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Trainer-Karussell: Neururer beerbt Lienen in Hannover

Peter Neururer wird neuer Trainer bei Hannover 96. Nach tagelangem Durcheinander hatte der Bundesliga-Club seinen Trainer Ewald Lienen entlassen.

Neururer soll nach Informationen der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" einen Vertrag bis Juni 2007 erhalten. Die Vereinsführung, die am Mittwoch Lienen und Co-Trainer Michael Frontzeck entlassen hatte, wollte die Nachfolgelösung am Abend vorstellen. Nach eigenen Angaben hat Hannover 96 eine endgültige Einigung in der Trainerfrage erzielt.

Mit der Entlassung von Trainer Ewald Lienen unter obskuren Umständen kehrte der Verein zu seiner Chaos-Politik aus vergangenen Zeiten zurück und hat den zuletzt erworbenen Ruf als gut geführter Bundesliga-Club schnell wieder aufs Spiel gesetzt. Nach einem mehrtägigen Katz-und Maus-Spiel beurlaubte der Club den 51-jährigen Coach und setzte den vorläufigen Höhepunkt in dem Durcheinander, das seit dem überraschenden Rücktritt von Clubchef Martin Kind im August herrscht. Lienen ist bereits der dritte entlassene Bundesliga-Trainer in dieser Saison.

Dreistündiger Krisengipfel

"Wir haben keine Krisensituation, aber wir haben eine Stagnation festgestellt", begründete 96-Manager Ilja Kaenzig die vorzeitige Auflösung des bis Juni 2007 laufenden Vertrages. Dank der Investition von rund fünf Millionen Euro für neue Spieler wollte die Clubführung einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Bei einem Krisengipfel am Dienstagabend in einem Hotel auf dem Messegelände prallten die unterschiedlichen Ansichten der 96- Geschäftsführung und von Lienen über die sportlichen Ziele aufeinander. Nach drei Stunden verließen alle Beteiligten das Hotel durch die Hintertür - und das Rätselraten ging noch eine Nacht weiter.

"Wir hätten auch mit Lienen die Kurve gekriegt"

Lienen erschien am Morgen zum Training, wollte mit der Mannschaft arbeiten und wurde von der Beurlaubung ebenso wie die Profis überrascht. Gemeinsam mit seinem Assistenten Michael Frontzeck musste der im März 2004 gekommene Fußball-Lehrer die Sachen packen. Spätestens bis zum Auswärtsspiel am 20. November in Stuttgart will der Verein einen Nachfolger präsentieren. "Trotz der Diskussion der vergangenen Tage hatten wir immer geglaubt, dass wir mit dem Trainer weiter arbeiten. Auch Lienen ließ diese Tendenz erkennen", sagte Stürmer Thomas Brdaric. Kritisch zur Vorgehensweise äußerte sich Torhüter Robert Enke: "Uns haben Punkte gefehlt, aber nicht so, dass man reagieren musste. Wir hätten auch mit Ewald Lienen die Kurve gekriegt. Er hat sich sehr emotionell von uns verabschiedet."

Dritter Trainerwechsel der laufenden Saison

Der dritte Trainerwechsel der laufenden Saison nach Wolfgang Wolf in Nürnberg und Klaus Augenthaler bei Bayer Leverkusen hatte sich bereits vor dem glücklichen 2:2 gegen Mainz 05 abgezeichnet. Ein Last-Minute-Tor von Michael Tarnat verlängerte die Dienstzeit von Lienen beim Tabellen-13. um drei Tage, konnte den Coach aber nicht mehr retten. Lienens sportliche Bilanz mit zwölf Punkten aus zwölf Spielen und nur sieben Siegen im Kalender-Jahr 2005 stellte die Nachfolger von Ex-Clubchef Martin Kind letztlich nicht zufrieden. Kind wollte bei Hannover 96 professionelle Strukturen aufbauen. Doch dann konnte der als Geschäftsführer ausersehene Götz von Fromberg den Job wegen seiner Tätigkeit als Notar nicht antreten. Als ehrenamtlicher Vereinspräsident ist er im Profibereich ohne Entscheidungsbefugnis.

Neururer hat bisher keinen Kontakt zu 96

Kind wollte bei Hannover 96 professionelle Strukturen aufbauen. Doch dann konnte der als Geschäftsführer ausersehene Götz von Fromberg den Job wegen seiner Tätigkeit als Notar nicht antreten. Als ehrenamtlicher Vereinspräsident ist er im Profibereich ohne Entscheidungsbefugnis.

Der in Hannover als Favorit gehandelte Peter Neururer versicherte, bisher keinen Kontakt zu Vereinsvertretern gehabt zu haben. "Ich habe mit niemanden von 96 gesprochen", sagte er. Neururer war bereits vor elf Jahren für sieben Monate Trainer von Hannover 96. Vorläufig werden Torwart-Trainer Jörg Sievers und Fitness-Coach Edward Kowalczuk das Training bei Hannover 96 leiten.

DPA / DPA

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