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Teurer Champions-League-Sieg gegen Neapel: Schweinsteiger-Schock stoppt Bayern-Gala

Zunächst war es eine Gala: Der FC Bayern führte den SSC Neapel in der Champions League eine Halbzeit lang vor. Dann der Schock: Schweinsteiger wird verletzt. Es folgten Fouls und rote Karten.

Großer Gomez, armer Schweinsteiger! Angeführt von "Tormaschine" Mario Gomez haben die Bayern gegen den SSC Neapel in einem turbulenten Spiel den Einzug ins Achtelfinale der Champions League praktisch perfekt gemacht. Mit seinem lupenreinen Hattrick (17./23./42. Minute) war der Fußball-Nationalstürmer am Mittwochabend beim 3:2 (3:1) der überragende Akteur vor 66.000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena. Die Kopfballtore von Federico Fernández (45./79.) waren letztlich nicht mehr als Schönheitsfehler beim 200. Europacupsieg des FC Bayern, der die Sehnsucht auf ein Heimfinale 2012 schürte.

Arg getrübt wurde die Freude der Münchner allerdings durch die Verletzung von Bastian Schweinsteiger, der sechs Minuten nach der Pause vom Feld musste. Der Nationalspieler zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu und fällt damit voraussichtlich für den Verein und die Nationalelf nun vier bis sechs Wochen aus. Schweinsteiger wurde noch während der Partie vom Stadion ins Krankenhaus gebracht. Der Kreativmann solle möglicherweise schon in der Nacht oder spätestens am Donnerstag operiert werden, teilte Coach Jupp Heynckes mit.

13 Minuten vor dem Ende sah Holger Badstuber (77.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Da auch Neapels Camilo Zuniga wegen eines Tritts gegen Franck Ribéry (70.) mit Gelb-Rot bedacht wurde, beendeten beide Mannschaften die Partie zu zehnt.

Nur noch ein Punkt bis zum Achtelfinale

Das Team von Trainer Jupp Heynckes feierte in der Heimfestung Allianz Arena den neunten Pflichtspielsieg in Serie - bei famosen 36:2 Treffern! Nach dem vierten Spieltag führt der deutsche Rekordmeister seine vermeintliche "Hammergruppe" mit zehn Punkten klar vor Manchester City (7), Neapel (5) und dem FC Villarreal (0) an. Für das rechnerische Weiterkommen genügt bereits ein Unentschieden im nächsten Heimspiel am 22. November gegen Punktelieferant Villarreal.

Frühe Tore bleiben ein Markenzeichen der Bayern in dieser Saison - das mussten auch die ambitionierten Italiener in München schmerzvoll erfahren. Nach gerade einmal 23 Minuten war die Partie dank Gomez bereits entschieden und dem SSC Neapel der Zahn gezogen. Mit jetzt insgesamt 17 Treffern in der Champions League übertraf der nicht zu bremsende Nationalstürmer Michael Ballack als besten deutschen Schützen in der Königsklasse. Mit dem Vorsprung im Rücken spielte der Bundesliga-Spitzenreiter anschließend wie aufgedreht, degradierte die bemitleidenswerten Gegenspieler fast zu Statisten und versetzte die Fans mit seinen Kombinationen in pures Entzücken.

Beckenbauer: Gomez "lange nicht so gut gesehen"

Auf nebelfeuchtem Rasen hatten die Münchner nur anfangs Probleme mit dem ungewohnten System der mit einer Dreier-Abwehrkette operierenden Italiener. Neapel attackierte früh und störte damit den Aufbau der Hausherren in der Startphase empfindlich. Doch mit Gomez' Doppelschlag waren die Weichen gestellt. Nach 17 Minuten verwertete die "Tormaschine" der Bayern eine mustergültige Vorarbeit des starken Schweinsteiger und lenkte den Ball aus 14 Metern unhaltbar für SSC-Keeper Morgan de Sanctis zur 1:0 ins Netz - das 700. Europacup-Tor des FC Bayern. "Ich habe ihn lange nicht so gut gesehen", lobte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den Angreifer.

Sechs Minuten später traf der Nationalstürmer, der im Hinspiel noch mit einem Strafstoß gescheitert war, nach Zuspiel von Toni Kroos aus abseitsverdächtiger Position zum zweiten Mal. Den Hattrick machte der alles überragenden Angreifer vier Minuten vor der Pause perfekt, als er nach einem von de Sanctis zu kurz abgewehrten Kroos-Schuss am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. In 17 Pflichtspielen dieser Saison traf Gomez damit bereits zum 19. Mal ins Schwarze.

Erstmals wieder Gegentore in einem Heimspiel

Kaum mehr als ein Schönheitsfehler für den deutschen Rekordmeister war das Anschlusstor durch den argentinischen Champions League-Debütanten Fernandez, der Sekunden vor der Pause einen Freistoß von Ezequiel Lavezzi einköpfte. Für Bayern-Keeper Manuel Neuer war es das erste Gegentor in der heimischen Arena seit dem 0:1 beim Bundesliga-Start am 7. August gegen Borussia Mönchengladbach.

Ohne Taktgeber Schweinsteiger kam allerdings ein Bruch ins Spiel der Münchner, deren Angriffsmotor im zweiten Durchgang längst nicht mehr so schwungvoll lief. Den Schock der Verletzung ihres Führungsspielers konnten die Bayern-Spieler letztlich doch nur mit Mühe verdauen. Hinzu kam, dass die Italiener in den zweiten 45 Minuten eine deutlich härtere Gangart an den Tag legten, aus der nicht nur die Schweinsteiger-Verletzung resultiert, sondern auch die beiden roten Karten. Nach dem überraschenden zweiten Gegentreffer durch Fernandez mussten die Bayern in der Schlussphase sogar noch einmal um den Sieg zittern. Auf anderen Seite hätte Mario Gomez mit einem Schuss über das halbe Spielfeld fast noch seinen vierten Treffer erzielt, Neapels Schlussmann, der weit aus seinem Tor geeilt war, konnte den Ball jedoch kurz vor der Linie noch klären.

dho/DPA / DPA

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