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Sonntags-Spiele: Gladbach klettert auf Platz sechs

Bielefeld verlor ohne Torjäger Boakye bei Borussia M'gladbach mit 0:2. Die Fohlen können nach dem souveränen Heimsieg nun wieder vom UEFA-Cup träumen. Frankfurt und Wolfsburg sind nach dem 1:1 weiter in Abstiegsnot.

Borussia Mönchengladbach hat die Gunst der Stunde in der Fußball-Bundesliga genutzt und kann wieder vom UEFA-Cup träumen. Die Mannschaft von Trainer Horst Köppel gewann am Sonntag gegen Arminia Bielefeld mit 2:0 (1:0) und kletterte damit auf den sechsten Tabellenplatz. Vor 39.372 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Nationalspieler Marcell Jansen (34.) und Wesley Sonck (65.) die Treffer zum ungefährdeten und verdienten Sieg. Bei den auswärts seit sieben Spielen sieglosen Ostwestfalen musste Trainer Thomas von Heesen die Partie wegen einer DFB-Sperre von der Tribüne aus verfolgen. Für ihn saß Assistenzcoach Frank Geideck auf der Bank.

"Mit der Leistung der Mannschaft und dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden", sagte Köppel. "Es war auf jeden Fall ein Fortschritt erkennbar im Vergleich zu den vergangenen Partien. Außerdem war es ganz wichtig, dass wir nicht verloren haben. Sonst hätten wir uns nach unten orientieren müssen." Das droht nun der Arminia, die in Mönchengladbach seit 35 Jahren nicht gewonnen hat. "Die Niederlage war verdient", sagte Geideck. "Uns fehlte heute nach vorne einfach die Durchschlagskraft."

Bielefeld fehlten die Stürmer

Die Gladbacher versuchten von Beginn an, die Forderung ihres Sportdirektors Peter Pander nach einem Sieg umzusetzen. Die erste Torchance der Begegnung hatten nach zehn Minuten allerdings die Gäste. Nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Gladbachs Verteidiger Kasper Bögelund steuerte Fatmir Vata allein auf Borussia- Torhüter Kasey Keller zu, setzte den Ball jedoch neben den Pfosten.

Diese Schrecksekunde für die Gladbacher blieb allerdings die einzige Tormöglichkeit der Ostwestfalen in der ersten Hälfte. Ohne ihre beiden verletzten Angreifer Isaac Boakye und Artur Wichniarek fehlten den Bielefeldern die Ideen im Spiel nach vorne. In der Folgezeit dominierten die Gladbacher, bei denen der zuletzt gesperrte Peer Kluge wieder dabei war und Kapitän Jeff Strasser nur auf der Bank saß, die Partie und erarbeiteten sich zahlreiche Möglichkeiten.

Hain verhindert höhere Niederlage

Unmittelbar nach Vatas Chance scheiterte Oliver Neuville aus spitzem Winkel an Arminen-Keeper Mathias Hain. Auch in der 29. Minute war Hain auf dem Posten, als er einen Kopfball von Sonck aus kurzer Distanz reaktionsschnell parierte. Drei Minuten später musste Vata für seinen bereits geschlagenen Schlussmann auf der Linie per Kopf klären. Wenig später kamen die Hausherren dann zum verdienten 1:0. Gegen den Schuss von Jansen mit dessen schwächeren rechten Fuß war auch der ansonsten starke Hain machtlos.

Nach der Pause suchten die Gladbacher eine frühe Entscheidung. Ex- Borusse Bernd Korzynietz klärte zunächst noch gegen Sonck kurz vor der Torlinie (53.). Doch zwölf Minuten später krönte der Belgier mit seinem zweiten Saisontreffer seine ansprechende Leistung. In den letzten drei Minuten hätten der eingewechselte Kahé und Kluge das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können, scheiterten aber an Hain.

Frankfurt verschenkt Punkte

Trotz drückender Überlegenheit konnte Eintracht Frankfurt nicht den erhofften Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga landen. Obwohl die Eintracht am Sonntag Chancen für zwei Siege hatte, musste sie am Ende froh sein, beim 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg wenigstens nicht verloren zu haben. Mike Hanke brachte die Gäste vor 26 000 Zuschauern mit der ersten Chance in der 58. Minute völlig überraschend in Führung. Ioannis Amanatidis (65.) konnte für die Frankfurter wenigstens noch ausgleichen und ein weiteres Abrutschen seiner seit vier Spielen sieglosen Eintracht in Richtung Abstiegszone verhindern.

Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen war stinkig: "Wenn sich ein Gegner eine Halbzeit lang so schwach präsentiert wie Wolfsburg, dann müssen wir so etwas nutzen. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen." Auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel war mit dem Punkt keinesfalls zufrieden: "Man trauert solchen Dingen natürlich nach." Wolfsburgs Coach Klaus Augenthaler gestand: "In der ersten Halbzeit waren wir nicht auf dem Platz." VfL-Torschütze Hanke war "selber überrascht, dass ich so gut treffe."

Frankfurt drängte ohne Pause

Die Frankfurter waren von Beginn an die Spiel bestimmende Mannschaft. Die Angst vor einem Abrutschen in die Abstiegszone lähmte nur in der Anfangsphase die Risikobereitschaft. Danach entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Frankfurt drängte ohne Pause. Wolfsburg konnte sich bei dem von Rückenproblemen geplagten Schlussmann Jentzsch bedanken, dass die Eintracht nicht schon zur Halbzeit entscheidend in Führung ging. Der VfL, bei dem Abwehrchef Kevin Hofland trotz doppeltem Leistenbruch antrat, erspielte sich in den ersten 45 Minuten nicht eine einzige Torchance.

Die erste dicke Möglichkeit bot sich dem Frankfurter Francisco Copado. Doch Jentzsch war in der 14. Minute zur Stelle und klärte bei Copados Schuss mit einer herrlichen Parade zur Ecke. Zwei Minuten später hätte Hofland seinen Wolfsburgern fast ein Eigentor beschert, doch er traf per Kopf nur das Lattenkreuz. Jentsch war schon geschlagen. Die Gastgeber drängten, konnten sich aber nicht entscheidend durchsetzen. In der 25. Minute blieb Jentzsch Sieger gegen Christoph Preuß. In der 33. Minute scheiterte zunächst Amanatidis, dann zog Copado erneut gegen Jentzsch den Kürzeren.

Nach dem Wiederanpfiff das gleiche Bild. Die Eintracht drängte, der VfL verteidigte. Jentzsch ließ die Eintracht-Angreifer schir verzweifeln. Dann kam die kalte Dusche für die Frankfurter: Hanke ließ in der 58. Minute Eintracht-Torwart Oka Nikolov mit einem herrlichen Freistoß keine Chance - 1:0 für die Gäste. Doch sieben Minuten später gelang Amanatidis der Frankfurter Ausgleich, nachdem Jentzsch einen Kopfball von Marko Rehmer noch abwehren konnte. Glück hatte die Eintracht bei einem wegen vermeintlicher Abseitsstellung von Klimowicz nicht anerkannten Treffer der Gäste.

DPA / DPA

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