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Uefa-Cup: Werder und Leverkusen eine Runde weiter

Ein knapper Erfolg für die deutschen Teams: Werder Bremen hat das Achtelfinale im Europapokal erreicht - dank des starken Torwarts Tim Wiese. Zuvor war Leverkusen gegen die Blackburn Rovers ebenfalls eine Runde weiter gekommen.

Acht Tage nach dem 3:0- Sieg im Hinspiel verlor Werder am Donnerstagabend das Drittrundenrückspiel bei Ajax Amsterdam sang- und klanglos mit 1:3 (1:1). Der Brasilianer Leonardo (3.) hatte die Hausherren vor 32.000 Zuschauern auf das Fußball-Wunder hoffen lassen, ehe der starke Hugo Almeida (13.) mit dem Gegentreffer zunächst für klare Verhältnisse sorgte. Doch Klaas Jan Huntelaar (60.) und Ryan Babel (74.) brachten die Bremer mit ihren Toren noch ins Zittern.

Nach drei Europacup-Pleiten gegen niederländische Clubs machte es der deutsche Vize-Meister im vierten Versuch besser, doch stolz durften die Bremer auf ihre Leistung keineswegs sein. Der Tabellen- Zweite versäumte es, Selbstvertrauen für die Verfolgungsjagd auf den in der Bundesliga auf sieben Punkte enteilten Tabellenführer Schalke.04 zu tanken. Trotzdem kämpfen die vom Kurs abgekommen Bremer gegen Celta Vigo um den Einzug ins Viertelfinale. Die Spanier schalteten Spartak Moskau aus.

Früher Schock für Bremen

Werder-Trainer Thomas Schaaf hatte gerade auf der Bank seinen Platz gefunden, da musste der am Ende zum Garant für das Weiterkommen gewordene Torhüter Tim Wiese schon sein ganzes Können aufbieten und einen Fernschuss von Wesley Sneijder entschärfen. Doch wenige Sekunden später war der Keeper nach einem missglückten Abwehrversuch von Nationalspieler Per Mertesacker machtlos. Der Brasilianer hatte bei seinem Schuss keine Mühe, Schaaf schüttelte entsetzt den Kopf.

Doch diesmal zeigten die Bremer Charakter, auch wenn die spielerische Klasse nach der Pause erneut fehlte. Nach der vernichtenden Kritik von Kapitän Torsten Frings an der Einstellung einiger seiner Mitspieler nach den drei Bundesliga-Pleiten in Serie, ließen sich die Profis von der Weser wenigstens nicht hängen. Der neben Nationalspieler Miroslav Klose stürmende Portugiese Almeida nutzte ein tolles Anspiel des wiedergenesenen Tim Borowski. Der Nationalspieler narrte bei seinem Flankenlauf auf der rechten Seite die Ajax-Profis, der ausgeliehene Almeida musste nur noch den Fuß hinhalten.

Almeida vergab gute Torchancen

Als Pierre Wome zwei Minuten später mit dem Kopf auf der Linie klärte, war der Ajax-Angriffsschwung zunächst endgültig dahin. Die Bremer, bei denen Abwehrchef Naldo von Beginn an dabei war, waren drauf und dran als erste Bundesliga-Mannschaft einen Sieg bei Ajax zu schaffen. Vor allem Almeida wurde von seinen Mitspielern immer wieder in Szene gesetzt, doch ein weiteres Tor wollte ihm einfach nicht gelingen.

Die Bremer, bei denen Nationalspieler Clemens Fritz wegen einer im Abschlusstraining erlittenen Muskelzerrung fehlte, ließ die zweite Halbzeit gemächlich angehen und beschränkte sich auf das Notwendigste. Dafür wurden sie bestraft. Nach einer Stunde traf Huntellar mit einem Drehschuss und Amsterdam witterte nach dem Treffer von Babel nach Naldo-Fehler seine Chance. Doch Torhüter Wiese verhinderte mit Glanzparaden, dass die Bremer zur Lachnummer auf Europas Fußball-Bühne wurden.

Leverkusen mit dem "Bollwerk von Blackburn"

Bayer 04 Leverkusen hat dank eines "Bollwerks von Blackburn" erstmals nach fünf Jahren wieder das Achtelfinale im Europapokal erreicht. Dem Fußball-Bundesligisten genügte nach dem 3:2-Hinspielerfolg am Donnerstagabend bei den Blackburn Rovers ein 0:0-Remis, um im Uefa-Pokal in die Runde der letzten 16 einzuziehen. Vor 25 124 Zuschauern im Ewood Park bot Leverkusen gegen den englischen Erstligisten eine kämpferisch und taktisch ansprechende Leistung und zeigte einen deutlichen Aufwärtstrend zu den zuletzt enttäuschenden Auftritten im Liga-Alltag. Im Achtelfinale trifft Bayer auf Panathinaikos Athen oder den RC Lens und kann weiter vom Finale am 16. Mai in Glasgow träumen, wo man 2002 im Champions-League-Endspiel Real Madrid (1:2) unterlegen war.

Bayer-Trainer Michael Skibbe bot im Angriff Andrej Woronin als einzige Spitze statt des unter Zahnschmerzen leidenden Stefan Kießling auf. In der Abwehr konnte er erstmals seit gut zwei Wochen wieder auf Juan setzen, der seinen Muskelfaserriss auskuriert hat. In einer gut organisierten Defensive war der Brasilianer allerdings zunächst kaum gefordert. Auch der bei Blackburn zurückgekehrte und von Skibbe gefürchtete Morten Gamst Pedersen strahlte keine Gefahr aus. Die Freistöße des Norwegers (5./15.) verfehlten ihr Ziel.

Michael Rossmann/DPA/tis / DPA

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