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Franziska van Almsick: Stationen einer Karriere

Die gescheiterte Mission Gold bei Olympia 2004 bedeutet das tragische Ende einer grossen Karriere: Nach ihren vier olympischen Medaillen von Barcelona 1992 wurde Franziska van Almsick zum "Glamour Girl" des deutschen Sports und zur zweifachen Weltrekordlerin.

Die 26-jährige Berlinerin erlebte in ihrer Karriere viele Höhen wie die Weltbestmarken von Rom 1994 und Berlin 2002 über 200 m Freistil.

Ihre Karriere kennzeichnen aber auch Tiefschläge wie das Ausscheiden in den Vorläufen bei der WM 1994, der EM 1995 in Wien oder den deutschen Meisterschaften 1999 in Leipzig. 1997 brach sie sich bei einem unverschuldeten Motorradunfall das Handgelenk und musste monatelang pausieren. Im Januar 1998 wurde sie Staffel- Weltmeisterin und stürzte bei den Spielen 2000 tief ab. In Athen erfüllte sich ihr Traum vom Olympia-Gold nicht.

Stationen ihrer Karriere:

1992: Sechsfache Jugend-Europameisterin; mit 14 Jahren gewinnt die Berliner «Göre» bei den Olympischen Spielen in Barcelona je zwei Silber- und Bronzemedaillen.

1993: In Sheffield gewinnt Franziska van Almsick sechs Goldmedaillen bei den Europameisterschaften.

1994: Bei der WM in Rom «badet» sie sich als Vorlauf-Neunte aus dem Finale über 200 m Freistil, in das sie durch den Startverzicht von Olympiasiegerin Dagmar Hase nachrückt. Im Endlauf erzielt sie mit 1:56,78 Minuten ihren ersten Weltrekord.

1995: In Wien macht Franziska van Almsick durch umstrittene Äußerungen zu Hitler Schlagzeilen. Erneut schwimmt sie im Vorlauf nur die neuntbeste Zeit und im B-Finale um die Plätze 9 bis 16 Jahres- Weltbestleistung. Mit fünf EM-Titeln kehrt sie nach Berlin zurück.

1996: Als Weltrekordlerin hat sie in Atlanta nur ein Ziel: den Olympiasieg über 200 m Freistil. Doch die später wegen Dopings gesperrte Claudia Poll aus Costa Rica verwehrt ihr die Goldmedaille, Franziska van Almsick gewinnt "nur" Silber.

1997: Bei einem unverschuldeten Motorradunfall zieht sie sich eine schwere Handverletzung zu und fällt monatelang aus. Im November qualifiziert sie sich in Regensburg für die WM 1998 im australischen Perth.

1998: Franziska van Almsick kehrt als Weltmeisterin mit der deutschen 4 x 200-m-Freistilstaffel auf die internationale Schwimm- Bühne zurück.

1999: In Leipzig schwimmt sie sich über 200 m Freistil zum wiederholten Mal als Neunte aus dem Finale, qualifiziert sich aber über andere Strecken für die EM in Istanbul. Dort wird sie Staffel- Europameisterin über 4 x 100 m Freistil und 4 x 200 m Freistil sowie Zweite über 4 x 100 m Lagen und jeweils Achte über 100 m Freistil und 100 m Schmetterling.

2000:In Berlin qualifiziert sich Franziska van Almsick mit 1:59,25 Minuten für die olympische Einzelstrecke über 200 m Freistil. Sydney wird für sie mit dem verpasstem Gold in der Sprintstaffel über 4 x 100 m Freistil und Rang 11 in ihrer Weltrekord-Disziplin zum Debakel. Bronze über 4 x 200 m Kraul ist für die hoch ambitionierte Schwimmerin kein Trost.

2001: Franziska van Almsick trennt sich von ihrem langjährigen Manager Werner Köster. Sie findet in Norbert Warnatzsch einen neuen Trainer.

2002: Bei den deutschen Meisterschaften in Warendorf schwimmt sich die jetzt 24-Jährige an die Weltspitze über 200 m Freistil zurück. 1:57,74 Minuten bedeuten Jahres-Weltbestleistung. Bei den Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt besiegt Franziska van Almsick sich selbst und löscht in 1:56,64 Minuten ihren acht Jahre alten Weltrekord.

2003: In Hamburg wird sie wieder deutsche Meisterin in ihrer Spezialdisziplin, verzichtet aber trotz erfolgreicher Qualifikation auf die WM in Barcelona. Die Vorbereitung auf Olympia 2004 hat absolute Priorität.

2004: Erneut legt sie in Berlin mit 1:58,04 und dem deutschen Meistertitel eine Basis für den angestrebten Olympiasieg. Franziska van Almsick ist für ihre vierten Spiele qualifiziert. Athen beginnt mit Platz vier der Freistil-Sprintstaffel enttäuschend. Im letzten olympischen Einzel-Rennen ihrer Karriere verpasst sie das angestrebte Gold über 200 m Freistil als Fünfte deutlich.

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