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Tennis: Power Ranking - Die zehn besten Spieler der Welt

Das vierte sportal.de-Power Ranking der Saison untermauert die Vormachtstellung von Novak Djokovic. Die stärkste Nation ist aber Frankreich, was die deutliche Niederlage des DTB im Davis Cup ins rechte Licht rückt.

Das vierte sportal.de-Power Ranking der Saison untermauert die Vormachtstellung von Novak Djokovic. Die stärkste Nation ist aber Frankreich, was die deutliche Niederlage des DTB im Davis Cup ins rechte Licht rückt.

Wie schon bei den vorherigen Ranglisten legen wir die von der ATP vergebenen Punkte zugrunde. Das aktuellste der letzten vier Turniere eines Spielers fließt dabei zu 100 Prozent in die Gesamt-Punktzahl ein, die vorherigen zu 80, 60 und 40 Prozent. Ein gerade gewonnener Titel ist demzufolge mehr wert als einer, der schon länger zurückliegt. Auch wenn es mit Philipp Kohlschreiber (Halle) mal wieder einen deutschen Turniersieger gab, fehlen ihm doch satte 156 Punkte bis zur Top Ten. Und nach den Eindrücken aus Stuttgart dürfte sich an dem Fehlen deutscher Spieler vorerst nichts ändern.

10. (9.) Gael Monfils (FRA, 24 Jahre, Weltrangliste: 7) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (3. Runde), Halle (Halbfinale), French Open (Viertelfinale), Madrid (2. Runde) / Power Ranking-Punkte: 396

Noch fehlt ein großer Titel in der Vita von Gael Monfils, aber der Franzose hat sich kontinuierlich gesteigert und ist mittlerweile festes Mitglied in den Top Ten der Weltrangliste. Aber Monfils hat selbst erkannt, dass er für den nächsten Karriereschritt etwas ändern muss. Beim Davis Cup in Deutschland gab das Muskelpaket die Trennung von Trainer Roger Rasheed bekannt. Verantwortlich ist vorerst Fitness-Coach Patrick Chamagne, ob diese Zusammenarbeit die nötigen Fortschritte im mentalen Bereich mit sich bringt, müssen die kommenden Wochen zeigen. Das Erstrunden-Aus in Stuttgart zeigt in eine andere Richtung.

9. (8.) David Ferrer (ESP, 29 Jahre, Weltrangliste: 6) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Achtelfinale), French Open (Achtelfinale), Nizza (Viertelfinale), Madrid (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 423

Den Trend des vergangenen Power Rankings konnte David Ferrer nicht durchbrechen, auch in Wimbledon ereilte den Spanier das Aus bereits im Achtelfinale. Gegen Jo-Wilfried Tsonga bezog Ferrer eine deutliche Dreisatz-Niederlage. Bevor es Anfang August mit den beiden Masters-Turnieren in Montreal und Cincinnati wieder ernst wird, holte sich Ferrer trotzdem eine Menge Selbstvertrauen, mit Siegen Andy Roddick und Mardy Fish führte er Spanien ins Halbfinale des Davis Cups.

8. (neu) Mardy Fish (USA, 29 Jahre, Weltrangliste: 9) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Viertelfinale), French Open (3. Runde), World Team Cup (1 Sieg), Rom (3. Runde) / Power Ranking-Punkte: 489

Etwas überraschend hat Mardy Fish seinen Freund Andy Roddick als besten US-Amerikaner in der Weltrangliste abgelöst. Ähnlich wie bei Monfils fehlen auch bei Fish noch die ganz großen Erfolge, aber Fish hat Konstanz in sein Spiel bekommen. In Wimbledon schaffte er es nach einem Sieg gegen Vorjahresfinalist Tomas Berdych bis ins Viertelfinale, Rafael Nadal war dann aber eine Nummer zu groß.

7. (5.) Robin Söderling (SWE, 26 Jahre, Weltrangliste: 5) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (3. Runde), French Open (Viertelfinale), World Team Cup (3 Siege), Rom (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 513

Die Sandplatzsaison neigt sich dem Ende entgegen und auch wenn Robin Söderling mit den beiden Final-Teilnahmen bei den French Open 2009 und 2010 seine Klasse auf dem roten Belag unter Beweis stellen konnte, so freut sich der Schwede doch auf die harten Beläge in Übersee. Nach dem frühen Wimbledon-Aus gegen Bernard Tomic kämpfte Söderling allerdings mit Verletzungsproblemen, im Davis Cup gegen Serbien konnte der schwedische Hoffnungsträger nicht antreten. Beim Heimturnier in Bastad konnte er sein Racket aber wieder in die Hand nehmen.

