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WM 2010: Spanien greift ein, Südafrika unter Druck

Werden die Letzten die Ersten sein? Spanien, einer der WM-Favoriten, ist beim Auftakt gegen die Schweiz klar Favorit. In der Gruppe F spielt außerdem Honduras gegen Chile. Gastgeber Südafrika will gegen Uruguay punkten.

Humberto Suazo (Chile) gegen David Suazo (Honduras) oder der "Schnuller" gegen den "schwarzen Panther": Die Tagesform der beiden Torjäger könnte beim WM-Duell zwischen Chile und Honduras in Nelspruit den Ausschlag geben. Die beiden Hoffnungsträger namens Suazo waren zuletzt angeschlagen, dürften aber auflaufen können. "Es sieht gut aus, Humberto kann spielen", sagte Chiles Trainer Marcelo Bielsa zum gesundheitlichen Zustand seines Stürmer-Stars. Und auf der Gegenseite ist David Suazo fit für Großtaten: "Ich fühle mich schon viel besser und möchte die drei Spiele bestreiten."

Hinter dem mit Spannung erwarteten Auftritt der beiden "Sorgenkinder" (13.30 Uhr/ARD und Sky) verblasst das mögliche WM-Debüt von Arturo Vidal. Noch ist offen, ob Bielsa den einzigen Bundesliga-Profi in der Startelf einsetzt. Unabhängig davon hegt der bei Bayer 04 Leverkusen zu den Stammkräften zählende defensive Mittelfeldmann einen großen Traum: "Wir kämpfen darum, unter die besten Vier zu kommen." Der 23 Jahre alte Vidal gehörte zu Chiles Auswahl, die 2007 bei der U20-WM den dritten Platz belegte.

Der Stamm des Teams ist weitgehend identisch mit jener Erfolgsmannschaft. Darauf, auf der souveränen WM-Qualifikation als Gruppenzweiter in Südamerika hinter Rekord-Weltmeister Brasilien und einem gesunden Suazo ruhen die großen Hoffnungen der Chilenen. Der verniedlichend "el chupete" (der Schnuller) genannte bullige Stürmer des spanischen Erstligisten Real Saragossa trug als Torschützenkönig mit zehn Treffern in der Qualifikation entscheidend zur ersten WM-Teilnahme seit zwölf Jahren bei.

Spanien - Schweiz

Die Letzten wollen die Ersten sein: WM-Favorit und Europameister Spanien greift ins Turniergeschehen ein - gegen die Eidgenossen von Trainer Ottmar Hitzfeld. Der seit November 2006 nur einmal besiegte Europameister gilt als klarer Favorit für das Spiel in Durban (16.00 Uhr/ARD/Sky). Von bisher 18 Vergleichen mit der Schweiz gewann Spanien 15 und spielte dreimal Remis. Trotz dieser Zahlen gibt sich Trainer Vicente del Bosque bescheiden: "Unser ganzes Augenmerk gilt dem ersten Spiel. Ich rede jetzt noch nicht vom Achtelfinale."

Personell sieht es bei Spanien bestens aus. Mittelfeldmann Andrés Iniesta erhielt nach überstandener Muskelverletzung grünes Licht von den Ärzten. Der wegen einer Meniskusoperation acht Wochen lang ausgefallene Fernando Torres ist wieder fit. Der Trainer wird den Stürmerstar des FC Liverpool aber wohl schonen und in EM-Torschützenkönig Villa nur eine echte Spitze aufbieten. Ihr Kurzpassspiel "Tiki-Taca" ziehen die Spanier ohnehin unabhängig von Aufstellung und Taktik durch.

Hitzfeld verzichtet auf die verletzten Alexander Frei und Valon Behrami. Der "Nati"-Coach möchte seine beiden Stützen schonen, damit sie im zweiten Spiel gegen Chile wieder hundertprozentig fit sind. "Gegen Spanien müssen wir vor allem läuferisch an unsere Grenzen gehen", sagte Hitzfeld. "Und wir werden wohl ein, zwei Tore machen müssen, um zu bestehen."

Südafrika - Uruguay

Gastgeber Südafrika schwankt vor seinem zweiten Spiel zwischen Euphorie und Angst. Mit einem Sieg am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und Sky live) gegen Uruguay könnte Bafana Bafana einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. Bei einer Pleite droht Südafrika das erste Vorrunden-Aus eines Gastgebers bei einer WM-Endrunde und der Stimmungstod für das gesamte Turnier.

Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat vor dem ersten "Endspiel" alles getan, um den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen und die Spieler sogar zu einem Kurzurlaub nach Hause geschickt. "Es war wichtig, dass sie mal abschalten und etwas entspannen können", sagte der 67-Jährige. Parreira ist von einem guten Auftritt seines Teams im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria überzeugt. "Die Mannschaft hat sich beim 1:1 im Eröffnungsspiel gegen Mexiko freigespielt. Sie wird gegen Uruguay von Beginn an mutiger und selbstbewusster auftreten", äußerte der Brasilianer, der 1994 mit seinem Heimatland den WM-Titel holte.

Die Begegnung gegen Uruguay findet an einem historischen Tag statt. Am 16. Juni 1976 begehrten Jugendliche in Soweto gegen die Apartheid auf. "Das ist ein bedeutendes Datum für das Land", sagte der frühere Dortmunder Steven Pienaar: "Wir wollen dafür sorgen, dass die Menschen Mittwochabend auf den Straßen feiern können."

Bei den Südamerikanern, die Vize-Weltmeister Frankreich zum Auftakt ein 0:0 abgetrotzt haben, gab sich Nationalcoach Oscar Tabarez nach der Kritik an seiner Aufstellung zugeknöpft. Die Pressekonferenz, in der Tabarez zwei Änderungen in der Startelf und eine offensivere Formation ankündigte, dauerte nur fünf Minuten. "Ich habe die Aufstellung der Charakteristik des Gegners und der Umstände für dieses Spiel angepasst", äußerte der 63-Jährige und verschwand. Diego Forlan, gegen Frankreich auffälligster Akteur, soll hinter den Spitzen agieren. Mittelfeldspieler Nicolas Lodeiro ist nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt.

DPA/SID / DPA

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