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Real Madrid: Van der Vaarts geplatzter Traum

Rafael van der Vaart hat spanischen Medienberichten zufolge die Freigabe von Real Madrid erhalten. Die Spekulationen sind eröffnet: Gibt es womöglich ein Comeback beim HSV? Eine Rückkehr van der Vaarts wäre brillant für die Bundesliga, auch wenn das mit einer für ihn bitteren Erkenntnis verbunden ist.

Von Marius Koch

Rafael van der Vaart ist bei Real Madrid offenbar endgültig auf dem Abstellgleis angekommen. Spanischen Medienberichten zufolge sollen die Madrilenen dem Niederländer vor einigen Tagen mitgeteilt haben, dass sie für die kommende Saison nicht mehr mit dem Mittelfeldspieler planen. Neben den Neuzugängen Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema ist einfach kein Platz mehr für den ebenfalls hochbegabten van der Vaart. Eine bittere Erkenntnis für einen Spieler, der die Bundesliga mit so hohen Erwartungen in Richtung Spanien verlassen hatte.

Van der Vaart ist also wieder zu haben, weshalb die "Bild"-Zeitung natürlich sofort auf eine Rückkehr zum Hamburger SV spekuliert. Es wäre ein spektakulärer Coup für den HSV, der die in die Kritik geratene Vereinsführung um Club-Chef Bernd Hoffmann nach der Ausbootung von Dietmar Beiersdorfer wohl ein für alle Mal aus der Schusslinie nehmen würde. Die Fans hätten endlich ihren heiß ersehnten Superstar.

Van der Vaart soll eine Ablösesumme zwischen 12 und 15 Millionen Euro kosten und ein Jahresgehalt von etwa 4,5 Millionen Euro in Madrid beziehen, die Hamburger hatten ihn nach der Saison 2007/2008 für 14 Millionen an Real verkauft. Ob ein Transfer in dieser Größenordnung für den HSV nach der Verpflichtung von Eljero Elia zu realisieren wäre, ist fraglich. Auf Anfrage von stern.de wollte sich die Pressestelle der Hamburger zu einer möglichen Verpflichtung nicht äußern. Van der Vaart selbst sagte zu den Spekulationen: "Ich hören und lese viel in Spanien. Fakt ist, dass ich weiterhin Real-Spieler bin und davon ausgehe, in Madrid zu bleiben." Eine Aussage, in die sich eine Menge hineininterpretieren lässt. Von einem klaren Bekenntnis zu seinem Verein sind diese Worte indes meilenweit entfernt.

Traumverein Real Madrid

Rafael van der Vaart und seine Frau Sylvie haben sich in den drei Jahren Hamburg sehr wohl gefühlt, auch abseits des Fußballplatzes. Doch am Ende wollte der begnadete Techniker und Publikumsliebling den HSV unbedingt verlassen und zu einem großen europäischen Top-Club wechseln. Unvergessen sind die Bilder, als er sich, obwohl noch beim HSV unter Vertrag stehend, mit dem Trikot des FC Valencia ablichten ließ. Es wurde ihm verziehen. Schließlich wurde sein Traum war, er durfte zu seinem Traumverein Real Madrid wechseln. Ein Traum, der innerhalb nur einer Saison nun endgültig geplatzt zu sein scheint.

Vom alles überstrahlenden Top-Star in Deutschland, der diesen Ruf mit Weltklasse-Leistungen rechtfertigte, landete van der Vaart in der spanischen Hauptstadt hart auf dem Boden der Tatsachen. Nach vielversprechendem Beginn kam der Nationalspieler in einer auch für Real verkorksten Saison nie über den Status des Einwechsel- und Ergänzungsspielers hinaus.

Das gewisse Etwas

Sollte der Niederländer zum Hamburger SV zurückkehren, wäre das ohne Frage ein riesiger Gewinn für den Club, aber vor allem für die Bundesliga. Die Liga braucht solche Typen, die jeder Mannschaft das gewisse Etwas verleihen, auf dem Feld zaubern und ein Spiel mit ihren Aktionen entscheiden können. Nicht zu unterschätzen ist auch der Glamour-Faktor, den einer wie van der Vaart mitbringt. Diego ist schon in Richtung Juventus Turin abgewandert, auch der Verbleib von Franck Ribery bei Bayern München in der nächsten Saison ist keinesfalls gesichert. In Deutschlands Elite-Klasse sind Exemplare aus der Kategorie Superstar rar gesät.

Van der Vaart selbst müsste sich allenfalls den Vorwurf gefallen lassen, dass es zu bei ihm zu einem der ganz Großen, der er bei Real Madrid im Reigen der Stars hatte werden wollen, nicht gereicht hat. Mit einer Rückkehr zum Hamburger SV im besten Fußballer-Alter von 26 Jahren würde er sich sein Scheitern indirekt auch selbst eingestehen. Trotzdem wäre ein Fußballer seiner Art in der Bundesliga herzlich willkommen.

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