6. (7.) Richard Gasquet (FRA, 25 Jahre, Weltrangliste: 11) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Achtelfinale), French Open (Achtelfinale), Rom (Halbfinale), Madrid (1. Runde) / Power Ranking-Punkte: 544

Die Stärke des französischen Tennis und die Krise auf deutscher Seite ist an der Person Richard Gasquet gut abzulesen. Im Davis Cup galt Jo-Wilfried Tsonga neben Monfils als sicherer Kandidat für das Einzel, doch Kapitän Guy Forget setzte auf die Sandplatz-Stärke von Gasquet und lag richtig. Trotz 0:2-Satzrückstands gegen Florian Mayer behielt der 25-Jährige die Nerven und legte mit dem ersten Punkt den Grundstein für Frankreichs Sieg. Zuvor stand Gasquet bei beiden Grand Slam-Turnieren im Achtelfinale.

5. (neu) Jo-Wilfried Tsonga (FRA, 26 Jahre, Weltrangliste: 15) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Halbfinale), Eastbourne (2. Runde), Queens (Finale), French Open (Viertelfinale) / Power Ranking-Punkte: 862

Nach der Niederlage von Roger Federer im Wimbledon-Viertelfinale wurde mal wieder das Ende einer Ära beschrien. Dabei wurde aber außer Acht gelassen, dass Jo-Wilfried Tsonga nach dem 0:2-Satzrückstand drei nahezu perfekte Sätze auf den Heiligen Rasen zauberte. "Er hat Schläge gemacht, die müssen nicht reingehen", zollte auch Federer Respekt. Dass diese Leistung für Tsonga aber nicht ständig abrufbar ist, zeigte er dann bei der verdienten Niederlage im Halbfinale gegen Djokovic.

4. (4.) Andy Murray (GBR, 24 Jahre, Weltrangliste: 4) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Halbfinale), Queens (Sieg), French Open (Halbfinale), Rom (Halbfinale) / Power Ranking-Punkte: 1496

Auch in diesem Jahr erfüllte sich die britische Sehnsucht nach einem Heimsieg in Wimbledon nicht. Andy Murray, nach dem Sieg in Queens in Topform, schafft es bei Grand Slam-Turnieren einfach nicht, die Großen Drei hinter sich zu lassen. Diesmal kam das Aus im Halbfinale gegen Rafael Nadal, als er im ersten Satz groß aufspielte, sich dann aber von einem verschlagenen Ball aus dem Konzept bringen ließ und letztlich klar verlor. Wie emotional ein Erfolg in Wimbledon für Murray sein könnte, zeigte sein Auftritt im Davis Cup gegen Luxemburg (4:1), als er erstmals seit Jahren wieder in der schottischen Heimat aufschlagen durfte und beim Siegerinterview in Tränen ausbrach.

3. (3.) Roger Federer (SUI, 29 Jahre, Weltrangliste: 3) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Viertelfinale), French Open (Fnale), Rom (Achtelfinale), Madrid (Halbfinale) / Power Ranking-Punkte: 1518

Die Antwort auf die Frage, ob in Roger Federer noch weitere Grand Slam-Titel schlummern, werden wir hier nicht abschließend klären können. Aber die Zweifel mehren sich, auch wenn der Schweizer bei den French Open für die einzige Saisonniederlage von Novak Djokovic sorgte. In Wimbledon war bereits im Viertelfinale Schluss, in diesem Jahr schaffte Federer erst einen Turniersieg. Federer selbst gab sich gelassen, die Pleite im vergangenen Jahr gegen Tomas Berdych sei viel schwerer zu verdauen gewesen.

2. (1.) Rafael Nadal (ESP, 25 Jahre, Weltrangliste: 2) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Finale), Queens (Viertelfinale), French Open (Sieg), Rom (Finale) / Power Ranking-Punkte: 2676

Rafael Nadal musste sich in Wimbledon regelrecht durchbeißen, nach dem Erfolg im Achtelfinale gegen Juan Martin del Potro stand sogar kurzzeitig eine Aufgabe im Raum. Nadal verletzte sich am Sprunggelenk und konnte den Rest des Turniers nur noch mit Schmerzmitteln vollenden. Die Absage für den Davis Cup verwunderte dann auch nicht, nach einer dreiwöchigen Pause möchte er sich in Toronto und Cincinnati auf die US Open einstimmen.

1. (2.) Novak Djokovic (SRB, 26 Jahre, Weltrangliste: 1) / Letzte vier Turniere: Wimbledon (Sieg), French Open (Halbfinale), Rom (Sieg), Madrid (Sieg) / Power Ranking-Punkte: 3576

Nach den French Open fiel Novak Djokovic im Power Ranking kurzzeitig auf Rang zwei zurück, doch spätestens seit seinem Wimbledon-Triumph steht fest: Der Serbe ist als neue Nummer eins der Dominator der Tennis-Welt. 48 Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber. Auch Nadal zollte dem Djoker nach der fünften Finalpleite in dieser Saison Respekt: "Ich habe verloren, weil ich gegen den momentan besten Spieler der Welt gespielt habe", sagte der Spanier. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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