Schüttler besiegt Haas "Sehr guter Kampf"


Rainer Schüttler hat den deutschen Tennis-Gipfel bei den BMW-Open in München gegen Thommy Haas nach hartem Kampf für sich entschieden und seinen Aufwärtstrend fortgesetzt.

Rainer Schüttler hat den deutschen Tennis-Gipfel gegen Thomas Haas für sich entschieden und seine Ansprüche als deutsche Nummer eins untermauert. Bei den 89. Internationalen Meisterschaften von Bayern gewann der an eins gesetzte Korbacher am Donnerstag das Freundschaftsduell gegen seinen Daviscup-Teamkollegen mit 6:4, 2:6, 6:4. Der Australian-Open-Finalist von 2003 steht damit im Viertelfinale des mit 380 000 Euro dotierten Münchner ATP- Turniers, wo er auf Nikolai Dawidenko aus Russland trifft. Für Schüttler war es der vierte Sieg im vierten Spiel gegen den gebürtigen Hamburger Haas.

"Es ist nie schön zu verlieren"

"Das war ein sehr guter Kampf von beiden", sagte Schüttler. "Tommy spielt besser als vor seiner Verletzung. Ich freue mich, dass er so ein Comeback hat." Haas, der das erste Turnier in Deutschland seit zwei Jahren bestritt, war trotz des Lobs enttäuscht. "Es ist nie schön zu verlieren, vor allem dann, wenn es so eng ist", sagte der 26-Jährige. Zum Teil habe er zu lange über vergebene Chancen nachgedacht, erklärte der Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele in Sydney. Nun drückt er seinem Bezwinger die Daumen. "Ich wünsche ihm jetzt den Turniersieg", sagte Haas.

Im ersten Duell der beiden Freunde seit über drei Jahren erwischte Schüttler den besseren Start und nutzte nach 38 Minuten seinen zweiten Satzball zum 6:4. Vor knapp 4000 Zuschauern auf dem ausverkauften Center Court, die ihre Stars mit "Go for it Tommy"- und "Auf geht’s Shaker"-Transparenten anfeuerten, zeigte der laufstarke Schüttler im ersten Durchgang das konstantere Tennis.

Im entscheidenden Satz behielt Schüttler die Nerven

"Umso länger das Match ging, umso besser wurde ich", sagte Schüttler, der bei seinem Erstrundenspiel zwei Tage zuvor über Müdigkeit und Umstellungsprobleme geklagt hatte. Auch nach diesem Duell war er "ein bisschen müde" und wollte "früh ins Bett". Haas bot im zweiten Durchgang das konzentriertere Spiel und gewann durch ein 6:2 seinen ersten Satz gegen den Daviscup-Teamkollegen. Im entscheidenden dritten Durchgang behielt Schüttler aber die Nerven und setzte sich mit 6:4 durch. "Hut ab", meinte Haas, "Rainer hat wirklich sehr gut gespielt."

Durch den Sieg erhielt sich der Nordhesse die Hoffnung, zehn Jahre nach Michael Stich als erster Deutscher das Traditionsturnier zu gewinnen. Schüttler erwartet nun einen "sehr unangenehmen Gegner" und hofft, dass ihn dann der Bienenstich am Arm nicht mehr behindert. Der Korbacher hatte vor dem Match gegen Haas deswegen Schmerzmittel nehmen müssen.

Überraschend war für den Sieger von 2001, den Tschechen Jiri Novak, im Achtelfinale Endstation. Der 29-Jährige verlor gegen seinen Landsmann Radek Stepanek mit 3:6, 5:7. Stepanek, der in München vor zwei Jahren das Doppel gewann, steht damit wie im Vorjahr im Viertelfinale, wo er an diesem Freitag auf Luis Horna (Peru) trifft.

Auch Qualifikant Waske kann noch ins Halbfinale einzuziehen

Qualifikant Alexander Wakse (Frankfurt/Main) hat dann die Chance, durch einen Sieg gegen den Belgier Olivier Rochus zum ersten Mal in das Halbfinale eines ATP-Turniers einzuziehen. "Ich halte Rochus für einen der talentiertesten Spieler auf der Tour, hoffe aber, meine Kraftüberlegenheit einsetzen zu können", sagte der 29-Jährige.

Christian Kunz/DPA DPA

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