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Eishockey: DEL - Endspurt um die besten Plätze

Wir haben gerechnet, analysiert und abgeschätzt. Herausgekommen ist dabei eine Prognose, wie diese spannende DEL-Hauptrunde am Ende aussehen könnte. Lesen Sie, wer die Playoffs direkt schafft, wer in die Pre-Playoffs muss und wer frühzeitig Urlaub machen darf.

Drei Wochen vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde spitzt sich das Rennen um die Playoff-Plätze in der DEL zu. Während sich das Spitzenquartett um Berlin, Ingolstadt, Wolfsburg und Mannheim bereits abgesetzt hat und Nürnberg und Hannover abgeschlagen am Tabellenende liegen, kämpfen noch acht Teams um ihre Position: Straubing, Hamburg, Düsseldorf, Iserlohn, München, Augsburg, Krefeld und Köln. Wir haben das Restprogramm der Mannschaften unter die Lupe genommen und den Ausgang der Hauptrunde prognostiziert.

Zunächst haben wir uns angeschaut, wie die einzelnen Clubs in dieser Saison gegen ihre noch ausstehenden Gegner abgeschnitten haben. Beispiel Hamburg: Die Freezers holten gegen Mannheim aus den bisherigen drei Spielen sechs Punkte, also im Schnitt zwei pro Spiel. Gegen Ingolstadt gingen alle drei Partien verloren, macht null Punkte.

Aufgrund dieser statistischen Werte haben wir die Tabelle zum Ende der Hauptrunde hochgerechnet, wohlwissend dass diese Statistik nur die Vergangenheit beschreibt, aber natürlich keine verlässlichen Angaben über noch ausstehenden Ergebnisse abgibt. Dennoch: Die Zahlen zeigen auf, dass beinahe jede Mannschaft so etwas wie Angstgegner hat, gegen die sie sich mit dem Siegen besonders schwer tut. Ob diese Trends ausgerechnet in den letzten Spielen der Saison gebrochen werden, ist eine spannende Frage.

Die Hochrechnung der Tabelle finden Sie in den jeweiligen kleinen Zwischenüberschriften. Den aktuellen Leistungsstand der Teams, so wie er sich in den jüngsten Spielen präsentiert hat, haben wir in den Texten darunter beschrieben und kommentiert.

Hamburg Freezers: Platz 5 – 86 Punkte

Die Freezers sind im neuen Jahr schwer in Tritt gekommen: der einst souveräne Platz unter den besten Sechs war schnell dahin und die Konkurrenz ist mittlerweile nah aufgerückt. In den Spielen nach der Länderspiel-Pause konnten die Hamburger gegen das Schlussduo aus Hannover und Nürnberg aber wieder Selbstvertrauen tanken. Das Restprogramm spricht theoretisch für die Nordlichter: Mit acht ausstehenden Partien haben die Freezers ein bis zwei Spiele mehr in petto als die Verfolger aus Düsseldorf und Co., zudem stehen u.a. mit Lieblingsgegner-Straubing (drei Siege) viele Mannschaften auf den Plan, gegen die die Hanseaten in dieser Saison oft eine gute Figur gemacht haben. Doch noch ist der schwache Januar (nur zehn Punkte aus zehn Spielen) nicht vergessen und die Freezers von der Form der ersten Saisonhälfte ein Stück entfernt.

Das Restprogramm: Köln (bisher 2 Punkte), Nürnberg (8), Straubing (9), Mannheim (6), Augsburg (6), Ingolstadt (0), Krefeld (6), München (6)

Straubing Tigers: Platz 6 - 82 Punkte

Die Tigers sind bärenstark in Form: Nachdem die Niederbayern schon im Januar in neun Spielen 18 Punkte ergattert hatten, nur Wolfsburg (21) war erfolgreicher, konnten sie auch im Februar mit Erfolgen gegen die Spitzenmannschaften aus Ingolstadt (5:3) und Wolfsburg (4:3 n.P.) für Aufsehen sorgen. Die Truppe von Trainer Dan Ratushny wird zunehmend als echter Geheimtipp gehandelt – und das, obwohl die Tigers noch nie die Playoffs erreicht haben. Die Straubinger sind schnell, kombinationssicher und körperlich präsent. Zwar liegt der Mannschaft ihr Restprogramm nicht sonderlich, doch könnte das dank des aktuellen Form-Hochs diesmal für Siege gegen vermeintliche Angstgegner wie Hamburg reichen.

Das Restprogramm: Köln (bisher 3 Punkte), Hamburg (0), Köln (3), Augsburg (5), Hannover (5), Berlin (3), Mannheim (3)

DEG Metro Stars: Platz 7 - 78 Punkte

Nie konnten die Düsseldorfer so richtig Fuß fassen in dieser Saison. Immer wenn es gerade aufwärts ging, folgte der nächste sportliche Rückschlag. Die Berg-und-Talfahrt hielt auch am letzten Wochenende an: Einem Sieg beim Tabellendritter aus Mannheim folgte eine Heimniederlage gegen Augsburg. Das Potential der Mannschaft kommt nur selten zum Tragen, vermutlich spielt hier auch die Sorge um die Zukunft des Vereins eine Rolle. Die Metro Stars haben nur noch sechs Spiele in der Hinterhand, alleine deswegen wird es ein schweres Unterfangen, auf die Konkurrenz aus Hamburg und Straubing aufzuschließen. Es wäre das erste Mal seit fünf Jahren, dass die DEG die direkte Qualifikation zu den Playoffs verpasste. Das komplette Aus nach der Hauptrunde scheint aber nicht mehr zu drohen.

