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Deutschland-Tour: Der Triumph des Patrik Sinkewitz

Die 23-jährige deutsche Nachwuchshoffnung fuhr bei der Deutschlandtour allen davon. Jan Ullrich wurde nur Siebter, verbreitete für die Tour de France allerdings Siegeszuversicht.

Für Gesamtsieger Patrik Sinkewitz brachte die Deutschland-Tour den Durchbruch, für Jan Ullrich die Erkenntnis, von der Topform noch ein Stück entfernt zu sein. Der Olympiasieger landete bei seinem Probelauf nach fünfwöchiger Trainings-Klausur auf Rang sieben 59 Sekunden hinter dem 23-jährigen Sinkewitz, der den Berliner Jens Voigt (18 Sekunden zurück) auf den zweiten Platz verwies. Nach Wiederbelebung der Deutschland-Tour 1999 (Jens Heppner) war Sinkewitz der erste einheimische Sieger.

Den Schlussabschnitt der Sieben-Tage-Tour über insgesamt 1095 km sicherte sich Tom Boonen, der bereits die 2. Etappe gewonnen hatte. Im Massensprint hatte der Belgier aus dem Sinkewitz-Team am Sonntag nach 173,3 km vor dem Leipziger Zentralstadion die Nase vorn und fügte Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna) eine weitere bittere Niederlage zu. Danilo Hondo (Cottbus) vom Team Gerolsteiner, am Sonntag Zweiter, holte das blaue Punktetrikot. Die vorentscheidende 6. Etappe im Erzgebirge über 186 km hatte am Vortag der Spanier Francisco Mancebo auf dem Fichtelberg vor Voigt und Sinkewitz gewonnen.

Start bei Tour de France noch offen

"Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, welche großen Fahrer mich in meinem Team aufopferungsvoll unterstützt haben und zum Sieg führten", sagte der junge, unbekümmerte Gipfelstürmer Sinkewitz, der sich das Gelbe Trikot auf der 3. Etappe nach seinem Sieg im Ski-Paradies St. Anton geholt hatte. Sein Start bei der Tour de France ist wegen der verschiedenen Interessen seines belgischen Quick-Step-Teams allerdings noch nicht klar.

Ullrich: "Für Tour de France ein gutes Gefühl"

"Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden - ich hätte vorher nicht gedacht, dass es hier schon so gut läuft für mich. Für die Tour de France habe ich ein gutes Gefühl. Jetzt kommt noch der Feinschliff», lautete Jan Ullrichs Bilanz. Er konnte in etwa auf das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr zurückblicken. 2003 war er in der Endabrechnung Fünfter mit 2:01 Minuten Rückstand auf Michael Rogers (Australien). "Er wird in der gleichen guten Verfassung am 3. Juli am Tour-Start stehen wie im Vorjahr", versprach Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage, der registrierte, "dass am Berg die letzten zehn Prozent noch fehlen".

T-Mobile: Pleite bei Prestige-Tour

T-Mobile war der Verlierer der diesjährigen Deutschland-Tour. Kein Etappenerfolg, kein Wertungs-Sieg: Der eigentliche Primus im deutschen Radsport ging bei der Prestige-Tour leer aus. "Bei uns lief nichts normal», sagte T-Mobile-Sprecher Olaf Ludwig. Am Sonntag kam auch noch Sturzpech hinzu. Kurz nach dem Start waren Andreas Klöden (Merdingen) und Matthias Kessler (Nürnberg) in einen Sturz mit zehn Fahrern verwickelt. Kessler musste mit einer Schulterverletzung aufgeben, Klöden konnte mit einer abgerissenen Sehne im kleinen Finger weiterfahren und seinen 6. Platz im Gesamtklassement sichern.

Die kommende Deutschland-Tour wird als Tour-de-France-Revanche und Promotion-Runde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 inszeniert. Sie findet vom 15.- 23. August 2005 statt und soll durch alle 12 WM- Städte führen. Der Start findet voraussichtlich in Stuttgart statt.

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