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Das müssen Sie zur WM-Nacht wissen: Russlands Torhüter greift schlimm daneben

Brasilien singt, weint - und pfeift die eigenen Spieler aus: Gegen Mexiko kommt die Seleção nicht über ein 0:0 hinaus und zeigt Anzeichen einer Krise. Russlands Keeper patzt derweil gegen Südkorea.

Von Carina Braun und Tim Schulze

Friede, Freude, Eierkuchen herrscht im deutschen Lager nach dem überragenden 4:0 gegen Portugal - wäre da nicht die causa Hummels, der an einer Oberschenkelprellung laboriert. Die Brasilianer singen noch immer lauter als alle anderen, finden aber im mexikanischen Keeper Ochoa ihren Meister - und ernten Pfiffe von den eigenen Fans. Im Spiel Russland - Südkorea patzte derweil der russische Keeper schlimm. Wer war der Gewinner, wer der Verlierer des Abends? Und was war nochmal das dritte Spiel? Die wichtigsten Antworten zur Fußball-Nacht im Überblick.

So liefen die Spiele

Belgien - Algerien 2:1 - Hier geht's zum Spielbericht.
Brasilien - Mexiko 0:0 - Hier geht's zum Spielbericht.
Russland - Südkorea 1:1 - Hier geht's zum Spielbericht.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das Tor des Abends? Wäre sicher zwischen Brasilien und Mexiko gefallen, hätte nicht Guillermo Ochoa den Brasilianern den Abend versaut und in der 26. Minute Neymars Kopfball von der Linie gefischt. Überhaupt: Ochoa. Der mexikanische Keeper ist auch "Gewinner des Tages" - siehe unten. Er vereitelte alles, was ihm so vor die Nase kam.

Der Aufreger des Abends

Sind wir ehrlich: Leichter wäre es an diesem Spieltag gewesen, den Langweiler zu küren, denn dafür hätte sich zumindest die erste Halbzeit des Mitternachtsspiels zwischen Russland und Südkorea prächtig angeboten. So aber müssen wir mal wieder über brasilianische Schwalben reden. In der 89. Minute hebt Marcelo nach Annäherung von Jimenez im Strafraum ab und fordert noch im Fallen einen Elfer. Gut, dass der fade Beigeschmack des Auftaktspiels dieser Partie erspart bleibt. Schiedsrichter Cüneyt Çakir bleibt unbeeindruckt und lässt weiterlaufen.

Das sagt das Stern_Sofa

So hat das Stern_Sofa die Begegnung im WMWohnzimmer gesehen.

Gewinner des Abends

Klar, Ochoa, Ochoaaa, der Mexikaner, der gegen die Brasilianer das Unentschieden festhielt, war der auffälligste Mann des Spieltags. Nicht weniger wichtig aber waren die Entscheidungen des belgischen Trainers Marc Wilmots. Unter Experten immerhin als geheimer Mitfavorit gehandelt, lag seine Mannschaft gegen Algerien zur Halbzeit nicht nur überraschend hinten, sondern brachte auch so gut wie nichts zustande. Der ehemalige Schalker schritt zur Tat und bewies mit der Einwechslung von Marouane Fellaini und Dries Mertens ein goldenes Händchen: Beide Joker trafen.

Verlierer des Abends

... ist auch ein Torwart: Igor Akinfejew, der russische Keeper, öffnete in der 68. Minute die Arme und ließ einen sanften Schuss des Südkoreaners Lee Keun-Ho an sich vorbeiziehen. Ein Wahnsinns-Patzer. Reporter Thomas Wark taufte Akinfejew dann auch gleich "Fliegenfänger".

Aber auch auf diese Trophäe gibt es diesmal zwei Bewerber, denn da ist ja noch Fred. Man darf nach der prominenten Auftaktschwalbe ja ruhig mal ein bisschen genauer hinschauen, wenn er spielt. Und siehe da: Während der Partie war von dem Stürmer derart wenig zu sehen, dass er unter Pfiffen den Platz verließ. Kaum war er ausgewechselt, passierte selbiges auch mit der Mannschaft: Brasilien drückte plötzlich, drängte gen Strafraum, kam zu Chancen. Die Twitter-Gemeinde reagierte: schadenfroh.



Bild des Abends

Wie läuft's bei Deutschland?

Joachim Löw genoss das frühmorgendlichen Joggen am Strand in Santo André diesmal ganz besonders. Mit dem berauschenden Sieg gegen Portugal hat sein Team die ganze Welt beeindruckt. Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona meinte in einem Interview sogar, dass "Deutschland Angst macht" und gegen Portugal "die Perfektion gestreift" habe. Thomas Müller ist der aktuelle Superstar des Turniers, die Netzwelt lästerte ordentlich über den jammernden Cristiano Ronaldo. Und dann war auch noch die Kanzlerin in der Kabine. Alles gut also? Nicht ganz. Der Einsatz von Mats Hummels gegen Ghana ist gefährdet. Eine gemeine Prellung plagt den Innenverteidiger. Sein Ausfall wäre ärgerlich, aber auch kein Weltuntergang.

Frage des Abends: Wie stark ist Brasilien?

Man darf es mal so klar und unparteiisch sagen: Wir waren besser. Und man muss es mal ebenso klar und unparteiisch sagen: Die Holländer waren's auch. Die Brasilianer spielten besser als in der ersten Partie, zeigten aber Schwächen im Aufbau, dazu schlechte Chancenverwertung - die drängende Konsequenz der Oranje fehlte ebenso wie die Unberechenbarkeit eines Thomas Müller. Zu statisch, zu erwartbar die Brasilianer, vor allem zu Beginn schien das Luxusensemble unter dem Druck der Erwartungen zu erstarren und fand kaum Wege zum Tor. Zwar drehte die Seleção zum Ende hin auf und erspielte sich gute Möglichkeiten. Die vielbeschworene brasilianische Leichtigkeit sieht aber anders aus.

Das dürfen Sie heute nicht verpassen

Ach, wie schön, dass WM ist. Es vergeht kein Tag ohne großes Drama. Am Mittwoch geht es zum Beispiel für Spanien schon ums Ganze. Nach dem Debakel gegen die Niederlande muss der Titelverteidiger gegen die starken Chilenen drei Zähler holen, sonst droht das frühe Aus. Oranje bekommt es mit Australien zu tun - eine lösbare Aufgabe für unsere Nachbarn. Außerdem greift Volker Finke mit Kamerun gegen Kroatien nach dem letzten Strohhalm, um das Vorrundenaus doch noch abzuwenden.

Australien - Niederlande (18 Uhr)
Spanien - Chile (21 Uhr)
Kamerun - Kroatien (0 Uhr)


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