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Wolfsburg, BVB, Werder und Co.: Der unheimliche Erfolg der Kappa-Teams

Der Sportausrüster Kappa scheint ein Gefühl für erfolgreiche Entwicklungen im Fußball zu haben. In den vergangenen Jahren waren meist Kappa-Teams erster Bayern-Verfolger. Geplant war das nie.

Kevin de Bruyne jubelt über den Sieg im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund - und trägt Kappa

Kevin de Bruyne jubelt über den Sieg im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund - und trägt Kappa

Natürlich kann da eigentlich nichts dran sein. Natürlich sind Teams, die Trikots vom Ausrüster Kappa bekommen, nicht automatisch erfolgreicher als andere Mannschaften. Das beste Gegenbeispiel ist der FC Bayern, der gewinnt schließlich immer und trägt Trikots von Adidas. Außerdem stieg der 1.FC Kaiserslautern 2006 mit Kappa-Trikots ab. Und doch. Es gibt da diese seltsamen Parallelen bei Kappa-Mannschaften in den vergangenen 15 Jahren.

Fans von Werder Bremen und Borussia Dortmund jedenfalls dürften mit einem weinenden Auge zugeschaut haben, als Kevin de Bruyne und Co. mit dem VfL Wolfsburg am Wochenende den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel stemmten. Diese beiden im Sitzen aneinander lehnenden Menschen im Ausrüster-Logo auf dem VfL-Trikot - daran haben auch Werder und der BVB sehr gute Erinnerungen - Titelerinnerungen.

Meisterhafte Werder- und BVB-Jahre

Beide Clubs verbinden Geschichten mit Kappa, beide Geschichten ähneln sich. 2000 übernahm Kappa als Sponsor von Werder Bremen und stieg damit in der Bundesliga ein - Werder hatte da gerade einen neuen Trainer gefunden, der anschließend eine Ära prägen sollte: Thomas Schaaf. Zuvor war Werder jahrelang plan- und ziellos durch die Liga gewackelt, doch unter Thomas Schaaf und Klaus Allofs fand der Verein wieder in die Spur, spielte wieder international und gewann 2004 das Double. In den Jahren darauf war Werder Dauergast in der Champions League, erreichte das Europa-League-Finale, gewann 2009 noch einmal den Pokal. Der schleichende Niedergang setzte erst danach ein - da stand dann ein neues Sponsor-Emblem auf der Brust. Es war der Anfang vom Ende der Ära Thomas Schaaf.

Beim BVB klingt die Geschichte eigentlich genauso. Der Verein schrammte knapp an der Insolvenz vorbei, präsentierte 2008 einen neuen Trainer, der eine Ära prägen sollte: Jürgen Klopp. Und wie es der Zufall so wollte, beendete Werder Bremen die Zusammenarbeit mit Kappa. Und der Sponsor prangte seit 2009 bei Borussia Dortmund auf der Brust. Der BVB startete seine Renaissance, wurde 2011 Deutscher Meister, holte sich 2012 das Double. Seit 2013 trägt er Trikots einer anderen Marke. Es ging zunächst weiter bergauf - bis ins Champions-League-Finale. Und doch gab es mit neuem Trikot-Ausrüster für den BVB noch keinen Titel, dazu kam zuletzt ein leichter Niedergang. Auch die Ära Jürgen Klopp ist in Dortmund mittlerweile zu Ende.

Sieben Titel in zwölf Jahre

In der abgelaufenen Saison spielten zwei Mannschaften mit Kappa-Trikots. Es waren die beiden Überraschungsteams des Jahres. Der VfL Wolfsburg wurde Vizemeister und Pokalsieger, Borussia Mönchengladbach starker Dritter. Man musste etwas schmunzeln als Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, vor zwei Jahren den Deal mit Kappa unterzeichnete und anschließend sagte: "Kappa weiß, wie Erfolg geht". Es klang zu sehr nach der üblichen Werbefloskel. Doch nun muss man erneut schmunzeln. Gladbach spielte die beste Saison seit fast 30 Jahren. Der Wolfsburger Pokalsieg war der vierte eines Kappa-Teams in den vergangenen zwölf Jahren (die übrigen Titel gingen an Adidas-Teams).

In der Meisterschaft holten sich Kappa-Teams seit 2004 immerhin dreimal die Schale, siebenmal ging der Titel an Adidas, je einmal an Nike und Puma. Kappa ist im internationalen Markt eher ein kleiner Ausrüster, daher ist der Erfolg umso überraschender. Fragt man beim italienischen Ausrüster nach dem Erfolgsgeheimnis, bekommt man eine bescheidene Antwort: "Es war natürlich auch viel Glück dabei, das konnte man nicht planen", sagt Cornelia Schmidt. Sie ist als Geschäftsführerin für Deutschland zuständig, "wir freuen uns für die Vereine und wir hatten das Glück, dass wir mit dem Erfolg der Vereine wachsen durften."

Gladbach und Wolfsburg lauern

Nach dem Wolfsburger Pokal-Triumph stellt sich natürlich noch die Frage, welcher der beiden aktuellen Kappa-Clubs die Geschichte von Werder und dem BVB fortschreibt. Fest steht bislang nur: Sowohl bei Wolfsburg als auch bei Gladbach ist die Chance auf eine lange, erfolgreich Trainer-Ära jedenfalls nicht unwahrscheinlich.

Felix Haas

Wissenscommunity