Was meinen Strunz? "Lehmann klare Nummer 1"


"Überflüssig" findet stern.de-Kolumnist Thomas Strunz die Debatte um Jens Lehmanns Nummer-1-Status im DFB-Team - zumal nach seiner gezeigten Leistung gegen Milan. Für die deutschen Topklubs hat Strunz einen Rat: "Ärmel hochkrempeln und Gas geben", nur so kann man auf höchstem europäischen Niveau bestehen.

Bundestrainer Jogi Löw dürfte am Mittwochabend vor dem Fernseher durchgeatmet haben, denn der in der Torwart-Diskussion zuletzt kritisierte Jens Lehmann stand beim 0:0 seiner "Gunners" gegen Titelverteidiger AC Milan endlich auch mal wieder auf höchster europäischer Bühne zwischen den Pfosten. Und er machte seine Sache gut.

Viel hatte er zwar nicht zu halten, doch im Gegensatz zum Länderspiel gegen Österreich strahlte er sehr viel Ruhe aus, agierte konzentriert und fehlerfrei. So kenne ich Jens und ich bin mir sicher, dass er in dieser Saison noch viele Spiele für Arsenal machen wird. Die Diskussion um seinen Nummer-Eins-Status in der Nationalmannschaft hätte sich damit auch schnell erledigt. Die ist sowieso überflüssig wie ein Kropf. Jens ist ganz klar Deutschlands bester Keeper.

Enge Spiele auf den anderen Plätzen

Wie eng es auf europäischem Top-Niveau zugeht, zeigt der Blick auf die anderen Ergebnisse der Achtelfinal-Hinspiele. Bis auf die Partie Liverpool gegen Inter Mailand gingen die restlichen Partien unentschieden aus - oder endeten mit knappen Siegen. Die Mitfavoriten Real Madrid (1:2 beim AS Rom), Manchester United (1:1 bei Olympique Lyon) und der FC Chelsea ( 0:0 bei Olympiakos Piräus) konnten allesamt nicht gewinnen bzw. verloren sogar.

Maßstab für deutsche Teams

Das Topspiel des Achtelfinales zwischen Arsenal und Milan hat uns mal wieder gezeigt, wie europäischer Spitzenfußball funktioniert: Technisch und taktisch perfekt, individuell sehr schnell und mannschaftlich ungemein geschlossen. Das muss auch der Maßstab für unsere Teams in Zukunft sein. An dieses Niveau müssen sich die Bayern, Werder, Schalke aber auch der HSV wieder heranarbeiten. Man darf sich dabei nicht durch gute Ergebnisse in der Bundesliga blenden lassen. Nur der europäische Vergleich ist und bleibt der Gradmesser für unsere Topteams aus der heimischen Bundesliga - genauso wie die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz im Sommer der Gradmesser für unsere Nationalelf sein wird. In diesem Sinne: Ärmel hochkrempeln und Gas geben!

S04 immer für ein Auswärtstor gut

Kurz noch ein Wort zum FC Schalke: Die Knappen haben sich mit dem 1:0 Heimsieg gegen den portugiesischen Serienmeister FC Porto eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Portugal erarbeitet. Gratulation dazu an das Team von Mirko Slomka. Ein 1:0 hört sich zunächst einmal gar nicht beruhigend an, doch wenn man die spezielle Europapokal-Arithmetik berücksichtigt, sieht das schon ganz nett aus. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man als Spieler nach einer 0:1-Auswärtsniederlage nach Hinspielen immer daran denken muss, bloß kein Gegentor zu kassieren. Denn dann müsste man ja selbst 3 Buden machen, um weiterzukommen. Solche Gedanken können lähmen. Der Sieg der Schalker ging völlig in Ordnung. Sie dominierten den FC Porto und hätten mit etwas mehr Mut vielleicht noch ein Tor erzielen können. Wie auch immer: Das Ergebnis lässt den Königsblauen alle Chancen aufs Weiterkommen offen. Auch weil S04 immer für ein Auswärtstor gut ist.


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