen der nigerianischen Nationaltrainerin haben für viel Kopfschütteln gesorgt. In Deutschland akzeptiert einer Umfrage zufolge eine breite Mehrheit lesbische Fußballerinnen. Im Männerfußball kann man von so viel Toleranz nur träumen.

Die Menschen in Deutschland haben keine Schwierigkeiten mit Lesben im Frauenfußball. 86 Prozent wäre es egal, wenn sie erführen, dass eine Spielerin der deutschen Nationalmannschaft lesbisch sei. Zehn Prozent fänden das sogar gut, lediglich vier Prozent würden sich daran stören. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Politmagazins "Report Mainz" unter 1000 Menschen.

Allerdings, und da gibt es Parallelen zum Männerfußball, in dem Homosexualität nach wie vor zu den großen Tabuthemen zählt: Fast vier von zehn Befragten denken, dass eine Spielerin durch ein Coming Out Nachteile zu befürchten hätte. Allerdings glaubt auch gut die Hälfte, dass diese Angst unberechtigt sei.

Aufgekommen war die Debatte nach diskriminierenden Aussagen der nigerianischen Nationaltrainerin Ngozi Uche über homosexuelle Fußballerinnen. Im Gespräch mit der nigerianischen "The Sun News" soll sie über lesbische Spielerinnen unter anderem gesagt haben: "Sie wissen, dass ich solche schmutzigen Praktiken nicht tolerieren kann." Wie in weiten Teilen Afrikas sind Schwule und Lesben in der nigerianischen Gesellschaft nicht akzeptiert, Homosexualität ist unter Strafe gestellt.

Nach einem Gespräch mit Verantwortlichen der Fifa hatte Uche ihre Äußerungen als Missverständnis bezeichnet. "Ich habe niemals derartige Aussagen gemacht", betonte sie. "Es tut mir leid, dass so eine Situation entstanden ist."

be/DPA / DPA

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