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Interview

Ex-Ironman-Weltmeister: Jan Frodeno verrät im Interview, was die Schmerzen auf Hawaii auslöste

Starke Rückenschmerzen zwangen Titelverteidiger und Topfavorit Jan Frodeno beim Ironman Hawaii fast zur Aufgabe. Was die Probleme auslöste, warum er sich dennoch durchbiss und wie es ihm heute geht, verriet er im stern-Interview.  

Jan Frodeno im Interview: "Es wird dauern, bis ich Hawaii abhaken kann"

"Eine WM-Niederlage auf Hawaii schmerzt immer besonders – aber auf diese Art vielleicht noch mehr.", so Jan Frodeno im Interview

Platz 70 statt dem dritten Sieg: Jan Frodeno erlebte beim diesjährigen Ironman Hawaii leidvoll einen der schwärzesten Tage seiner Karriere. Nach seinen Siegen 2015 und 2016 galt der 36-Jährige auch vor zwei Wochen wieder als Topfavorit. Doch aus Titel Nummer drei in Folge wurde nichts: Lag der Triathlon-Olympiasieger von 2008 nach dem Radfahren als Vierter in aussichtsreicher Position, ging plötzlich gar nichts mehr. Frodenos Rückenmuskulatur streikte, sodass an Laufen zeitweise nicht zu denken war. Minuten verstrichen, ein Konkurrent nach dem anderen zog vorbei. Weit abgeschlagen brachte der Dominator der letzten Jahre das Rennen dennoch zu Ende.

Warum er das tat, wie er mit der Niederlage umgeht und was die Schmerzen letztlich auslöste, verriet er im Interview mit dem stern.

Herr Frodeno, nach Ihrem Zieleinlauf beim Ironman Hawaii wünschten Sie sich ein kaltes Bier. Haben Sie eins bekommen und ist es dabei geblieben?

Es waren ein paar mehr.

Ihre Enttäuschung werden diese vermutlich nicht gelindert haben. Wie geht es Ihnen zwei Wochen nach dem Rennen? Sitzt der Frust noch tief oder können Sie Ihr Abschneiden inzwischen etwas gelassener sehen?

Ich versuche, aus solchen Situationen immer etwas Positives mitzunehmen, denn nichts ist nur gut oder nur schlecht. Aber es wird sicher noch eine Weile dauern, bis ich Hawaii abhaken kann. Jetzt gilt es erstmal Abstand zu gewinnen und Körper und Geist wieder zu heilen.

Sie hatten Ihre Saison noch etwas fokussierter als sonst auf die Weltmeisterschaft in Kailua-Kona ausgerichtet. Schmerzt die Niederlage daher umso mehr?

Naja, in unserem Sport richtest du deine Saison irgendwie immer voll auf Kona aus, weil alles Andere dagegen verblasst. Eine WM-Niederlage auf Hawaii schmerzt immer besonders – aber auf diese Art vielleicht noch mehr.

Sie sprechen die Probleme mit Ihrer Rückenmuskulatur an. Wissen Sie inzwischen genauer, was da los war?

Alle Profis haben am Rennmorgen einen GPS-Transponder bekommen, der im Wettkampfanzug unterzubringen war. Dafür haben die Anzüge spezielle Taschen. Nur sitzt jeder Anzug nun mal anders und bei meinem lag diese Tasche für den Tracker genau auf der späteren Schmerzstelle. Mein Team und ich versuchen echt an vieles zu denken, aber dass ist so individuell, dass auch wir da nicht drauf gekommen sind.

Mit fatalen Folgen.

Der Transponder hat beim Radfahren gut vier Stunden auf mein Ischiasgelenk gedrückt. Im Rennen dachte ich mir noch, sei kein Weichei, aber als die Muskulatur dann so zu ging, dass ein Nerv Druck abbekommen hat, war es von einem Schritt auf den nächsten zu Ende.

TV-Bilder zeigten Sie vor Schmerzen schreiend. Immer wieder mussten Sie sich setzen, versuchten die Krämpfe durch Dehnen zu lösen. Was ging Ihnen da durch den Kopf?

Es war ein Gefühlscocktail. Einerseits habe ich anfangs versucht, nie die Hoffnung aufzugeben, zumal die Ausgangsposition zu Beginn des Marathons ja super war. Andererseits hat mir der Schmerz auch nicht allzu viel Denken ermöglicht. Es war ein erbitterter Kampf zwischen Kopf und Körper, das Rennen unbedingt beenden zu wollen.

Ihre Entscheidung fiel gegen das Aufgeben. Sie hätten sich ja auch einfach ins Hotel zurückziehen und dort abschotten können.

