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Rekordtransfer: Chelsea holt Schewtschenko

Der FC Chelsea plant den Großangriff auf den Champions-League-Titel: Nach Michael Ballack und Salomon Kalou wechselt nun auch Stürmer-Star Andrej Schewtschenko an die Themse.

Der FC Chelsea rüstet zum Totalangriff auf den Champions-League-Titel: Nach Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack vom FC Bayern München und dem Ivorer Salomon Kalou (Feyenoord Rotterdam) landete der englische Fußball-Meister mit dem Transfercoup von Wunschspieler Andrej Schewtschenko für die Rekord-Ablösesumme von angeblich 65 Millionen Euro den dritten Big-Deal in zweieinhalb Wochen. Öl-Milliardär und Clubchef Roman Abramowitsch, dessen Gesamtvermögen auf mehr als zehn Milliarden Euro taxiert wird, hat damit in drei Jahren schon rund 575 Millionen Euro in sein "Spielzeug" Chelsea gesteckt - aber auch einen klaren Auftrag an sein nach dem Motto "Und Geld schießt doch Tore" zusammengekauftes Star-Ensemble erteilt: Die Thronbesteigung in der kommenden Saison in Europas Königsklasse. "Es freut mich, künftig mit Andrej Schewtschenko zusammenspielen zu können. Er ist ein Riesen-Spieler", erklärte Ballack auf einer Pressekonferenz im Quartier des deutschen Nationalteams in Düsseldorf.

Schewtschenko konnte Lockrufen nicht widerstehen

"Ich bin hier, um die Herausforderung anzunehmen. Der Gewinn der Champions League muss ein realistisches Ziel für die nächste Saison sein", betonte Schewtschenko, nachdem er am späten Mittwochabend den Medizincheck bestanden und danach einen höchst lukrativen Vierjahres-Vertrag unterschrieben hatte. Drei Jahre widerstand der Top-Angreifer des AC Mailand den Lockrufen von der Insel. Nun steigt der teuerste jemals von einem englischen Club verpflichtete Fußballer beim Club von der Stamford Bridge aber doch noch zum Top-Verdiener auf - noch vor Ballack. Am Geld habe es nicht gelegen, vielmehr gab der mit US- Model Kristen Pazik verheiratete Nationalspieler private Gründe an: "Die Kinder sollen mit einer Sprache aufwachsen - Englisch."

"Ein Märchen-Vertrag für Sheva", schrieb "Il Messagero Veneto" am Donnerstag trefflich zu den kursierenden Wahnsinns-Summen. So soll der Goalgetter, der in sieben Jahren 173 Tore für Milan erzielt hat, zwischen 300.000 und 400.000 Euro pro Woche kassieren. Mit dem 65- Millionen-Deal wird der bisherige Rekordtransfer in England von Rio Ferdinand (2002 für 45 Millionen Euro von Leeds United zu Manchester United) ausgelöscht. In Italien stehen auch 65 Millionen Euro im Raum: Allerdings ist von 50 Millionen Ablöse und dem Rest an den Ukrainer die Rede. "Abramowitsch vergoldet Schewtschenko", titelte "La Repubblica" über "den Liebling der Milliardäre": Denn er wechselt vom Verein des Medien-Mogul Silvio Berlusconi zum Abramowitsch-Club.

Mourinho träumte schon lange vom Ukrainer

"Heute ist der Tag, an dem der Traum wahr geworden ist", meinte Chelsea-Coach José Mourinho euphorisch. "Seit ich hier angefangen habe, ist Andrej mein Wunschkandidat. Er hat große Fähigkeiten, hohe Ambitionen, ist diszipliniert, taktisch clever und natürlich ein echter Torjäger." Und Generaldirektor Peter Kenyon meinte über den derzeit verletzten Angreifer, der bis zum Start der Weltmeisterschaft in Deutschland fit sein will: "Wir sind stolz und glücklich, mit ihm einen der Top-Torjäger des Kontinents zu haben. Dass nach Ballack und Kalou auch Schewtschenko kommt, zeigt die Ambitionen des FC Chelsea."

Und der Club will noch weiter aufrüsten. Mourinho bestätigte das Interesse an dem Brasilianer Roberto Carlos von Real Madrid. "Roberto ist 33. Aber ich halte ihn für den Besten auf seiner Position und wünsche, es wäre möglich." Das Alter eines Akteurs sei nicht wichtig. "Mir kommt es darauf an, was ein Spieler in den 90 Minuten macht, wenn er auf dem Platz ist - und nicht, ob er 20, 30 oder 40 ist."

Nach dem Verlust seines Top-Stürmers, der ihm finanziell immerhin aber versüßt wurde, nimmt der AC Mailand die Jagd nach neuen Stars auf. Im Visier: Elfenbeinküsten-Stürmerstar Didier Drogba vom FC Chelsea, aber auch der englische Internationale Steven Gerrard (FC Liverpool) und der französische WM-Stürmer David Trezeguet (Juventus Turin) stehen auf Milans Einkaufsliste. Auf keinen Fall soll jedoch ein weiterer Top-Akteur mehr abgeben werden, betonte Vize-Präsident Adriano Galliani: "Der AC Mailand ist doch kein Supermarkt."

Thomas Prüfer und Bernhard Krieger/DPA / DPA

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