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Interview mit Zamperoni So äußerte sich Serdar Somuncu in den "Tagesthemen" zu Özil

Serdar Somuncu Screenshot
Serdar Somuncu kritisiert im Interview mit den "tagesthemen" Mesut Özil wie auch den DFB
© Screenshot Tagesthemen
Der Kabarettist Serdar Somuncu hat in einem Interview Mesut Özil und den DFB gleichermaßen kritisiert. Seiner Meinung nach wird die Debatte viel zu oberflächlich geführt - und nutzt nur den Populisten.

Der Kabarettist Serdar Somuncu hat den "Tagesthemen" ein Interview zum Thema Özil gegeben. Somuncu, der in Istanbul geboren wurde und im Rheinland aufgewachsen ist, kritisiert darin die Doppelmoral des DFB gegenüber Özil, dessen Kritik am Verband und Rücktritt aus der Nationalelf er "bedingt" verstehen könne. Zugleich machte er aber auch dem Spieler Vorwürfe. Dessen Abbrechung hätte zu viele Themen vermischt: "So ist es emotional und trägt dazu bei, dass die Gemüter weiter erregt bleiben." Die oberflächliche Debatte stärke nur die Populisten.

Zu Özil sagte Somuncu, da wäre "Selbstkritik nötig gewesen". Erdogan sei nicht nur Repräsentant eines Staates, sondern auch ein streitbarer Parteipolitiker, der Deutschland massiv angegriffen habe. Wenn jemand, der für die deutsche Nationalmannschaft spiele, sich mit Erdogan auf einem Bild präsentiere und sage, dass dies rein privat und unter guten Freunden geschehen sei, dann sei das "sehr fragwürdig."

Serdar Somuncu: DFB ist illoyal

Weiter sagte der Kabarettist, dass Özil als Nationalspieler Repräsentant dieser Nation sei. Er dürfe nicht aus Pragmatismus sagen, dort wo er den größten Erfolg habe, fühle er sich zuhause. Genau das führe zu den Missverständnissen, meint Somuncu. Als jemand, der selbst mit einer binationalen Existenz umgehen müsse, habe er aber Verständnis, wenn Özil mit dieser Entscheidung Schwierigkeiten habe.

Zugleich hielt Somuncu die Kritik Özils am DFB und dessen Präsident Rainhard Grindel für berechtigt. Der Verband habe sich sehr "illoyal" verhalten und gegen einen Partner nachgekartet, mit dem man "jahrelang fair und erfolgreich" zusammengearbeitet habe. Der DFB  messe mit "zweierlei Maß", wenn er sich nicht vom Sponsor Mercedes distanziere, der im Abgasskandal verwickelt sei, und gleichzeitig Özil zur "Symbolfigur einer Debatte" mache, die so nicht geführt werden könne.

Oberflächliche Debatte hilft Populisten

"Wir waren auf jeden Fall weiter", sagte Somuncu über den Zustand der Integration. Die Frage, ob sich jemand als Deutscher fühle oder nicht, sei "hochgradig anachronistisch und die Debatte obsolet". "Jeder, der in Deutschland lebt, der sich zum Grundgesetz bekennt, der sich zu den Werten dieses Landes bekennt, hat das Recht und die Möglichkeit, Teil dieser deutschen Gesellschaft zu sein. Und wer das nicht will, hat die Möglichkeit, Teil einer anderen Gesellschaft zu sein."

Gerade bei der AfD wie bei der Erdogan-Partei würde man sich freuen, dass die Debatte wieder auf "oberflächlichen Niveau" geführt und an der Wut über den Misserfolg der deutschen Nationalmannschaft festgemacht werde. In den letzten Jahren sei sehr viel gesagt worden, "von Deutschen über Türken wie von Türken über Deutsche." "Für mich ist es besser, versöhnlich miteinander umzugehen und trotzdem klare Positionen zu behalten", sagte Somuncu.

tis

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