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Uefa-Cup-Finale: Moskau will Geschichte schreiben

Vieles spricht für den Erfolg der Hausherren in Lissabon, doch Trainer José Peseiro warnt davor, Moskau zu unterschätzen. "Es ist ein Spiel zwischen einer Mannschaft, die nichts zu verlieren hat, und einer, die alles zu verlieren hat."

Favorit Sporting Lissabon will sich vor heimischer Kulisse für den verspielten Meistertitel entschädigen der von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch gesponserte Außenseiter ZSKA Moskau russische Fußball-Geschichte schreiben.

Nach dem 0:1 im Stadtderby gegen Benfica, durch das der Erzrivale die portugiesische Meisterschaft perfekt machte, sitzt der Stachel der Enttäuschung bei den Grün-Weißen tief. Clubpräsident Antonio Dias da Cunha fuhr extra ins Trainingslager, um den frustrierten Spielern Mut zu machen. Stürmer Mauricio Pinilla weiß um die Bedeutung der Partie im mit 45.000 Zuschauern ausverkauften José-Alvalade-Stadion. "Unsere Fans verlangen von uns den Pokal. Wir dürfen sie nicht enttäuschen."

Liverpool setzt auf Heimvorteil

Bisher konnten vier von fünf Teams den Uefa-Cup im eigenen Stadion gewinnen. Zuletzt gelang dies vor drei Jahren Feyenoord Rotterdam gegen Borussia Dortmund. Nur der AS Rom patzte 1984 im Landesmeister-Cup gegen den FC Liverpool. "Ich träume schon davon, den Pokal in den Händen zu halten", erklärte Kapitän Pedro Barbosa zuversichtlich. Im "Spiel des Jahres" baut Sporting vor allem auf Torjäger Liedson, der zuletzt gegen Benfica fehlte. 25 Mal hat der Brasilianer in der Meisterschaft getroffen, 9 Mal im Uefa-Pokal.

Die Gäste zeigen sich davon jedoch unbeeindruckt. "Natürlich ist es ein Vorteil, vor heimischer Kulisse zu spielen. Aber wir sind gut drauf. Ich denke, wir können die Trophäe gewinnen", erklärte ZSKA- Stürmer Vagner Love. Es wäre der erste Europacupsieg für eine russische Mannschaft. Zu Zeiten der Sowjetunion hatten die ukrainischen Fußballer von Dynamo Kiew (1975, 1986) und das georgische Team von Dynamo Tiflis (1981) den Pokalsieger-Wettbewerb gewonnen.

Das Griechenland des Uefa-Pokals

Für die Moskauer ist es bereits das 19. Europacup-Spiel in dieser Saison. Das Team, das von Abramowitschs Öl-Firma Sibneft mit jährlich 18 Millionen Dollar gesponsert wird, war im vergangenen Juli in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League gestartet. In Lissabon soll der Siegeszug über Europas Fußball-Felder gekrönt werden. "Wir können das Griechenland des Uefa-Pokals werden. Wir wollen das wiederholen, was den Griechen im EM-Finale gegen Portugal gelungen ist", sagte der Brasilianer Daniel Carvalho.

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