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England-Match: Spielt Rooney?

Die Medizinakte Rooney bewegt weiter die englischen Gemüter: Trainer Eriksson erwägt, den Wunderstürmer bereits im Trinidad-Spiel einzusetzen. Der Verband wehrt sich, fürchtet Probleme mit ManU.

Im Fall des verletzten englischen Stürmerstars Rooney droht eine Auseinandersetzung zwischen Trainer und Verband. Trainer Sven-Göran Eriksson erwägt im zweiten Gruppenspiel gegen Trinidad und Tobago in Nürnberg einen Einsatz des 20-jährigen WM-Neulings. "Ich werde noch eine Nacht drüber schlafen und am Spieltag über einen Einsatz entscheiden", sagte der Schwede. Ein Platz in der Startelf sei allerdings ausgeschlossen. Rooney käme allenfalls als Einwechselspieler in Frage, sagte Eriksson, dessen Team mit einem Sieg den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug perfekt machen will.

Vorsichtiger Verband

Damit geht Eriksson auf Konfrontationskurs mit dem englischen Verband FA. FA-Chef Brian Barwick habe nach Gesprächen mit Manchester United in der Nacht zum Mittwoch zu einem Verzicht auf Rooney gedrängt. Das Risiko eines überstürzten Einsatzes sei zu groß, hieß es übereinstimmend. Zudem fürchte die FA die von "ManU" angedrohte Klage im Falle einer neuerlichen Verletzung von Rooney, der sich am 29. April den rechten Fuß gebrochen hatte und erst seit sechs Tagen wieder voll trainiert.

"Alles soll besser werden"

Derweil versuchen sich die fitten Spieler Mut zu machen für das zweite Gruppenspiel. Alles soll besser werden als gegen Paraguay. "Ob mit oder ohne Wayne, wir sind bereit. Das ganze Land steht hinter uns und wir werden die Erwartungen unserer Fans nicht enttäuschen", versprach Kapitän David Beckham. "Wir werden gewinnen", meint Joe Cole. Beckham äußerte allerdings Heidenrespekt vor den Kraftprotzen aus der Karibik. "Die Spieler sind athletische und kräftige Burschen. Das wird kein leichter Gang", sagte der 31-jährige Real-Star. Er warnte insbesondere vor Dwight Yorke, mit dem er vier "fantastische Jahre" bei "ManU" zusammen gespielt hat: "Dwight ist ein prima Kerl, aber auf dem Platz eine große Gefahr. Für mich ist er immer noch einer der besten Stürmer."

Trinis glauben an sich

Aber auch die "Fußball-Krieger" sind zuversichtlich, England genauso wie Paraguay überraschen zu können. Yorke freut sich jedenfalls auf das Wiedersehen mit Beckham. "Das wird ein historischer Moment für uns", sagte der 37-jährige Kapitän. Trainer Leo Beenhakker sieht mentale Vorteile auf seiner Seite. "Die Jungs sind frisch und hungrig, dagegen stehen die Stars aus England unheimlich unter Druck", meinte der 63-jährige Niederländer.

Beenhakker stichelt gegen Beckham

Beenhakker, der weiterhin auf Torwart Shaka Hislop setzt und den gesperrten Avery John durch Atiba Charles ersetzt, war sich nicht zu schade, den Gegner in der englischen Boulevardpresse mit Verbalattacken zu provozieren. Im "Mirror" verglich er die Engländer mit Real Madrid: "Sie haben alle Stars der Welt, gewinnen aber gar nichts." Und Co-Trainer Wim Rijsbergen, ehemaliger niederländischer Nationalspieler, stichelte gegen den Superstar himself: Beckham. Der könne besser Trikots verkaufen als Spiele gewinnen.

mit DPA

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