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Nach homophoben Äußerungen Leon Goretzka kritisiert katarischen WM-Botschafter: "Menschenbild aus einem anderen Jahrtausend"

Leon Goretzka
Leon Goretzka vor einem Champions-League-Spiel seines FC Bayern München
© Imago Images
Leon Goretzka hat deutliche Worte über die homophoben Aussagen eines WM-Botschafters aus Katar gefunden. Auch Hasan Salihamidzic übte Kritik. Mit Blick auf das Katar-Sponsoring beim FC Bayern gab er sich zurückhaltend.

Leon Goretzka hat die homophoben Äußerungen des katarischen WM-Botschafters (der stern berichtete) scharf kritisiert. "Das ist schon sehr beklemmend, muss man sagen. Das ist einfach ein Menschenbild aus einem anderen Jahrtausend", sagte der 27-jährige Bayern-Profi und Nationalspieler Goretzka nach dem 6:1 seines FC Bayern gegen Werder Bremen. "Das ist nicht das, wofür wir stehen wollen und was wir vorleben. Es ist absolut inakzeptabel, so eine Aussage zu treffen."

Das betonte auch Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Die Aussage ist einfach inakzeptabel", sagte er in der Nacht zum Mittwoch. Auslöser des Wirbels waren Aussagen von Khalid Salman, der zu den offiziellen Botschaftern des am 20. November in Katar beginnenden Turniers zählt. Er hatte in einer ZDF-Doku gesagt, dass Schwulsein verboten sei, weil es ein geistiger Schaden sei. Er habe vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen ist Schwulsein "haram" und verboten, meinte Salman. "Es ist ein geistiger Schaden." Das Interview wurde sofort durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Fans sehen Katar-Sponsoring beim FC Bayern kritisch

Angesprochen darauf, ob solche Aussagen das Kalkül des FC Bayern hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Qatar Airways beeinflussen könnten, gab sich Salihamidzic zurückhaltend. "Das ist die Aussage einer einzelnen Person. Darüber müssen wir reden, klar", sagte er. "Aber das ist erstmal eine einzelne Person – und das ist inakzeptabel."

Unter Bayern-Fans wird die Sponsorenbeziehung zu Katar kontrovers diskutiert. Die Club-Verantwortlichen hatten erklärt, dass sie nach der WM über eine Verlängerung der bis zum Sommer 2023 datierten Zusammenarbeit entscheiden wollen. Im Bayern-Fanblock wurden während der Partie gegen Bremen Spruchbänder mit deutlicher Kritik an den Aussagen des katarischen WM-Botschafters gezeigt.

In der Galerie: Was die Fans in der Bundesliga vom umstrittenen WM-Austragungsort Katar halten, haben sie am vergangenen Spieltag auf der Tribüne mit zahlreichen Plakaten zum Ausdruck gebracht: nichts!

rös DPA

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