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Meister-Macher: Erfolgstrainer Hitzfeld

Mit seinem insgesamt sechsten deutschen Meistertitel schrieb der am 12. Januar 1949 in Lörrach geborene Trainer sogar deutsche Fußball-Geschichte: vier Mal Meister in fünf Jahren

Nach dem blamablen Ausscheiden aus der Champions League wehte auch ihm der Wind kräftig ins Gesicht, aber nur ein halbes Jahr danach darf sich Ottmar Hitzfeld beim FC Bayern München doch wieder als Meistermacher feiern lassen. Mit seinem insgesamt sechsten deutschen Meistertitel schrieb der am 12. Januar 1949 in Lörrach geborene Trainer sogar deutsche Fußball-Geschichte: vier Mal Meister in fünf Jahren - das hatte vor Hitzfeld seit dem ersten deutschen Meister im Jahr 1903 noch kein Trainer im deutschen Fußball geschafft.

"Ottmar Hitzfeld ist der erfolgreichste Trainer in der hundertjährigen Geschichte des FC Bayern, auch wenn’s Udo Lattek nicht glauben mag", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Lattek wurde als Trainer sechs Mal mit Bayern Meister.

Den großen Worten ließ die Vereinsführung bereits vor zwei Wochen Taten vorangehen, als sie den Vertrag mit Hitzfeld vorzeitig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2005 verlängerte. Ausruhen wird sich der 54-Jährige auf seinen bisherigen Ruhmestaten trotzdem nicht. Schon am 31. Mai will er in Berlin mit dem Gewinn des DFB-Pokalendspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern das vierte "Double" des FC Bayern nach 1969, 1986 und 2000 perfekt machen. Und in der kommenden Saison will der Weltpokalgewinner (2001), zweimalige Champions-League-Sieger (1997 und 2001) und DFB-Pokal-Gewinner (2000) vor allem international wieder angreifen. "In der Champions League wollen wir ins Finale kommen", lautet sein Ziel für seine sechste Saison in München.

Auch wenn die Meistertitel für den gebürtigen Lörracher in München fast zum Alltag geworden sind, jeder einzelne war doch einzigartig. Der erste, 1999, war mit 15 Punkten Vorsprung vor Bayer Leverkusen der auch spielerisch glanzvollste. 2000 war es dank des Leverkusener Albtraums am letzten Spieltag in Unterhaching der glücklichste Titel. Und 2001 war es der dramatischste Triumph, als Patrik Andersson beim Saisonfinale in Hamburg in der Nachspielzeit das Meistertor erzielte. Der vierte Titelgewinn am Samstag in Wolfsburg war am 30. Spieltag der frühzeitigste.

In seinem 5. Bayern-Jahr drohte Hitzfeld zunächst ausgerechnet mit dem "besten Kader aller Zeiten" (Rummenigge) Schiffbruch zu erleiden. Nach dem Champions-League-K.o. geriet auch der Trainer in die Kritik, aber er überstand diese kritische Situation. Er zog intern die Zügel an, verdonnerte auch Superstars wie Oliver Kahn und Michael Ballack zu Geldstrafen und kritisierte seine Stars - wie zum Beispiel Giovane Elber - härter als früher in der Öffentlichkeit. Mindestens bis 2005 will Hitzfeld weiter Titel an Titel reihen beim FC Bayern - und dann womöglich seinen letzten Berufswunsch erfüllen: Nach einem Jahr Auszeit könnte er nach der Weltmeisterschaft 2006 Rudi Völler als Trainer der deutschen Nationalmannschaft beerben.

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