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Corona gefährdet den Spielplan Quarantäne auf den Malediven: Omikron wird zum Problem für die Bundesliga

Hängt in Quarantäne auf den Malediven fest: FC-Bayern-Kapitän Manuel Neuer
Hängt in Quarantäne auf den Malediven fest: FC-Bayern-Kapitän Manuel Neuer
© Ina Fassbender / AFP
Allein sieben Corona-Fälle beim FC Bayern: In der Bundesliga wächst die Sorge vor dramatischen Personalausfällen. Zahlreiche Klubs melden infizierte Spieler. Die Omikron-Welle hat offenbar die Liga erfasst.

Manuel Neuer hat es vergleichsweise vorteilhaft getroffen. Der Bayern-Keeper weilt derzeit auf den Malediven. Zu seinem Leidwesen ist er positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich in häuslicher Isolation. Vorerst sitzt er also fest im Urlaubsparadies im Indischen Ozean. Der Vorteil: Statt auf den grauen deutschen Winter zu blicken, dürfte sich Neuer trotz des unfreiwillig verlängerten Urlaubs am türkisblauen Meer und den weißen Stränden unter Palmen erfreuen. Zudem wird er in dem Luxusresort, in dem er vermutlich abgestiegen ist, gut versorgt sein. 

Es heißt, Neuer prüfe die Möglichkeit, in einem Privatjet in die Heimat zurückzufliegen. Den Trainingsauftakt in München am Montagnachmittag wird er auf jeden Fall verpassen wie auch das Auftaktspiel zum Rückrundenstart gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend. Selbst wenn er vorzeitig nach München jettet: Freitesten darf er sich nicht, weil er milde Symptome zeigt, wie der Verein mitteilte. Der Nationalkeeper wird die vollen 14 Tage in Quarantäne bleiben. Damit würde er auch für die Partie gegen den 1. FC Köln ausfallen.

Ausfälle bei zahlreichen Bundesliga-Klubs

Ob auch die positiv getesteten Teamkollegen Kingsley Coman, Corentin Tolisso, Omar Richards und Co-Trainer Dino Toppmöller ausfallen, ist unklar. Das hängt davon ab, ob sie symptomfrei sind und die Quarantäne vorzeitig verlassen dürfen. Ob sich die Infizierten mit der Omikron-Variante angesteckt haben, gab der Klub nicht bekannt. Allerdings ist davonauszugehen, dass angesichts der hohen Infektionszahlen die Omikron-Variante bei den Bayern umläuft. Der Klub hat deswegen die komplette Mannschaft einem PCR-Test unterzogen.

Wie der Verein am Montagabend mitteilte, wurden auch die beiden Franzosen Lucas Hernández und Tanguy Nianzou positiv getestet – damit fehlen dem Herbstmeister zum Rückrundenauftakt sechs Spieler. Bei Nationalspieler Leroy Sané sowie den Abwehrkräften Dayot Upamecano und Josip Stanisic sei zudem "die Diagnostik noch nicht abgeschlossen", wie der Rekordmeister am Abend bekanntgab.

Den FC Bayern hat es unter den Bundesliga-Klubs im Moment zwar am schwersten erwischt, doch die mutmaßliche Omikron-Welle trifft zahlreiche Mannschaften. Auftaktgegner Gladbach hat mit Mamadou Doucouré, Joe Scally, Denis Zakaria und Keanan Bennetts vier positive Fälle. Auch der FC Augsburg, Hertha BSC Berlin, der VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund beklagen mindestens einen Fall. In der 2. Liga meldete Werder Bremen fünf Ausfälle und sagte deswegen kurzfristig das Trainingslager in Spanien ab.

Das ist möglicherweise erst der Anfang

Die ansteigenden Infektionszahlen in der Bundesliga sind möglicherweise erst der Anfang. Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke sieht den Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga aktuell nicht in Gefahr, rechnet aber mit Spielverlegungen. "Ich habe da schon Befürchtungen, wenn auch nicht für das kommende Wochenende. Aber dass Corona noch eine Rolle im Spielplan spielen wird, glaube ich schon", sagte Schmadtke dem "Sportbuzzer". Zu Spielausfällen kommt es laut DFL-Spielordnung, wenn einer Mannschaft nicht mehr als 15 spielberechtigte Fußballer zur Verfügung stehen.

Als mahnendes Beispiel steht die Premier League da. Dort wurden vor Weihnachten etliche Partien abgesagt. Mit Blick auf die Saisonplanung bedeutet das für einige Vereine eine Termin-Hatz. Das einzig positive an der aktuellen Entwicklung ist, dass offenbar keine schwereren Krankheitsverläufe zu verzeichnen sind. Spieler sind dadurch schneller wieder einsatzbereit. Frankfurts Angreifer Goncalo Paciencia hat sich freigetestet und die kürzere Quarantäne, die von der Politik diskutiert wird, würde ebenfalls zur Entspannung beitragen. "14 Tage Quarantäne für Leute, die kein einziges Symptom haben: Da können wir einiges verbessern", sagte Eintracht-Trainer Oliver Glasner.

Quellen:"sportschau", "kicker", "Süddeutsche Zeitung", "Sportbuzzer", DPA

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