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Olympia 2012: Diskuswerfer Robert Harting: Der rockt!

Er ist das Gesicht der deutschen Leichtathletik: Robert Harting. Nun greift der Diskuswerfer nach Gold. Eine Annäherung an einen unbequemen Sportler.

Von Wigbert Löer, London

Nach der jüngsten Medaillenflaute will das deutsche Olympia-Team in London am Dienstag endlich in die Erfolgsspur zurückfinden. Die größten Hoffnungen auf Gold ruhen dabei auf Diskus-Weltmeister Robert Harting, dem ein Versuch reichte, um die geforderte Qualifikationsweite zu übertreffen. Harting ist ein außergewöhnlicher Sportler mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Sein Leben von A bis Z. Fast.

A wie Armut:

Als er zehn war, spielte Robert Harting Handball beim USC Cottbus. Seine Eltern kannten den Trainer und mussten fünf Mark Vereinsbeitrag zahlen. Dann wechselte der Trainer. In Wirklichkeit lag der Beitrag bei 20 Mark, und der neue Trainer sammelte das Geld in der Turnhalle ein. Sein Spieler Robert aber hatte nur fünf Mark mit. "Da hat er mich vor den anderen strammstehen lassen", erinnert sich Harting, "wir seien ja arm wie Kirchenmäuse oder so. Vielleicht sollte das nur ein Spruch sein, aber ich stand da mit meinem hässlichen Fünf-Mark-Stück. Und schon nach dem hatte meine Mutter kramen müssen." Die Eltern verdienten damals wenig. Der Vater, ein früherer Kugelstoßer, der seinen Sport nicht mehr ausüben durfte, weil eine Ex-Freundin in den Westen geflohen war, arbeitete als Offset-Drucker, die Mutter als Krankenschwester. Robert Harting ging nie wieder zum Handball. Seinen Eltern erzählte er, dass ihm Handball keinen Spaß mehr mache. Er schämte sich dafür, dass er arm war.

B wie Bruder: Robert Hartings Bruder Christoph, 22, ist ebenfalls Diskuswerfer. Er wirft auch für den SCC Charlottenburg. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele hat Christoph Harting nicht geschafft.

C wie Cottbus:

Harting wuchs in Cottbus-Sachsendorf auf, einem Stadtteil mit vielen Plattenbauten. Ein paar Jahre nach der Wiedervereinigung, als inzwischen privatisierte Staatsbetriebe dichtmachen mussten, das Kohlekombinat etwa, das Textilkombinat und mehrere Kraftwerke, standen viele der Wohnungen leer. Der Block, in dem Robert Harting aufgewachsen ist, wurde damals abgerissen.

D wie Diskuswerfen:

Ein Diskus ist zwei Kilo schwer und hat einen Durchmesser von 22 Zentimetern. Die Athleten brauchen viel Kraft, aber auch Geschmeidigkeit und ein artistisches Gefühl. Sie müssen fähig sein, einen schweren Körper zur Explosion zu bringen und ihn gleichzeitig fein zu steuern. Entscheidend für die Weite ist die Abwurfphase, sie dauert gerade mal 0,16 Sekunden, in ihr wird die Wurfkraft von den Beinen über Hüfte, Oberkörper, Arm und Hand auf den Diskus übertragen.

E wie Eltern:

Hartings Eltern leben heute im Spreewald. Sein Vater Gerd kann seinen Beruf als Offset-Drucker nicht mehr ausüben, er hatte sich dabei den Rücken ruiniert. Seine Mutter Bettina arbeitet als Krankenschwester weiterhin in Cottbus-Sachsendorf.

F wie Freunde:

Robert Harting sagt von sich, er habe zwei richtig gute Freunde. Von seiner langjährigen Freundin trennte er sich vergangenes Jahr.

G wie Gesicht:

Robert Harting ist seit einiger Zeit das Gesicht der deutschen Leichtathletik. In der deutschen Olympiamannschaft ist er einer der prominentesten Sportler. Von seiner Platzierung im Diskus-Finale hängt auch das Gesamtergebnis der deutschen Leichtathletik ab, die zuletzt bei Spielen in Peking und Athen kaum Medaillen gewann.

