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Basketball-EM: Deutschland unterliegt trotz Aufholjagd

Zwischenzeitlich lagen sie schon mit 21 Punkten zurück. Im letzten Viertel dann starteten die deutschen Basketballer um Superstar Dirk Nowitzki eine bravouröse Aufholjagd - und scheiterten am Schluss dennoch knapp an Topfavorit Litauen.

Trotz einer tollen Aufholjagd haben Deutschlands Basketballer den Gruppensieg bei der EM in Spanien verpasst. Einen Tag nach dem euphorisch gefeierten 79:49-Sieg gegen die Türkei verlor das Team um NBA-Superstar Dirk Nowitzki in Palma de Mallorca das Gruppen-Endspiel gegen den EM-Mitfavoriten Litauen nach einem kaum noch erwarteten "Krimi" knapp mit 80:84 (32:49) und zieht als Gruppenzweiter in die EM-Zwischenrunde ein.

Dort trifft die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann in Madrid vom Samstag an auf Frankreich, Slowenien und den Sieger der Partie von Mittwochabend zwischen Italien und Polen. Die jeweils ersten Vier der beiden Zwischenrunden-Gruppen sind für das Viertelfinale qualifiziert. Einen Vorrundensieg nimmt das deutsche Team auf jeden Fall mit. Beste deutsche Werfer gegen Litauen waren Nowitzki (28 Punkte), Ademola Okulaja (12) und Robert Garrett (10).

"Es gibt keine guten Niederlagen"

"Ich bin begeistert von der Energieleistung unserer Mannschaft", lobte Bauermann sein Team. Der Coach fand nach der sportlichen Achterbahnfahrt aber auch Grund zur Kritik. "Die Glückwünsche für die Leistung sind okay, aber es gibt keine guten Niederlagen. Wenn wir von Anfang an ruhiger und disziplinierter agiert hätten, wäre sicher noch mehr als diese knappe Niederlage für uns drin gewesen. Aber wir haben auch gegen einen starken Gegner verloren", analysierte er.

Vor 5800 Zuschauern im Velodrom von Palma hatte die deutsche Mannschaft einen verheißungsvollen Start und führte nach fünf Minuten mit 13:7 und 60 Sekunden später noch 15:13. Doch dann riss plötzlich der Faden. Mit einem 17:2-Lauf zur 30:17-Führung nach dem ersten Drittel schockten die aus der Distanz traumhaft sicher treffenden Balten die ihre Defensivarbeit fast völlig verweigernden Deutschen.

Nowitzki bliebt lange auf sich allein gestellt

In der Offensive war der von den Litauern nicht immer mit fairen Mitteln eng gedeckte MVP-Anwärter Nowitzki lange Zeit fast völlig auf sich allein gestellt und bekam zunächst nicht die dringend nötige Unterstützung seiner Mitspieler. Diese gerieten in dieser kritischen Phase mehr und mehr in Panik und verzettelten sich in erfolglosen Einzelaktionen. Die mit drei NBA-Profis angetretenen Litauer mit dem laut Bauermann "bestem europäischen Spielmacher" Sarunas Jasikevicius (Golden State Warriors) gestatteten ihnen kaum freie Würfe.

Durch Hektik und Ballverluste schienen der deutschen Mannschaft die Felle davonzuschwimmen. Zur Pause lag sie bereits 32:49 und fünf Minuten danach gar mit 39:60 vermeintlich aussichtslos im Rückstand. Doch wie aus dem Nichts kamen die Deutschen noch einmal stark auf und zurück in das plötzlich wieder enge Spiel. Durch Nowitzki und Dreier des nun stark aufspielenden Frankfurter Spielmachers Pascal Roller kamen sie noch einmal sensationell heran, doch die Litauer blieben stets knapp vorn und jubelten am Ende über den wichtigen Gruppensieg.

Reinhard Schwarz/DPA

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