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Bayerns Pokal-Pleite: Philipp Lahm ist am Boden zerstört - so stilvoll tröstet ihn Mehmet Scholl

Nach dem Pokal-Aus gegen Dortmund, seinem letzten großen Spiel, stellt sich ein sichtlich angegriffener Philipp Lahm im ARD-Studio den Fragen. Aber zum Glück für den Bayern-Kapitän gibt es den ARD-Experten Mehmet Scholl.

Philipp Lahm nach dem Pokal-Aus im Interview mit Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl

Philipp Lahm stellt sich nach Spielschluss im ARD-Studio den Fragen von Matthias Opdenhövel (l.) und Mehmet Scholl (r.)

Manchmal merkt man Menschen an, wenn sie wirklich schwer getroffen sind. Da hilft keine Professionalität oder die Tatsache, dass derjenige eine der größten Karrieren im Fußball überhaupt hingelegt hat. Da stand Philipp Lahm nach der unglücklichen 2:3-Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund im ARD-Studio mit Moderator Matthias Opdenhövel und Experte Mehmet Scholl wie ein Häufchen Elend. Körperhaltung und Gesichtszüge spiegelten für alle sichtbar nur Enttäuschung und Traurigkeit wider. Die Niederlage bei seinem letzten großen Auftritt hatte dem Noch-Bayern-Kapitän zugesetzt.

Für die Bayern bedeutet die Niederlage, dass der Triple-Traum zu einem Single-Traum geschrumpft ist. Es bleibt nur die 27. nationale Meisterschaft, die sie (wohl) gewinnen werden. Es gibt kein Finale in Berlin und keines in Cardiff, wo das Endspiel der Champions League ausgetragen wird. Das ist zu wenig für die hohen Ansprüche der Münchner. Die Mannschaft wirkt am Ende einer langen Saison müde, die hitzigen Diskussionen um eine überalterte Mannschaft, einen nötigen Umbruch und über Trainer Carlo Ancelotti werden jetzt mit aller Wucht losbrechen.

Philipp Lahm hätte es sich ganz anders gewünscht

All das hätte sich Philipp Lahm anders gewünscht. Am Ende seiner außergewöhnlichen Karriere wollte der Weltmeister und Champions-League-Sieger nach Berlin fahren, um das Double zu holen. Was die Niederlage gegen Dortmund für Lahm noch schmerzlicher machte, war sein entscheidender Fehler vor dem Siegtreffer der Dortmunder. Lahm vertändelte wie ein Anfänger den Ball gegen Raphael Guerreiro. Die Szene ist Sinnbild eines FC Bayern im April, der seinen Ansprüchen weit herhinkt.

Zum Glück für Lahm traf er im ARD-Studio auf zwei Interviewer, die ihm nicht nur Fragen zum sportlichen Geschehen stellten (wie es sein muss), sondern auch Trost spendeten. Mehmet Scholl kann als ehemaliger Bayern-Profi wohl am besten nachempfinden, was in Lahm vorging. Gegen Ende des Interviews ergreift Scholl etwas gestelzt das Wort: "Weil du gerade dastehst… Jetzt hörst du es mal von mir persönlich: 75 Prozent aller Spiele, die du gespielt hast, hast du überragend gespielt. Und die anderen 25 Weltklasse.“ Lahm ist sichtlich gerührt und bedankt sich. "Das ist eine außergewöhnliche Karriere, Philipp! Und daran ändert auch der Fehler nix. Überhaupt gar nix", sagt Scholl noch.

Scholls Worte waren keine wohlfeile Lobhudelei vor den TV-Kameras, sondern angemessen für einen großen Sportler, dem es in diesem Moment wirklich schlecht ging.

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