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Golf: Martin Kaymer - Major-Sieg und Ryder Cup haben Priorität

Martin Kaymer hat 2011 hart an seiner Technik gearbeitet, das soll sich nun auszahlen. Er fühlt sich gut gerüstet, um seine Ziele zu erreichen. Priorität haben ein Major-Sieg und der Ryder Cup, erklärt er im Interview.

Martin Kaymer erzählt vor seinem Saisonstart in Abu Dhabi im Interview von seinen Plänen für 2012 und gibt eine Einschätzung über Superstar Tiger Woods ab.

Welche Prioritäten gelten für Sie neben dem Privatleben nach einer eher durchwachsenen Saison mit zwei Siegen 2011 auf der Tour, aber keinem weiteren Major-Triumph wie 2010 bei der PGA-Championship?
Kaymer: "Bei mir ist es so, dass ich Privates und Sportliches schon immer voneinander getrennt habe, deshalb lasse ich das Privatleben in der Liste außen vor. Sonst könnte eine Reihenfolge meiner Prioritäten dieses Jahr so aussehen: Major-Sieg und Ryder Cup stehen für mich ab jetzt auf einer Stufe, dann kommen weitere Turniersiege und zum Schluss die Weltrangliste."

Wie haben Sie sich nach dem letzten Turnier im Dezember 2011 und dem üblichen Wintertraining an ihrem US-Mittelpunkt in Scottsdale/Arizona vorbereitet?
Kaymer: "Nach meinem letzten Turnier in Dubai bin ich direkt von dort für ein paar Tage mit meinem Bruder Phillip in die Dominikanische Republik geflogen, um einfach mal den Kopf etwas frei zu bekommen. Von dort aus ging es weiter in die USA, wo ich nach nur wenigen Tagen der Erholung ein paar Runden in Whisper Rock gespielt habe. Direkt nach Weihnachten habe ich das Training intensiviert. Obwohl die Winterpause dieses Mal recht kurz ist, wollte ich die Zeit nutzen, um an meinem Spiel feilen zu können. Ab dem 3. Januar ist deshalb mein deutscher Kollege Sean Einhaus für eine Woche bei mir gewesen, wodurch ich einen super Trainingspartner und einen ernstzunehmenden Gegner bei unseren vielen Runden hatte."

Und in Deutschland?
Kaymer: "Am 16. Januar bin ich schließlich zurück nach Deutschland geflogen. In Köln habe ich einen kompletten Gesundheits- und Fitnesscheck in der Mediapark Klinik gemacht. Neben einem Belastungs- EKG, sowie mehreren MRT's und Blutuntersuchungen habe ich dabei wirklich viel gelernt und ich hoffe, dass die Rückschlüsse mir helfen, mein Spiel auf eine etwas andere Art noch zu verbessern."

Was erwarten Sie von der eigenen Entscheidung "weg vom gestreuten Turnierkalender hin zu Block-Turnierwochen"?
Kaymer: "Ein Journalist hat recherchiert, dass ich 2011 cirka 185.000 Kilometer mit dem Flugzeug zurückgelegt habe - mehr als jeder andere deutsche Sportler! Ich kann aufgrund des Turnierkalenders daran eigentlich gar nicht viel ändern und bin somit gezwungen, optimal zu planen. Dieses Jahr werde ich deshalb längere Pausen machen, dafür aber auch mehr Turniere am Stück spielen. Ich erhoffe mir dadurch, dass ich zu wichtigen Turnieren ausgeruht und topfit an den Start gehen kann."

Was erwarten Sie von Tiger Woods?
Kaymer: "Tiger Woods ist vermutlich der Beste, der dieses Spiel je gespielt hat und konnte gegen Ende des letzten Jahres schon teilweise an seine zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen."

Rechnen Sie mit der ansatzlosen Rückkehr von Woods zu seiner alten mentalen und spielerischen Stärke? Oder ist seine psychische Belastung nach zwei erfolglosen Jahren und der privaten Misere immer noch zu hoch?
Kaymer: "Ich kenne ihn nicht gut genug, um Aussagen über seine mentale Verfassung machen zu können. Er hat wie allseits bekannt turbulente Jahre hinter sich, aber abschreiben darf man einen Spieler seiner Klasse niemals."

Wie viel Potenzial zur eigenen Verbesserung oder wie viel Luft nach oben geben Sie sich für dieses Jahr?
Kaymer: "Das Schöne am Golf ist, dass man vermutlich niemals ankommt - egal wie hart man arbeitet, es gibt immer noch Luft nach oben und die Weltspitze ist so eng zusammengerückt, dass man sich nie ausruhen darf. Ich habe 2011 technisch sehr hart gearbeitet und fühle mich gut gerüstet für die anstehende Saison und wünsche mir verletzungsfrei durchzukommen."

sportal.de / sportal

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