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Selbstmordversuch vor Bundesligaspiel Schiedsrichter Babak Rafati wollte sich töten


Schock für die Fußball-Bundesliga: Schiedsrichter Babak Rafati hat kurz vor der Partie Köln gegen Mainz versucht, sich das Leben zu nehmen. Das Spiel wurde abgesagt.

Zunächst hieß es nur, das Spiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 müsse abgesagt werden - weil kein Schiedsrichter da sei. Der für die Partie angesetzte Babak Rafati aus Hannover sei nicht einsatzfähig, erklärte der Sprecher des 1. FC Köln 40 Minuten vor Spielbeginn. Da in der Kürze der Zeit kein Ersatzteam einspringen konnte, wurde das Spiel abgesagt. Zuschauer und Mannschaften waren längst im Stadion. "Liebe Fans! Aus wichtigen Gründen muss die heutige Partie leider ausfallen. Wir bitten um Ihr Verständnis" - mit dieser Information wurden die Fans wieder nach Hause geschickt. Kölns Sportdirektor Finke sagte auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz: "Es ist angemessen und richtig, dass wir nicht in Details rumstochern. Alles weitere übernimmt die Presseabteilung des DFB und der DFL."

"Alles weitere" kam etwa zeitgleich heraus: Babak Rafati hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Was zunächst nur am Rande des abgesagten Spiels die Runde machte, wurde später von der Polizei bestätigt. Boulevardmedien wie der der "Kölner Express" berichteten detaillierter von dem Selbstmordversuch. Die Polizei in Hannover teilte mit, man habe den Auftrag bekommen, Rafatis Lebensgefährtin über den Suizidversuch zu informieren.

Der Schiedsrichter habe in seinem Hotelzimmer versucht, sich die Pulsadern aufzuschlitzen, hieß es in mehreren Berichten. Der Mainzer Manager Christian Heidel sagte, es habe einen "Unfall" im Hyatt-Hotel in Köln-Deutz gegeben, in dem neben den Unparteiischen auch die Mainzer Mannschaft wohnte. Die Kölner Polizei bestätigte einen Einsatz in dem Hotel. Es ging dabei um "eine verletzte Person" - gegen 13.45 Uhr.

Verantwortliche aus der Liga geschockt

Rafati gehört seit 1997 zum DFB-Kader und hat seit 2005 bereits mehr als 100 Bundesligaspiele geleitet. Seit 2008 steht er auch auf der Liste des Fußball-Weltverbandes FIFA.

Verantwortliche aus der Bundesliga zeigten sich erschüttert. "Ich bin geschockt. Ich muss mich erstmal sammeln, er war ja jahrelang in meinem Team", sagte der ehemalige Bundesligaschiedsrichter Uwe Kemmling, der aus Burgwedel bei Hannover kommt. Der Trainer von Hannover 96, Mirko Slomka, sagte dem TV-Sender "Sky": "Ich bin nicht über Einzelheiten im Detail informiert. Ich bin sehr geschockt, zumal Babak Rafati Hannoveraner ist und ich ihn sehr gut kenne." Schalke-Coach Huub Stevens: "Da ist Fußball nur Nebensache. Ich kann mir vorstellen, dass nach solch einer Nachricht niemand spielen will." Den Gedanken hatte offenbar auch Werders Sportdirektor Klaus Allofs, der seinen Spielern vor dem Anpiff nichts von dem Vorfall erzählen wollte.

kbe/DPA DPA

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