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WM 2014 Uruguay erreicht Achtelfinale - Suárez beißt wieder zu


Italien weint: Mit zehn Mann hat die Squadra Azzurra 0:1 gegen Uruguay verloren. Damit stehen die Südamerikaner im Achtelfinale. Allerdings übersah der Schiedsrichter eine Beißattacke durch Suárez.

Diego Godin hat Ex-Weltmeister Uruguay ins WM-Achtelfinale geköpft und den Vorrunden-K.o. des viermaligen Champions Italien besiegelt. Im entscheidenden letzten Gruppenspiel am Dienstag gewannen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) gegen das eine halbe Stunde in Unterzahl spielende Italien. Die Azzurri scheiterten damit zum zweiten Mal hintereinander nach 2010 in der WM-Vorrunde. Vor 39.706 Zuschauern in der Arena das Dunas in Natal erzielte Abwehrspieler Godin neun Minuten vor dem Ende das ntscheidende Tor für Uruguay, das die Gruppe D als Zweiter hinter dem starken Außenseiter Costa Rica beendete und am Samstag im Achtelfinale in Rio de Janeiro antritt. Bei Italien sah Claudio Marchisio wegen groben Foulspiels die Rote Karte (59. Minute).

Für den negativen Höhepunkt einer Partie mit vielen Fouls sorgte Uruguays Stürmerstar Luis Suárez, dessen Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini in der 79. Minute vom mexikanischen Schiedsrichter Marco Rodriguez nicht geahndet wurde. Zwei Minuten später sorgte Godin für die Entscheidung, als er einen Eckball von Gaston Ramirez per Kopf im Tor der Italiener unterbrachte.

Die sportliche Führung der Italiener zog unmittelbar nach dem Spiel Konsequenzen. Trainer Cesare Prandelli und Verbandschef Giancarlo Abete erklärten ihren Rücktritt - gefrustet und voller Wut auf Wiederholungstäter Suarez. "Es ist eine Schande", schimpfte der tief getroffene Prandelli bei seiner Abschieds-Adresse in Natal. Uruguays Coach Oscar Tabarez behauptete, nichts gesehen zu haben. "Es geht um die WM, nicht um die Moral", meinte er lapidar.

Um das gegen Costa Rica maue Angriffsspiel seiner Mannschaft zu beleben hatte Coach Cesare Prandelli Angreifer Mario Balotelli den künftigen Dortmunder Ciro Immobile an die Seite gestellt. Doch auch mit Doppelspitze fehlte den Azzurri in der Offensive jegliche Durchschlagskraft. Dabei machte die Squadra trotz der hohen Temperaturen um 28 Grad einen frischeren Eindruck als zuletzt und verfügte in Andrea Pirlo über einen exzellenten Ballverteiler.

Der 35-Jährige holte sich die Bälle oft weit hinten, um das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln, doch zwingende Chancen blieben in einer von vielen erbitterten Zweikämpfen geprägten Partie trotz leichter Feldvorteile aus. Noch die beste Gelegenheit besaßen die Italiener bei einem Pirlo-Freistoß aus gut 30 Metern, den Uruguays Schlussmann Fernando Muslera mit Mühe über die Latte lenkte (12.).

Auch Uruguays Coach Oscar Tabarez ließ seine Mannschaft erstmals im Turnier im 3-5-2-System spielen. Obwohl sie unbedingt gewinnen mussten, investierten die Südamerikaner aber nur wenig in das Spiel. In der Spitze wurde immer wieder der gegen England zweimal erfolgreiche Suarez gesucht, doch der Angreifer sah sich meist mehreren Abwehrspielern der Squadra gegenüber.

Erst in der 33. Minute entzog sich der Superstar seinen Bewachern nach einem Doppelpass mit Edinson Cavani, konnte den glänzend reagierenden Gianluigi Buffon im Tor der Italiener aber aus spitzem Winkel nicht bezwingen. Auch beim Nachschuss von Nicolas Lodeiro war der gegen Costa Rica nicht fehlerfreie Keeper auf dem Posten.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte nahm Prandelli seinen Gelb-Sünder Balotelli vom Feld, brachte in Marco Parolo einen defensiven Akteur und stellte auf ein 3-6-1 um. Die Folge war noch mehr Ballgeschiebe im Mittelfeld. Erst in der 58. Minute gab es den nächsten Aufreger des Spiels durch Cristian Rodriguez, der zwei Italiener stehen ließ, aber knapp an der langen Ecke vorbeischoss. Wenig später war das Spiel für Marchisio beendet, der nach einem Tritt gegen Egidio Arevalo vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.

In Überzahl gaben die Urus ihre Zurückhaltung auf und erhöhten den Druck. In der 66. Minute verhinderte Buffon gegen Suarez das drohende 1:0 für den Weltranglisten-Siebten, der in der Schlussphase mit Macht auf das Siegtor drängte und schließlich durch Godin erlöst wurde.

Miriam Schmidt/DPA DPA

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