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WM-Gruppenauslosung: Deutschland im Glück - schlagbare Gegner

Das Losglück ist der deutschen Nationalmannschaft mal wieder treu geblieben. Mit Costa Rica, am 9. Juni 2006 in München, als Gegner im WM-Eröffnungsspiel, sowie Polen und Ecuador erhielt das DFB-Team durchweg lösbare Aufgaben für die Vorrunde.

Mit einem entspannten Lächeln quittierte Klinsmann die Namen der drei Gegner, die dem deutschen Team von den Fußball-Legenden Johan Cruyff, Pele und Lothar Matthäus zugelost wurden. "Wir sind zufrieden. Natürlich hätte es schlimmer kommen können. Wir glauben, es ist eine absolut machbare Gruppe. Jetzt wissen wir, wo wir dran sind und auf was wir hinarbeiten müssen. Jetzt steigt das Fieber. Es ist ein gutes Gefühl", sagte Klinsmann. "Ecuador ist sicherlich ein Brocken. Sie sind sehr heimstark, aber Gott sei Dank spielen wir ja zu Hause. Polen ist auch ein Brocken, aber da müssen wir durch." Auch Franz Beckenbauer, der Präsident des WM- Organisationskomitees, stellte fest: "Für uns hätte es sicherlich schwieriger kommen können."

Erinnerungen an die "Wasserschlacht" von 1974

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel steht das deutsche Team vor einer "lösbaren Aufgabe": "Aber natürlich müssen sich unsere Fußballer gut vorbereiten." Auch der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger war mit der Auslosung rundum zufrieden: "Wir sind gut weggekommen. Wenn ich die anderen Gruppen sehe, wo es richtig geballert hat, da haben wir doch wieder etwas Losglück gehabt. Unsere Mannschaft hat eine sehr gute Chance, in das Achtelfinale zu kommen." Für Rekord-Nationalspieler Matthäus steht fest: "Es ist Pflicht, diese Gruppe als Erster zu überstehen."

182 Tage vor WM-Beginn blieb dem dreimaligen Weltmeister ein erneutes Vorrundenduell mit dem Erzrivalen Niederlande wie bei der EURO 2004 in Portugal erspart. Stattdessen loste der dreimalige Weltmeister Pele dem DFB-Team Polen als europäischen Gegner zu, der die WM-Gastgeber im zweiten Gruppenspiel am 14. Juni in Dortmund fordert.

An Polen hat das deutsche Team gute Erinnerungen. Bei der WM- Endrunde 1974 gelang durch einen 1:0-Sieg in der "Wasserschlacht" von Frankfurt der Einzug ins Finale. In bisher 14 Länderspielen gegen die Osteuropäer gab es für das DFB-Team zehn Siege und noch keine Niederlage. Die letzte Partie am 4. September 1996 endete nach Toren des heutigen Nationalmannschafts-Managers Oliver Bierhoff und Klinsmann mit 2:0. Die Polen werden ihr WM-Quartier in Barsinghausen beziehen.

Duell mit Brasilien frühestens im Halbfinale möglich

Aus Topf zwei zog der Niederländer Cruyff Ecuador als Gegner für das dritte deutsche Vorrunden-Spiel am 20. Juni in Berlin. Gegen den Vierten der Südamerika-Qualifikation hat der DFB bisher noch kein Länderspiel ausgetragen. Gleiches gilt auch für Auftakt-Gegner Costa Rica, der den deutschen Mannschaft von Matthäus beschert wurde. Die Mittelamerikaner hatten die Qualifikation als Dritter der Concacaf-Zone abgeschlossen.

Sollte die Klinsmann-Elf, die ihr Quartier während der WM-Endrunde in Berlin aufschlägt, die Vorrunde als Gruppensieger überstehen, würde sie der Weg zum Achtelfinale am 24. Juni erneut nach München führen. Gegner wäre eine Mannschaft aus der Gruppe B mit England, Paraguay, Trinidad und Tobago sowie Schweden. Die weiteren Stationen auf dem Weg zur ersehnten Endspiel-Teilnahme wären wiederum Berlin (30.6./Viertelfinale) und Dortmund (4.7./Halbfinale).

Als Zweiter der Gruppe A müsste das DFB-Team am 25. Juni zum Achtelfinale in Stuttgart antreten. Weitere Stationen wären dann Gelsenkirchen (1. Juli) und München (5.7.). Eine Neuauflage des WM- Finales von 2002 gegen Brasilien ist frühestens im Halbfinale möglich. Schon bei der Probeziehung am Freitagabend hatte sich das Glückslos für die deutsche Mannschaft angekündigt. Dabei wurden die Schweiz, Ecuador und Saudi-Arabien als Vorrunden-Gegner gezogen.

Heidi Klum in Bestform

In der von FIFA-Mediendirektor Markus Siegler geleiteten Auslosung vor 4000 geladenen Gästen in der Messehalle 1 und geschätzten 320 Millionen Fußball-Anhängern weltweit vor dem TV traf es die Niederlande besonders hart. Die "Oranjes" treffen in der Gruppe C auf den zweifachen Weltmeister Argentinien, Serbien-Montenegro und WM- Neuling Elfenbeinküste. Der als Kopf der Gruppe F gesetzte Titelverteidiger Brasilien trifft auf Kroatien, Australien und Japan. Vor der Auslosung lobte Fifa-Präsident Joseph Blatter die deutschen WM-Organisatoren ausdrücklich. "Ich bin überzeugt, dass aus der 2+ noch eine 1 wird", sagte der Schweizer, der zu Wochenbeginn noch leise Kritik an den Gastgebern geübt hatte.

Bevor Kameruns Ex-Star Roger Milla die knapp 30-minütige Auslosungszeremonie um 21.43 Uhr mit der Festlegung der übrigen sechs Gruppenköpfe eröffnete, präsentierte sich das Gastgeberland in einer knapp einstündigen Show. TV-Moderator Reinhold Beckmann und Top-Model Heidi Klum führten zweisprachig durch das Programm, in dem die Organisatoren das WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" in Bilder umsetzten. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte von Pop-Sänger Juanes und des niederländischen Magiers Hans Klok sowie ein Film von Regisseur Wolfgang Becker zu den Klängen des Bolero von Maurice Ravel.

DPA

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