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Rallye Dakar: Peterhansel gewinnt den Wüstenritt

Der Franzose Stephane Peterhansel hat die 26. Auflage der Rallye Dakar gewonnen. Andrea Mayer erreichte mit dem fünften Platz ihr bestes Ergebnis bei dem Klassiker. Jutta Kleinschmidt, Dakar-Siegerin von 2001, wurde auf dem letzten Teilstück Achte.

Die Allgäuerin Andrea Mayer hat Jutta Kleinschmidt bei der 26. Rallye Dakar als deutsche "Wüsten-Königin" entthront. Bei ihrem Einstand im offiziellen Mitsubishi-Kader erreichten die 36-jährige Journalistin aus Hiemenhofen und ihr Münchner Beifahrer Andreas Schulz am Sonntag mit dem fünften Gesamtrang ihr bislang bestes Ergebnis bei dem Marathon-Klassiker. Die Kölnerin Kleinschmidt, Siegerin von 2001, kämpfte sich im VW Touareg nach ihrem Motorausfall am sechsten Rallye-Tag mit starken Leistungen vom 123. auf den vorläufigen 17. Gesamtrang vor. Der Automobil- Weltverband FIA muss allerdings noch über die Berufung von VW gegen ihre Disqualifikation entscheiden. Der Franzose Stéphane Peterhansel, sechsfacher Motorrad-Sieger, gewann im Mitsubishi Pajero nach fast 11 000 Kilometern mit 49:24 Minuten Vorsprung auf seinen japanischen Teamkollegen Hiroshi Masuoka.

"Ergebnis beständiger Fahrweise"

"Das ist meine beste Dakar-Platzierung, über die ich mich riesig freue. Wir haben auch durch einige Ausfälle profitiert. Andererseits sind wir sehr konstant gefahren und haben sehr auf das Material geachtet. Unser fünfter Platz ist das Ergebnis unserer beständigen Fahrweise, der guten Navigation und der Zuverlässigkeit unseres Autos", freute sich Andrea Mayer, die 2003 bei ihrer Automobil-Premiere nach sechs Motorrad-Jahren den 21. Rang erreicht hatte.

VW brachte beim ersten echten Werkseinsatz beide Touareg, die in der Rekordzeit von nur sieben Monaten entwickelt worden waren, ins Ziel. Der Franzose Bruno Saby erreichte dabei einen beachtlichen sechsten Platz (Rückstand: 6:54:03 Stunden). "Es war aus meiner Sicht eine der härtesten Ausgaben der Rallye. Doch genau darin liegt die Herausforderung für Mensch und Material. Ich bin sehr glücklich über den Ausgang, denn die guten Ergebnisse verleihen dem gesamten Team viel Auftrieb und bestätigen das große Potenzial, das in diesem Fahrzeug steckt", sagte Jutta Kleinschmidt.

"Wir sind mehr als zufrieden, denn wir haben unsere Maßgabe einer Zielankunft mit beiden Autos vollauf erreicht. Der sechste Gesamtrang und die vielen exzellenten Tagesergebnisse dokumentieren, dass das Konzept des Race-Touareg stimmt und Volkswagen auf dem richtigen Weg ist", bilanzierte VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen.

Erster Sieg eines Spaniers bei Motorrad-Wertung

Der französische Ex-Ski-Weltmeister Luc Alphand erreichte im Diesel-BMW X5 des hessischen X-Raid-Teams den vierten Platz hinter dem Monegassen Jean-Louis Schlesser, Gewinner 1999 und 2000, im Ford- Buggy. In der Motorrad-Wertung erzielte Nani Roma bei seiner achten Dakar den ersten Sieg eines Spaniers mit einem Vorsprung von 12:38 Minuten auf seinen französischen KTM-Kollegen Richard Sainct, den Sieger von 2003. 44:31 Minuten zurück lag der Franzose Cyril Despres (KTM) als Dritter.

Die Rallye Dakar 2004 wird als eine der härtesten Ausgaben in ihrer Geschichte eingehen. Nur 166 der insgesamt 400 an Neujahr gestarteten Fahrzeuge erreichten das Ziel.

Endstand nach 14 Prüfungen und 10 869 Gesamtkilometern

Automobile (vorläufig wegen VW-Berufung)

1. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F) Mitsubishi Pajero Evo. 53:47:37 Std.
2. Hiroshi Masuoka/Gilles Picard (Japan/Frankreich) Mitsubishi Pajero Evo 54:37:01
3. Jean-Louis Schlesser/Jean-Marie Lurquin (Monaco/Frankreich) Schlesser-Ford 56:48:10
4. Luc Alphand/Henri Magne (Frankreich) BMW X5 57:43:35
5. Andrea Mayer/Andreas Schulz (Hiemenhofen/München) Mitsubishi Pajero 59:33:54
6. Bruno Saby/Matthew Stevenson (Frankreich/Großbritannien) VW Touareg 60:41:40
7. Giniel de Villiers/François Jordaan (Südafrika) Nissan Pick-up 61:53:48
8. Grégoire de Mévius/Alain Guehennec (Belgien) BMW X5 63:22:22
9. Thierry Magnaldi/Loic Fagot (Frankreich) Honda 63:48:13
10. Saleh Nasser Al Attiyan/Marc Bartholome (Qatar) Mitsubishi Pajero 63:49:05
17. Jutta Kleinschmidt/Fabrizia Pons (Köln/Italien) VW Touareg 74:35:07

Motorräder

1. Nani Roma (Spanien) KTM 55:56:28 Std.
2. Richard Sainct (Frankreich) KTM 56:09:06.
3. Cyril Despres (Frankreich) KTM 56:40:59.
4. Alfie Cox (Südafrika) KTM 56:45:34.
5. Pal Anders Ullevalseter (Norwegen) 58:01:01.
6. Fabrizio Meoni (Italien) KTM 59:02:25.
7. David Fretigne (Frankreich) Yamaha 59:23:22.
8. Carlo de Cavardo (Chile) KTM 60:10:30.
9. François Flick (Flick) KTM 60:22:03.
10. Jacek Czachor (Polen) KTM 61:28:24.

Toni Hoffmann / DPA

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