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Champions League Breno patzt - und Bayern fliegt aus der Königsklasse


Bis zur 88. Minute standen die Bayern im Viertelfinale der Champions League. Da stand es noch 2:2 im Rückspiel gegen Inter Mailand. Mario Gomez und Thomas Müller hatten für die Elf von Trainer Louis van Gaal getroffen. Die Bayern spielten richtig guten Fußball. Dann kam der Auftritt von Breno.

Schock kurz vor Schluss: Ein Blackout von Abwehrspieler Breno hat dem FC Bayern München den letzten Titel-K.o. in dieser Saison versetzt. Die Münchner verloren am Dienstag gegen Inter Mailand durch ein spätes Tor von Goran Pandev (88.) mit 2:3 (2:1) und schieden trotz des 1:0-Hinspielsieges im Achtelfinale aus der Champions League aus. Der Brasilianer Breno hatte den Treffer mit seinem zögerlichen Eingreifen gegen Eto'o begünstigt. Nach dem frühen Rückstand durch eben diesen Samuel Eto'o (3. Minute) hatten der herausragende Mario Gomez (21.) und Thomas Müller (31.) für die Pausenführung gesorgt. Eine fahrlässige Chancenverwertung ließ die Bayern nach dem Anschlusstreffer durch Wesley Sneijder (63.) aber bangen.

Drei Tage nach der Torgala gegen den HSV zündeten die Bayern auch gegen Inters Startruppe ein brillantes Offensivfeuerwerk - vergaßen diesmal aber das Toreschießen und gingen deshalb am Ende K.o.. Louis van Gaals Mannschaft steckte den frühen Rückstand weg und spielte den Gegner eine Halbzeit lang schwindlig. In der temporeichen und packenden Begegnung setzten Arjen Robben und Franck Ribéry die Glanzlichter. Robben entschied das Duell gegen seinen niederländischen Landsmann Sneijder im Inter-Dress klar für sich und leistete zu beiden Münchner Toren die Vorarbeit. Ribéry wirbelte wie zu besten Zeiten, offenbarte aber bekannte Schwächen im Abschluss.

Eto'o schockt die Bayern früh

Den beiden ständig rochierenden Flügelflitzern in nichts nach stand Gomez, der wie im Hinspiel seine Qualitäten als Vollstrecker nachwies. Mit seinem achten Treffer in der Königsklasse schloss der Nationalstürmer zu den in dieser Wertung führenden Lionel Messi vom FC Barcelona und Eto'o auf. Einziges Manko in der stärksten Phase der Münchner war die mangelhafte Chancenverwertung - ein 4:1 zur Halbzeit wäre durchaus möglich gewesen. Trotz aller Dominanz musste die Innenverteidigung mit Breno und Daniel van Buyten auf der Hut sein, wenn der Kameruner Eto'o in der Spitze angespielt wurde.

Dabei hätte die Partie für den deutschen Meister nicht schlechter beginnen können: Schon nach 179 Sekunden machte Eto'o den Münchner Vorsprung aus dem Hinspiel zunichte. Dass sich der Stürmer beim Zuspiel von Goran Pandev in Abseitsposition befunden hatte, wurde vom portugiesischen Schiedsrichter Pedro Proenca nicht geahndet. Van Gaals Elf zeigte sich indes nicht geschockt.

Beim Münchner Tor zum 1:1 stand erneut Inters Schlussmann Julio Cesar Pate. Wie schon im Hinspiel vor drei Wochen in San Siro konnte der Brasilianer einen wuchtigen Robben-Schuss nicht festhalten - und wieder war Gomez zur Stelle. Mit dem Rücken zum Tor stehend beförderte er den Ball im Nachsetzen zum 1:1 in die Maschen. Sein achter Treffer im Wettbewerb ließ den Angreifer förmlich aufblühen. Mit einer Parade verhinderte Julio Cesar einen weiteren Gomez-Treffer aus spitzem Winkel (26.).

Schlimmer Breno-Patzer kurz vor dem Ende

Auch zum Führungstor leistete der von der italienischen Abwehr kaum zu stoppende Robben die Vorarbeit. Thiago Motta fälschte den eigentlich Gomez zugedachten Pass des Niederländers zu Müller ab, der den Ball über den Inter-Keeper hinweg zum 2:1 ab. Eine mögliche frühzeitige Entscheidung vergab wenig später Ribéry, der Ranocchia mit einem Kabinettstückchen verlud, dann aber frei vor Julio Cesar Nerven zeigte (35.). Fünf Minuten vor der Pause verhinderte der Pfosten das 3:1, als Ranocchia bei seiner Rettungsaktion auf der Linie Müller gegen den Fuß schoss. Dann zielte Robben ans Außennetz.

Im zweiten Durchgang verlor die Partie mehr und mehr an Klasse - bis zur 61. Minute: Da setzte sich Ribéry auf der linken Seite durch und flankte präzise auf Gomez, dessen Volleyschuss Julio Cesar mit einer Prachtparade aus der Ecke holte. Praktisch im Gegenzug folgte die nächste kalte Dusche für die Hausherren: Sneijder fasste sich aus 20 Metern ein Herz und überwand Thomas Kraft mit seinem Aufsetzer. Als Robben leicht angeschlagen für Hamit Altintop vom Feld musste, übernahm Inter vollends die Initiative. Kurz vor Schluss war es dann Breno, der nicht richtig gegen Eto'o in den Zweikampf kam und einen Querpass zu Pandev zuließ. Der ließ Kraft mit einem platzierten Schuss keine Chance. Das war das 2:3 aus Sicht der Bayern - und das Aus in der Königsklasse.

ManUnited zittert sich ins Viertelfinale

Der dreimalige Sieger Manchester United hat sich dank eines Doppelpacks von Javier Hernandez ins Viertelfinale der Champions League gezittert. Beim 2:1 (1:0)-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel gegen Olympique Marseille erzielte der Mexikaner am Dienstagabend beide Tore (5./75. Minute). Das Eigentor von Wes Brown (82.) tat Manchester nach dem 0:0 in Marseille am Ende nicht weh.

Bereits qualifiziert sind neben Titelverteidiger Inter Mailand, Manchester und Schalke 04 auch der FC Barcelona, Tottenham Hotspur und Schachtjor Donezk aus der Ukraine. Die letzten Viertelfinalisten werden an diesem Mittwoch ermittelt. Dabei trifft der FC Chelsea auf den FC Kopenhagen, Real Madrid erwartet Olympique Lyon.

kbe/DPA


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