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WM 2010: Japan - Kamerun: Afrika fiebert mit Eto'o

In der Vorbereitung gab es Ärger um Kameruns Star Eto'o - jetzt drücken Fans aus ganz Afrika dem Stürmer die Daumen. Keine einfache Aufgabe für die Japaner, die um 16 Uhr gegen die "Löwen" antritt.

Ganz Afrika freut sich auf Samuel Eto'o. Wenn Kamerun am Montag (16.00 Uhr/ARD und Sky) in Bloemfontein gegen Japan spielt, beginnt die WM auch für den afrikanischen Weltstar. "Er ist mein Kapitän, ein großartiger Spieler und einer der Besten der Welt. Das möchte er hier zeigen", sagt sein Nationaltrainer Paul Le Guen auch mit Blick auf den Ärger, der sich durch Eto'os Vorbereitung zog. Der Stürmer von Inter Mailand drohte sogar mit einem WM-Verzicht, weil ihn Fußball-Legende Roger Milla in der Heimat kritisiert hatte.

Dass der 29-Jährige am Montag doch aufläuft, erleichtert die Fans weit über Kamerun hinaus. Diese WM wird in Afrika als Mission eines ganzen Kontinents angesehen. Jeder drückt dort jedem die Daumen. Stars wie Eto'o oder Didier Drogba lächeln einem im Gastgeberland von großen, gelben Plakaten der Kampagne "Africa United" entgegen. "Bei uns gibt's keine Grenzen. Wir machen keine Unterschiede zwischen Nigerianern, Ivorern, Ghanaern, Kamerunern, Algeriern oder Südafrikanern", sagte Eto'o dem "Kicker". Da Ghanas Michael Essien ausfällt und hinter Drogba weiter ein Fragezeichen steht, konzentriert sich nun umso mehr auf Eto'o.

Keiner interessiert sich für die Japaner

Als die Mannschaft Kameruns in Bloemfontein ankam, schickte die Stadt extra ein Ratsmitglied ins Hotel, um sie zu begrüßen. Für die Japaner interessiert sich niemand. Eto'o macht in jeder Hinsicht den Unterschied aus zwischen zwei angeschlagenen Teams. Beide haben in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen und während der Vorbereitung enttäuscht. Aber Eto'o ist ein Weltklasse-Stürmer, der schon dreimal die Champions League gewann und ein Spiel zur Not alleine entscheiden kann. "Auf ihn müssen wir aufpassen. Er ist sehr gefährlich", sagt Japans Kapitän Makoto Hasebe. So einen Mitspieler hat er nicht.

Rechtzeitig zum WM-Start hat sich auch alle negative Aufregung um Eto'o gelegt. "Er ist fit und bereit zu kämpfen", sagt Le Guen. Aber selbst wenn es Japan gelingen sollte, ihn an die Kette zu legen, hat Kamerun "immer noch genug andere starke Spieler", meint Junichi Inamoto. Die Mischung aus erfahrenen Profis wie Jean Makoun (Lyon) oder Alexandre Song (Arsenal) und Talenten wie Eric Maxim Choupo-Moting (Nürnberg) oder Georges Mandjeck (Kaiserslautern) ist gut.

Kamerun will an den Erfolg von 1990 anknüpfen

Die "Löwen" wollen an ihren Erfolg von 1990 anknüpfen, als Kamerun als erstes afrikanisches Team der WM-Geschichte das Viertelfinale erreichte. "Wir werden häufig nach dieser grandiosen Generation gefragt. Und wir wollen natürlich ihr Level erreichen", sagt Le Guen. Die einzige Überraschung bei diesem Vorhaben: Im Tor erklärte er den 36 Jahre alten Hamidou Souleymanou zur neuen Nummer 1.

Bei den Japanern kann Hasebe nach überstandenen Rückenproblemen wieder spielen. "Unsere letzten Resultate waren nicht gut, aber wichtig ist das erste Spiel. Die Atmosphäre und der Teamgeist sind exzellent", sagt der Profi des VfL Wolfsburg. Er klingt dabei jedoch so, als glaube er seinen eigenen Worten nicht. Nach vier Niederlagen in Serie reichte es zuletzt selbst gegen Simbabwe nur zu einem 0:0, so dass Trainer Takeshi Okada auf ein defensiveres 4-3-2-1-System umstellen will und für den Ex-Celtic-Star Shunsuke Nakamura keinen Platz mehr im Team hat. "Wir werden trotzdem gewinnen", sagt Hasebe.

DPA / DPA

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