K wie Konkurrenten:

Der größte Gegner in London ist wohl Gerd Kanter, ein Este, der vor vier Jahren in Peking Gold holte und am Montag in der Qualifikation 66,39 Meter warf - 17 Zentimeter mehr als Harting. Doch auch mit anderen Athleten ist zu rechnen. Harting nennt als größte Konkurrenten neben Kanter Virgilijus Alekna aus Litauen und den Polen Pjotr Malachowski. Mit Martin Wierig hat sich ein weiterer Deutscher für das Finale qualifiziert. Doch der Magdeburger dürfte Harting nicht gefährlich werden.

M wie Maße:

Harting ist 2,02 Meter groß und wiegt 128 Kilo. Seine Spannweite beträgt 2,08 Meter, seine Kragenweite 48 Zentimeter.

Von Provokationen bis zu Zufriedenheit: Auf der nächsten Seite lesen Sie über Hartings eher ungewöhnliches Studienfach.

P wie Provokation: Robert Harting sagte einmal über Clemens Prokop, den Präsidenten des Deutschen Leichtathletikverbandes: "Leute wie unseren Präsidenten brauchste eigentlich nicht." Als provokanter wird aber ein Satz wahrgenommen, den er 2009 während der WM in Berlin sagte. Dopinggegner hatten damals undurchsichtige Pappbrillen verteilt. Damit wollten sie Blindheit gegenüber verbotenen Substanzen verdeutlichen. Und Harting, wütend, weil ihm vorgehalten wurde, mit dem früheren DDR-Trainer Werner Goldmann zusammenzuarbeiten, sagte vor laufenden Kameras: "Ich hoffe, wenn der Diskus aufkommt, dass er dann noch mal in die Richtung dieser Brillen springt. Dann gibt es wirklich nichts mehr zu sehen." Am Tag drauf holte er mit dem letzten Wurf Gold, zerriss sein Trikot und legte vor den Kameras den Finger auf den Mund. "Dopingopfer müssen Großereignisse nutzen, nur dann hört man ihnen zu, das weiß ich schon, das ist auch in Ordnung", sagt Harting heute dazu. Sicher habe er die falschen Worte gewählt. "Ich habe mich eben gefragt, warum ich etwas verbrochen habe, nur weil ich mit meinem Trainer zusammenarbeite."

S wie Studium:

Robert Harting studiert seit drei Jahren an der Universität der Künste, einer Elite-Hochschule in Berlin-Charlottenburg. An der Fakultät für Gestaltung belegt er das Fach Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Er sagt, er wolle "verstehen, warum Menschen sich wie entscheiden". Als Arbeitsprobe war ein Selbstporträt verlangt, mit dem qualifizierte Harting sich für eine vierstündige Klausur über den Niedergang der klassischen Medien. Harting schrieb und zeichnete, und der Professor kommentierte das Werk mit den Worten: "Das rockt!"

T wie Trainer:

Harting arbeitet mit Werner Goldmann zusammen, der 63-Jährige verlor seinen Schützling aber zwischenzeitlich, weil Harting zu Jürgen Schult wechselte. Mit Schult verstand sich Harting dann aber nicht mehr und kehrte zu Goldmann zurück. Goldmann und Harting sind keine besten Kumpels. Harting sagt, Goldmann sei der größte Experte, den er finden könne. Goldmann war auch schon zu DDR-Zeiten als Leichtathletiktrainer tätig.

V wie Verbotene Substanzen:

Doping gehört zum Sport, zur Leichtathletik, und Robert Harting ist niemand, der drumherum redet. Er hält das Kontrollsystem für unzureichend. Er selbst, sagt er, lehne Doping ab. Aber wenn andere plötzlich höhere Leistungen erzielten, so Harting, denke man sich eben schon, wie die das jetzt wohl geschafft hätten.

W wie Weite:

In diesem Jahr ist es Robert Harting gelungen, die 70-Meter-Marke zu überwinden - er warf beim Meeting in Turnov 70,66 Meter. Der Weltrekord im Diskuswerfen, erzielt 1986 in Neubrandenburg bei besten Windverhältnissen, liegt bei 74,08 Meter und gelang Jürgen Schult, der heute als Bundestrainer beim Deutschen Leichtathletikverband arbeitet. Im Londoner Stadion, wo keine starken Gegenwinde die Flugbahn des Diskus verlängern können, ist eine solche Weite aber unwahrscheinlich.

Z wie Zufriedenheit:

Harting ist keiner jener Leistungssportler, die sich nur für Training und Wettkämpfe interessieren. Aber dieses olympische Finale in London bedeutet ihm doch sehr viel. Einen Sieg würde er als verdienten Lohn empfinden für seine Arbeit – und vielleicht auch als Zufriedenheit.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(