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WM-Public Viewing: Wo Fans die besten Feste feiern

Zehntausende werden in Deutschland das nächste WM-Spiel ihrer Nationalmannschaft gegen Serbien auf Großbildleinwänden verfolgen. Mehrere Städte locken mit besonderen Fanmeilen.

Von Till Bartels

Ganz Deutschland hofft auf ein neues Sommermärchen. Vier Jahre nach der WM in Deutschland werden die Public Viewing Areas wieder zu Orten der kollektiven Fußballbegeisterung. An vorderster Front steht die deutsche Hauptstadt. Von der Berliner Fanmeile war bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine Welle der Begeisterung auf ganz Deutschland übergeschwappt. Bis zu eine Million Menschen hatten sich bei Spitzenspielen auf der Straße des 17. Juni versammelt.

Doch beim Public Viewing muss das Wetter stimmen. In den kommenden Tagen stehen uns turbulente Zeiten bevor. Während die Temperaturen im Nordosten am Donnerstag und Freitag auf 25 bis 29 Grad klettern, deutet sich zum Wochenende in ganz Deutschland herbstlich kühler Wetter an. Im Süden besteht zudem von Donnerstag auf Freitag Unwettergefahr. Zum nächsten Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft am Freitag ab 13.30 Uhr ist im Norden viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen zur rechen, südlich des Mains dominieren die Wolken. Sie bringen weitere Schauer und Gewitter. "Public Viewing unter freiem Himmel wird hier zu einer feuchten Angelegenheit", prognostiziert Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Das offizielle Fifa Fanfest in Berlin

Auch in diesem Jahr will Berlin wieder als Mutter aller Fanpartys auftrumpfen - südafrikanische Vuvuzela-Tröten sind allerdings verboten. Die Stadt gehört zu den sechs Metropolen weltweit, die sich als offizielle Gastgeber des Weltverbandes Fifa präsentieren dürfen. "Wir sind in der ersten Liga der Fanmeilen", so ein Senatssprecher.

Vor dem Olympiastadion werden bis zum 18. Juni die Spiele auf einer 80 Quadratmeter großen Video-Leinwand für maximal 35.000 Zuschauer gezeigt. Vom 23. Juni bis zum Finale am 11. Juli wird die Partymeile täglich auf der Straße des 17. Juni öffnen. Im Gegensatz zur letzten WM werden Bühne und Großleinwand nicht direkt vor dem Brandenburger Tor aufgebaut, sondern an der Siegessäule. US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama hatte hier mitten im Berliner Tiergarten 2008 seine Rede gehalten. Sollten mehr als 200.000 Menschen zusammenkommen, kann die Partymeile problemlos in Richtung Brandenburger Tor erweitert werden.

Feiern in Hamburg

In der Hansestadt steigen die WM-Partys auf dem Heiligengeistfeld. Der Hyundai Fan Park Hamburg gehört neben Berlin zum größten Public Viewing-Ereignis in Deutschland. Mehr als 70.000 Fußball-Fans können auf dem 80 Quadratmeter großen LED-Bildschirm die Spiele verfolgen. Im Gegensatz zu vielen anderen Fanmeilen werden auf dem Heiligengeistfeld alle WM-Spiele von der Vorrunde bis zum Finale übertragen.

Der Eintritt ist kostenlos, allerdings sollte man lange vor dem Anstoß erscheinen. Die afrikanischen Vuvuzuela-Tröten sind aus Lärmschutzgründen nicht erlaubt, ebenso Glasflaschen und Dosen. Zur Sicherheit werden alle Besucher am Eingang kontrolliert. In kleinem Umfang dürfen Speisen und Getränke mitgebracht werden.

Live-Übertragung gibt es auch in anderen Städten der Republik, wenn auch in deutlich kleinerem Umfang. Eine weitere Fanmeile unterhält der koreanische Hyundai-Konzern bis zum 11. Juli in Dresden am Königsufer. In Frankfurt steigt die Fußballparty in der Kia City Arena auf dem Rossmarkt.

München und Ruhrgebiet

In Bayern treffen sich die Fußballfans im Münchner Olympiastadion. Die Arena bietet Platz für 35.000 Personen. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Public Viewings werden nur die Spiele der deutschen Nationalmannschaft und das Endspiel übertragen. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro für Erwachsene.

In den Fußballhochburgen des Ruhrgebiets wird ebenfalls mitgefiebert, wenn die deutsche Elf antritt. So in der Dortmunder Westfalenhalle und in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Am Sonntagabend sahen in Nordrhein-Westfalen 10.000 Fans in die Kölner Lanxass-Arena und 7000 Menschen in der Düsseldorfer Esprit-Arena die Tore von Podolski, Klose, Müller und Cacau.

Wer in den nächsten Wochen nach Mallorca in den Urlaub fliegt, muss auf ein Fanfest nicht verzichten. Zum WM-Auftakt des Löw-Teams feierten am Sandstrand von Palma de Mallorca in Deutschlandfahnen gehüllte Touristen bei Sonne und 25 Grad. Die Großdiskothek Megapark verzeichnete ab 17 Uhr einen Riesenandrang. Unter den 6000 Feriengästen sorgten Jürgen Drews, Costa und Luca Cordalis für WM-Stimmung. "Hier ist auch der Teufel los", so ein Urlauber. In Johannesburg ist dagegen der Winter eingekehrt. Nachts fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt.

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