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Premier League: ManU feiert 16 . Meistertitel

Manchester United hat Chelsea London vom Meister-Thron gestoßen: Dank eines Unenschiedens von Chelsea gegen Arsenal London ist ManU vor Ablauf der Saison neuer englischer Meister. Michael Ballack musste sich die Pleite verletzt von der Tribüne aus ansehen.

Manchester United hat in England Titelverteidiger Chelsea London entthront und sich zum 16. Mal den Meistertitel gesichert. Dabei profitierte "ManU" von Chelseas 1:1- Unentschieden beim Lokalrivalen FC Arsenal am Sonntag. Zuvor hatte United in der Premier League drei Tage nach dem bitteren Aus in der Champions League gegen den AC Mailand am Samstag das Stadtderby gegen Manchester City mit 1:0 gewonnen und so die Voraussetzung für den frühzeitigen Titelgewinn geschaffen. Bei Chelsea hatte vor der Partie die umstrittene Knöchel-Operation von DFB-Kapitän Michael Ballack wieder für Wirbel gesorgt: "Mourinho will Ballack rauswerfen", berichtete der "Daily Mail" am Tag vor der Krönung des Rivalen.

"Das ist ein fantastischer Tag für den Club. Das ist eine Erfahrung, die man nie vergisst", jubelte Manchesters Trainer-Legende Alex Ferguson nach dem neunten Meister-Triumph in seiner 21-jährigen Amtszeit. Insgesamt sammelte der Schotte mit "ManU" 25 Titel. Von den Fans, die in Autokorsos durch Manchester fuhren, wurde Ferguson mit "He"s a legend"-Sprechchören gefeiert. In der Arbeitermetropole herrschte nach dem Schlusspfiff in London der Ausnahmezustand. Tausende Fans in den Kneipen und Straßen bejubelten ausgelassen den Triumph, Champagner und Bier flossen in Strömen. Mit nun 16 Titeln ist "Manu" Rekordmeister FC Liverpool (18) dicht auf den Fersen.

Mourinho: "Wir mussten gegen alles und jeden kämpfen"

Chelseas Trainer José Mourinho sorgte nach dem verpassten Titel- Hattrick wieder einmal für Aufsehen: Erst legte sich der exzentrische Portugiese mit dem Publikum an, dann suchte er den demonstrativen Schulterschluss mit seinen Führungsspielern John Terry und Frank Lampard. "Ich bin stolzer auf mein Team als im letzten Jahr. Wir mussten gegen alles und jeden kämpfen", sagte Mourinho. Zu seinem drohenden Rauswurf durch Club-Eigentümer Roman Abramowitsch wollte er nichts sagen: "Ich kommentiere keine Spekulationen um meine Zukunft."

Im 136. Stadtderby konnte sich sein Kollege Ferguson einmal mehr auf den Portugiesen Cristiano Ronaldo (33. Minute) verlassen. Englands frischgekürter "Fußballer des Jahres" sorgte mit seinem 17. Saisontor per Foulelfmeter für die Entscheidung. "Die Spieler haben nach der Niederlage in Mailand menschliche Größe bewiesen", lobte Ferguson seine Elf um die in der gesamten Spielzeit überragenden Jungstars Ronaldo und Wayne Rooney.

Ballack verletzt auf der Tribüne

Nach Chelseas Elfmeter-K.o. in der Königsklasse gegen den FC Liverpool musste Ballack mitansehen, wie sein Club binnen fünf Tagen den zweiten Titel verspielte. Beim FC Arsenal mit dem überragenden deutschen Nationalkeeper Jens Lehmann kamen die "Blues" nur zu einem Unentschieden. Den Elfmeter-Treffer des Brasilianers Gilberto (43.), der nach einem Foul des Ex-Hamburgers Khalid Boulahrouz an Julio Baptista traf, glich Michael Essien (80.) per Kopf aus.

Arsenal beendete mit dem Remis Ballacks Hoffnung auf den ersten Titelgewinn außerhalb Deutschlands. Im bedeutungslos gewordenen Gipfel-Treffen am Mittwoch gegen "ManU" wird der 30-Jährige wohl erneut fehlen. Trotz anhaltender Kritik an seiner Knöchel-Operation in Deutschland dementierte Chelsea-Vorstand Eugene Tenenbaum einen geplanten Rauswurf des deutschen Nationalmannschafts-Kapitäns. Alle Hoffnungen Chelseas ruhen nun auf dem FA-Cup-Finale am 19. Mai im neuen Wembley-Stadion gegen "ManU". Nur mit einem Erfolg im prestigeträchtigen Wettbewerb ausgerechnet gegen den Erzrivalen können die Londoner einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss feiern.

Benjamin Haller/DPA / DPA

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