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Lukas Podolski: "Klar unter der Gürtellinie"

Für "Null-Tore-Poldi" kommt es knüppeldick: Kein Treffer bei der WM - jetzt wird er auch noch im Radio verhöhnt. Das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador könnte für den Neu-Bayern eine Schicksals-Partie werden.

Von Klaus Bellstedt, Berlin

Im Lager der deutschen Nationalelf herrscht vor dem letzten Vorrundengruppenspiel am Dienstag im Berliner Olympiastadion gegen Ecuador eigentlich eitel Sonnenschein. Ohne Druck kann das bereits fürs Achtelfinale qualifizierte Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in die Partie gehen, und auch die Verletzungssorgen um Abwehrmann Christoph Metzelder und Oliver Kahn haben sich 24 Stunden vor dem Endspiel um den Gruppensieg in Luft ausgelöst. Einzig die immer lauter werdende Kritik an Null-Tore-Stürmer Lukas Podolski trübt derzeit die gute Stimmung im Umfeld der Mannschaft, die bei dieser WM bisher so überzeugend aufgetreten ist.

Für den Ex-Kölner gilt das freilich nicht. Podolski ließ in den beiden bis jetzt gespielten Begegnungen gegen Costa Rica und Polen seinen gefürchteten Torriecher jeweils im Hotel. Im Abschluss oftmals zu hastig und ohne Bindung zu seinem Nebenmann, Miro Klose, gehört der 21-Jährige bisher zu den wenigen Enttäuschungen des deutschen WM-Kaders. Nur logisch, dass da Stimmen laut werden, die vor dem Spiel gegen Ecuador bereits seine Ablösung im Sturm fordern. Oliver Neuville, umjubelter Siegtorschütze gegen Polen, scharrt bereits mächtig mit den Hufen.

"Versteh' die Diskussion nicht"

Dennoch ist es unrealistisch, dass Jürgen Klinsmann seinem "Problem-Angreifer" das Vertrauen entzieht. Auf der Abschluss-Pressekonferenz am Montag hörte sich das etwas wackelige 'Plädoyer pro Poldi' aus dem Mund des Bundestrainers so an: "Lukas macht im Moment eine interessante Phase durch. Aber er ist und bleibt ein Knipser, der zusammen mit Miroslav Klose einen Ausnahmesturm bildet." Zugleich machte Klinsmann aber auch deutlich, dass er mehr von Podolski erwartet: "Er muss im Spiel mehr aus der Bewegung kommen", was auch immer das im Einzelnen heißen mag…

Zuspruch aus den eigenen Reihen erhielt der Neu-Bayer ausgerechnet von Sturmpartner Miro Klose, der den viel Gescholtenen am Wochenende über die Medien noch selbst kritisiert hatte ("das war aber als positive Kritik gemeint"): "Er wirkt vielleicht etwas verkrampft. Aber Lukas ist ein junger Spieler, der noch keine Konstanz haben kann. Abgesehen davon wissen wir alle um seine außergewöhnlichen Qualitäten." Podolski selbst wirkte am Tag vor dem Ecuador-Spiel genervt von der vielen Aufregung um seine Person: "Ich verstehe die ganze Diskussion nicht und finde sie auch unfair." Dass sich Poldi nicht unbedingt in der Form seines Lebens befindet, bestritt der talentierte Angreifer allerdings auch nicht: "Ich weiß selber, dass ich besser spielen kann, mache mir darüber aber keinen Kopf." Gut so, denn was passiert, wenn erfolglose Stürmer vor dem Tor anfangen nachzudenken, ist hinreichend bekannt.

Interview-Boykott wegen Radio-Satire

Auf Kriegsfuß steht Lukas Podolski übrigens mit der ARD, der er bis auf weiteres kein Fernseh-Interview mehr gibt. Der Grund ist täglich im Radio zu hören, auf der WDR-Welle "EinsLive". Texter und Stimmen-Imitator Jan Rainer Böhmermann spricht dort ein Poldi-Tagebuch. Darin wird der Stürmer als Total-Proll lächerlich gemacht, der keinen Satz geradeaus reden kann, der Mitspieler und Klinsmann nur als "Vollidioten" beschimpft. Die ARD spricht von Satire, Podolski von Beleidigung. "Das geht ganz klar unter die Gürtellinie, dagegen werde ich vorgehen." Rechtliche Schritte sollen bereits eingeleitet sein, per Unterlassungsklage sollen die Beiträge verboten werden. Harte Zeiten für den eigentlich so fröhlichen "Prinz Poldi".

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.