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Handball: THW Kiel siegt im Spitzenspiel

Es war ein packendes Spitzenspiel und am Ende hatte wie gehabt der THW Kiel die Nase vorne: Der deutsche Handball-Meister siegte beim HSV in Hamburg und steht damit kurz vor dem sechsten Titel in Serie.

Der THW Kiel steht vor dem Gewinn des 16. Meistertitels seiner Vereinsgeschichte. Der Rekord-Champion setzte sich am Samstag im vorentscheidenden Spitzenspiel der Handball-Bundesliga beim bisherigen Tabellenführer HSV Hamburg mit 33:31 (15:14) durch und hat zwei Spieltage vor Schluss einen Punkt Vorsprung vor dem HSV. Angesichts der Tatsache, dass beide Vereine in dieser Saison kaum Punkte abgegeben haben, dürfte eine Vorentscheidung gefallen sein. Den Hamburgern bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit wie 2007 und 2009 nur Platz zwei. Ein Trost ist zumindest der Gewinn des diesjährigen DHB-Pokals. Die Kieler indes haben eine weitere Titelchance: Sie stehen in einer Woche in Köln im Finalturnier der Champions League.

Der Großteil der 13.296 Zuschauer in der seit Monaten ausverkauften O2-Arena verließ enttäuscht die Halle, die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb ging mit hängenden Köpfen in die Kabine: Für sie hat der deutsche Meistertitel in der nach eigenem Bekunden "stärksten Liga der Welt" einen höheren Stellenwert als die Champions-League-Trophäe.

Nervöse Hamburger

Erneut hat sich der HSV damit an Angstgegner THW die Zähne ausgebissen. Erst ein Heimsieg vor sieben Jahren steht auf der Haben-Seite der Hanseaten. Einmal mehr gab der Seriensieger aus Schleswig-Holstein beim Tabellenführer den Ton an und legte so den Grundstein für den sechsten Titelgewinn in Serie.

Die Hamburger hatten vor der stimmgewaltigen Heimkulisse mit den eigenen Nerven zu kämpfen. Immer wieder unterliefen ihnen Fehlabspiele oder technische Schnitzer. Die Kieler, die ohne ihren verletzten Leistungsträger Kim Andersson auskommen mussten, wirkten dagegen gelassener und konzentrierter. Momir Ilic, der wegen einer Kreuzbanddehnung geschont wurde, humpelte lediglich zum Verwandeln von Siebenmetern aufs Feld. Vor allem Filip Jicha war ein Muster an Konstanz. Der Tscheche erzielte acht Tore. Bei den Gastgebern war einmal mehr Hans Lindberg der Mann mit der sicheren Hand: Bei seinen zehn Toren traf er siebenmal vom Siebenmeterpunkt.

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