Das Restprogramm: Augsburg (bisher 4 Punkte), Ingolstadt (3), Hannover (6), Berlin (4), Wolfsburg (6), Köln (5)

EHC München: Platz 8 - 75 Punkte

So richtig ist der EHC im neuen Jahr noch nicht in Tritt gekommen. Zwar feierten die Münchener immer mal wieder Achtungserfolge, wie zuletzt gegen Mannheim (3:1) oder Ingolstadt (3:2 n.P.), doch von der Playoff-Form sind sie ein ganzes Stück weit entfernt. Schon im Januar holten mit Hamburg und Hannover nur zwei Teams wenige Punkte als der EHC. Ihren Ruf als Eisbären-Schreck können die Münchener indes noch einmal bestätigen. Sieben Zähler heimsten sie in den bisherigen drei Begegnungen mit dem Tabellenführer ein, demnächst steht das vierte Aufeinandertreffen auf dem Programm. Und auch die übrigen Gegner im Saisonfinale deuten darauf hin, dass es für den EHC am Ende wie im ersten DEL-Jahr 2011 für die Pre-Playoffs reichen könnte.

Das Restprogramm: Nürnberg (bisher 9 Punkte), Hannover (4), Krefeld (4), Ingolstadt (3), Berlin (7), Iserlohn (4), Hamburg (3)

Iserlohn Roosters: Platz 9 - 74 Punkte

Die Fans auf den Barrikaden, die Stimmung im Keller. Noch vor der Saison wurden die Iserlohner auf Grund der saftigen Budgeterhöhung (plus eine Million) und namhafter Neuzugänge als Titelanwärter gefeiert, heute müssen die Sauerländer sogar um den Einzug in die Pre-Playoffs bangen. Fünf von sechs Spielen vergeigten die Roosters vor der Länderspiel-Pause. Das zurückliegende Sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen gegen Hannover und München schafft zwar kurzfristig Erleichterung, die Lage aber bleibt angespannt: Das Restprogramm ist nicht einfach und die aktuelle Form der Roosters spricht nicht dafür, dass es noch mit dem direkten Einzug in die Playoffs klappt.

Das Restprogramm: Mannheim (bisher 6 Punkte), Nürnberg (6), Krefeld (2), Köln (4), München (5), Ingolstadt (3)

Augsburger Panther: Platz 10 - 74 Punkte

Im Gegensatz zum Vorjahr sind die Panther diesmal bis zum Schluss im Kampf um die Playoff-Plätze mit von der Partie. Damals beendete der AEV die Saison als Schlusslicht, heute rangieren die Panther auf Rang acht. Zwar lief es über weite Strecken der Saison nicht sonderlich berauschend, doch im neuen Jahr hat sich die Truppe von Trainer Larry Mitchell, der sein Team 2010 gar zur Vizemeisterschaft führte, gefangen. Im Januar standen 17 Punkte aus neun Spielen zu Buche, im Februar folgten drei Siege aus fünf Partien. Ihren Auswärtsfluch hat die Mannschaft, die über ein Jahr lang auf einen Erfolg in der Ferne warten musste, mittlerweile auch besiegt. Die letzten beiden Dreier gegen Düsseldorf (3:2) und Iserlohn (3:0) gelangen gegen die direkte Konkurrenz auf fremden Eis. Auch wenn den Panthern ihr Restprogramm nicht so gut liegt, gilt: Punkten sie in den sechs ausstehenden Partie wie bisher, reicht es für die Pre-Playoffs.

Das Restprogramm: Berlin (bisher 1 Punkt), Ingolstadt (6), Hamburg (3), Straubing (4), Nürnberg (4), Düsseldorf (5)

Kölner Haie: Platz 11 - 71 Punkte

Wenngleich die Haie momentan nur auf Rang zwölf liegen, haben sie ihr Glück noch selbst in der Hand. Keine Mannschaft hat so viele Spiele (neun) auf dem Rest-Programm wie die Domstädter. Doch mit Berlin (2-mal), Wolfsburg und Mannheim trifft der KEC im Schlusspurt auf eine Reihe von Angstgegnern. So richtig erfolgreich waren die Haie eigentlich nur gegen Hamburg. Nach dem Viertelfinale über den Umweg Pre-Playoffs im Vorjahr, droht dem Traditionsteam diesmal gar das Aus nach der Hauptrunde. Zumal die aktuelle Form auch noch gegen die Haie spricht: Zuletzt hagelte es drei Niederlagen in Serie, darunter Schlappen in den rheinischen Derbys gegen Krefeld (0:1) und Düsseldorf (2:4).

Das Restprogramm: Hamburg (bisher 7 Punkte), Straubing (3), Wolfsburg (2), Berlin (0), Straubing (3) Mannheim (3), Iserlohn (5), Düsseldorf (4), Berlin (0)

Krefeld Pinguine: Platz 12 - 71 Punkte

Zehn Punkte aus den fünf Februar-Begegnungen unterstreichen: Der KEV ist zurzeit gar nicht so schlecht drauf. Nach dem vierten Rang und der Halbfinale-Teilnahme im Vorjahr bangt das Überraschungsteam von 2011 aber weiter um die Playoffs. Nur sechs Partien bleiben im Endspurt, um den aktuelle Tabellenposition (Rang elf) noch entscheidend zu verbessern. Die Weichen dafür müssen die Pinguine schon in den nächsten drei Spielen legen. Dann muss die Mannschaft von Coach Rick Adduono bei der direkten Konkurrenz in München und Iserlohn ran. Nur wenn hier gepunktet wird, könnte es am Ende noch reichen. Das Restprogramm an sich deutet aber darauf hin, dass es für den KEV nichts mehr wird.

Das Restprogramm: Wolfsburg (3), München (5), Iserlohn (7), Mannheim (3), Hamburg (3), Nürnberg (6)

Daniel Pietzker

sportal.de / sportal

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