Fußball-WM 2010 Verkaufsschlager DFB-Trikot in der Schlacht der Ausrüster


Schwarz und Weiß sind wieder in: Das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat sich nach dem geglückten WM-Start zum Verkaufsschlager entwickelt.

Schwarz und Weiß sind wieder in: Das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat sich nach dem geglückten WM-Start zum Verkaufsschlager entwickelt. Innerhalb von einer Woche steigerte sich der Absatz in Deutschland um 74 Prozent. Drei von vier verkauften Fußball-Trikots sind derzeit Shirts der DFB-Auswahl.

In den aktuellen Trikot-Charts belegt die Nationalmannschaft damit die ersten sechs Plätze. Mit Abstand am beliebtesten ist das weiße Heimtrikot, das vor WM-Beginn von einer Jury der Mediadesign Hochschule zur modischsten Spielbekleidung bei der WM gewählt wurde. Dahinter folgen die schwarze Auswärts-Variante und das Heimtrikot für Kinder.

Derweil hat in Südafrika der Kampf der Ausrüster begonne. Der Branchen-Riese aus den USA führt den Kampf der Ausrüster auf ganz breiter Front. Nike, benannt nach der griechischen Siegesgöttin, lässt seine Fußball-Stars wie Cristiano Ronaldo und Wayne Rooney auf einer zur Videowand umfunktionierten Fassade eines Hochhauses in der City von Johannesburg erscheinen. Auch Mesut Özil blickt von dort an Spieltagen der DFB-Auswahl nach Einbruch der Dunkelheit überlebensgroß auf die Straßen - obwohl die DFB-Auswahl ja normalerweise drei Streifen bevorzugt.

Die deutschen Branchengrößen adidas und Puma sind weniger präsent, spielen bei der WM in Südafrika aber ebenfalls auf Sieg. "Ich denke, dass wir hervorragend aufgestellt sind. Wir rüsten zwölf Teams aus, mehr als jeder andere in Südafrika", betont adidas-Chef Herbert Hainer. Wenn am Ende eine Drei-Streifen-Team Weltmeister wird, ist für die Herzogenauchracher viel erreicht. Und der Konzern kann nach der Kritik an seinem WM-Ball positive Schlagzeilen gut gebrauchen.

Hainer ist überzeugt, dass sein Unternehmen strategisch gut ausgerichtet ist. In Europa kooperiere man mit Deutschland und Europameister Spanien, in Asien mit Japan, in Lateinamerika mit Argentinien und auf dem Schwarzen Kontinent mit WM-Gastgeber Südafrika. "Wir werden dieses Mal bei der WM einen adidas-Sieger sehen", glaubt Hainer, zu dessen Portfolio unter anderem auch Frankreich gehört - aber nicht mehr lange.

Europas größter Sportartikelkonzern erhofft sich durch die WM für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung um einen mittleren einstelligen Prozentsatz. Selbstbewusst gaben die Herzogenauracher an, dass sie beim Verkauf von Fußball-Artikeln einen Rekorderlös von über 1,3 Milliarden Euro anvisieren. 2006 zur WM im eigenen Land waren es 1,2 Milliarden Euro. Schon im ersten Quartal 2010 wurde der Gesamtumsatz um 4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert.

Konkurrent Nike gibt sich selbstverständlich kämpferisch: "Wir sind bei der WM so stark vertreten wie noch nie, und wir treiben so viel Aufwand wie noch nie", versichert Nike-Chef Charlie Denson. Der Branchenführer wird bei der WM zehn Mannschaften ausrüsten, darunter Rekord-Weltmeister Brasilien, Niederlande, Portugal und England mit der hauseigenen Marke Umbro.

Die Amerikaner haben ihren Einfluss auf dem Fußball-Markt verstärkt. Nachdem der Millionen-Deal mit dem DFB geplatzt war, konnte Nike dem deutschen Konkurrenten adidas für die Zeit ab 2011 Frankreich wegschnappen. Das Unternehmen gab außerdem zum ersten Mal konkrete Zahlen bekannt: Das Geschäft mit Fußballartikeln (Bälle, Trikots) ist demnach mit rund 1,3 Millarden Euro Umsatz ähnlich einträglich wie bei adidas.

Die Position von Nike als weltweite Nummer eins auf dem gesamten Sportartikel-Markt ist weiter unangefochten. Dort lag der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr bei 15,1 Milliarden Dollar, adidas kam 2009 auf 10,4 Milliarden Euro.

Für Puma hat sich der Erfolg bei der WM 2006 in deutschland ausgezahlt - das Unternehmen rüstet unter anderem Weltmeister Italien aus. "Das Italien-Trikot mit den vier Sternen war der Renner. Wir mussten Sonderschichten fahren", sagt Sprecher Ulf Santjer. Im abgelaufenen Jahr erzielte "Titelverteidiger" Puma im Bereich Teamsport ein zweistelliges Umsatzplus, hat für die WM vor allem aber ein Ziel: "Wir wollen mit dieser WM unsere Rolle als Nummer drei festigen", sagt Santjer.

PR-strategisch betrachtet Puma die WM als "Heimspiel". Vier der sechs afrikanischen Mannschaften stehen beim kleineren Welt-Konzern aus Herzogenaurach unter Vertrag. Seit den 90-er Jahren kooperiert die Marke mit afrikanischen Verbänden. "Ein WM-Sieger aus Afrika in Puma - das wäre das Größte", sagte Santjer. - Die Ausrüster bei der WM in Südafrika:

SID SID

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