Das ist das Problem: Sport ist Teil meiner Identität. Im Hotel läuft der Film weiter und lange darüber hinaus. Außerdem schreibt dieses Rennen immer wieder solche Dramen, und jeder muss für sich entscheiden, wie er damit umgeht, wenn es einen mal selber trifft. Es war eine Mischung aus Trotz, Willen, Hoffnung, Respekt vor Hawaii und dem Wissen, wie viel ich investiert habe - und ich habe viel investiert in der Vorbereitung. Je mehr ich das tue, desto schwerer fällt es mir einfach, das wegzuschmeißen.

Wer kann Sie nach einer solchen Niederlage aufbauen oder machen Sie das mit sich selbst aus?

Das ist nicht ganz leicht. Ablenken können mich meine Familie und Freunde, aber der echte Verarbeitungsprozess muss bei mir selber ablaufen.

Nicht nur innerhalb der Triathlon-Szene brachte Ihnen Ihr Durchhaltewille großen Respekt ein. Baut Sie so etwas auf?

Das ist natürlich sehr schön aber auch schwer zugleich. Als Profi will ich gewinnen, genauso ist es für mich aber auch ein Antrieb, Leute von unserem Sport zu begeistern. Wie gesagt, das wahre Aufbauen muss ich dann selbst angehen, aber es ist ein schönes Trostpflaster.

Auf dem Highway kam Ihnen der spätere Sieger Patrick Lange entgegen. Sie stoppten, um ihn anzufeuern. Eine Geste, die in sozialen Netzwerken große Wellen schlug. Haben Sie das mitbekommen?

Nur am Rande. Auch ich bin Sportfan und wenn eine historische Marke fallen könnte (gemeint ist die auf Hawaii bislang noch nicht erreichte Zielzeit von unter acht Stunden, Anm. d. Red.), bin ich auch Feuer und Flamme, obwohl ich es selber an dem Tag nicht schaffe. Patrick sah wirklich gut aus zu dem Zeitpunkt, zudem kennen wir uns schon ewig. Wobei ich keinen Hehl daraus mache, auch Sebastian (Sebastian Kienle, Hawaii-Sieger von 2014 und in diesem Jahr Vierter, Anm. d. Red.) genau so angefeuert zu haben.

Halten Triathleten stärker zusammen als Sportler anderer Individualsportarten?

Schwer zu sagen, aber es scheint insgesamt eine freundlichere Atmosphäre zu sein, und man respektiert sich. Ich kenne es auch nicht anders.

Lange sicherte sich nicht nur den Sieg, er stellte auch einen neuen Streckenrekord auf. Konnten Sie sich als "Entthronter" für ihn freuen?

Klar konnte ich mich freuen, wobei ich ehrlicherweise schon mehr mit mir selbst zu tun hatte in den Stunden und Tagen danach. Es war aber auch klar, dass es nicht ewig mit Erfolgen weitergehen kann - irgendwann ist jemand anderes dran und Überraschungen machen den Sport ja auch interessanter. Ich sage "Überraschung" nicht, weil ich nicht an Patricks Fähigkeiten glaubte, sondern weil die absolute Favoritenrolle vor dem Rennen nicht seine war.

Lange sorgte nach Sebastian Kienles Triumph und Ihrem Doppelsieg für den vierten deutschen Erfolg in Folge. Woher rührt diese Dominanz? Was machen deutsche Langdistanz-Profis besser als die internationale Konkurrenz?

Nationale Konkurrenz belebt das Geschäft immer am meisten. Man schaut sich auf die Finger und muss härter kämpfen, um ein "Stück Kuchen" abzubekommen. Das motiviert.

Sie sind nach Tiefpunkten immer gestärkt wiedergekommen. Müssen sich Ihre Konkurrenten für 2018 umso wärmer anziehen?

Naja, nach meinem Burnout 2010 hat es relativ lang gedauert, bis ich wieder konkurrenzfähig war. Daraus habe ich gelernt. Ich freue aber jetzt schon auf eine harte Saison im kommenden Jahr.

Ihre Fans können beim nächsten Ironman Hawaii also wieder mit Ihnen rechnen?

Absolut!

Wie geht es jetzt für Sie weiter? Ist erstmal Urlaub angesagt oder planen Sie schon die kommende Saison?

Nach Kona habe ich mir erstmal eine Woche Urlaub gegönnt. Ich werde nun nach Europa zurückkehren und die übliche Sponsoren-Runde drehen und dann Zeit mit Freunden und Spaß verbringen.
  

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.