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Basketball-EM 2005: Deutsche Basketballer verlieren Auftaktspiel

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr Auftaktspiel gegen Italien bei der Basketball-EM in Serbien-Montenegro verloren.

Deutschlands Basketballer sind trotz einer starken Leistung mit einer äußerst unglücklichen Niederlage in die 34. Europameisterschaft in Serbien und Montenegro gestartet. Im Auftaktspiel der Vorrundengruppe A verlor das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann am Freitag in einem Basketball-Krimi gegen den Olympia-Zweiten Italien mit 82:84 (74:74, 34:38) nach Verlängerung und verpasste eine historische Siegchance. Auch im 16. Anlauf schlug der Versuch fehl, die bei Großturnieren wie EM, WM und Olympischen Spielen stets siegreichen Italiener zu schlagen.

"Die Italiener waren einfach glücklicher. Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht clever genug gespielt", meinte Nowitzki. Nach der missglückten Revanche für den 84:86-EM.K.o. von Schweden 2003 muss die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) jetzt eines der beiden restlich Vorrundenspiele Ukraine (Samstag/21.00 Uhr/DSF) und Russland (Sonntag/21.00 Uhr/DSF) gewinnen, um im Turnier zu bleiben. "Es war eine Riesenleistung, auf der man hundertprozentig aufbauen kann. Jetzt müssen wir mit Wut im Bauch zurückkommen, die wir an der Ukrainer auslassen wollen", sagte Bauermann. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die Zweiten und Dritten ermitteln in Überkreuzspielen die restlichen vier Teilnehmer an der Runde der letzten Acht.

Erfolgreichster Korbschütze der deutschen Mannschaft, die eine großartige kämpferische Teamleistung bot, war vor rund 3500 Zuschauern in der "Millenium-Halle" von Vrsac der NBA-Star Dirk Nowitzki. Der 2,13 Meter große Flügelspieler der Dallas Mavericks erzielte 27 Punkte und holte 15 Rebounds. Starke Vorstellungen zeigten auch Center Patrick Femerling (18) und der Frankfurter Spielmacher Pascal Roller (14). Italiens überragender Akteur war der nicht stoppende Gianluca Basile (25). Das Spiel entschied aber Giacomo Galanda (12) mit zwei "Dreiern" in den letzten Sekunden der Verlängerung.

Nach schwachem Beginn lieferte Nowitzki eine Gala-Vorstellung, wirkungsvoll unterstützt durch seine leidenschaftlich auftretenden Mitspielern. Das DBB-Team ließ sich auch durch den schwachen Start (2:6/3.) nicht beirren und fand langsam ins Spiel (9:9/7.). Gar nicht zur Geltung kam in der Anfangsphase Nowitzki, der im ersten Viertel keinen seiner vier Wurfversuche aus dem Feld traf. Bauermann beorderte seinen Führungsspieler für fast fünf Minuten auf die Bank. Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe dem 27-jährigen Würzburger sein erster Feldkorb zum 24:27 gelang.

Die deutsche Deckung bekam vor allen die gefürchteten Distanzwerfer Basile und Massimo Bulleri nicht in den Griff, die nach Belieben punkteten. Beim Zwischenergebnis von 28:38 sah das deutsche Team schon einem klaren Halbzeitrückstand entgegen. Doch binnen sechs Sekunden vor der Pause sorgten Marko Pesic und Nowitzki mit zwei "Dreiern" zum 34:38 für einen Weckruf.

Hellwach begann das deutsche Team die zweite Halbzeit. Der nach seiner Knieverletzung erstmals eingesetzte Mithat Demirel und Nowitzki sorgten für die erste deutsche Führung (43:42/24.), die Femerling und Roller zum 52:42 (28.) ausbauten. Zu Beginn des Schussviertels war mit 62:50 die höchste Führung erreicht, die in der dramatischen Schlussphase jedoch zusehends schrumpfte.

Der gegnerische Korb war plötzlich wie vernagelt. Italien ging beim 69:68 in Führung und sah beim 74:71 schon wie der Sieger aus. Doch Roller rettete seine Mannschaft mit einem "Dreier" 24 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung, in der das Glück italienischer Seite war.

Reinhard Schwarz/DPA

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