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"Die Höhle der Löwen" Ein Erkältungsbad für die Dusche - und alle flippen aus

"Die Höhle der Löwen": Ein Erkältungsbad für die Dusche - und alle flippen aus
Giftige Revierkämpfe innerhalb des Investoren-Rudels. Der Auslöser: ein Duschschaum aus ätherischen Ölen. Nicht gerade ein Raketen-Produkt, möchte man meinen, doch die Löwen packten das ganz große Besteck aus.

Wenn Löwen brüllen. Gleich zweimal kippte in der jüngsten Folge der "Höhle der Löwen" die Stimmung. Beim ersten Clash blaffte Nils Glagau seine Kollegin Judith Williams an: "Lass mich doch mal ausreden!" Streitpunkt war eine Fitnessbandage namens "mybimaxx", die verspricht, die Trainingszeit um die Hälfte zu reduzieren bei mindestens gleichem Muskelaufbau. Glagau verstand den USP nicht. "Ich könnte mir auch ein Blutdruckmessgerät um den Arm schnallen und hätte den gleichen Effekt." Williams sah das anders und fiel ihrem Mitjuroren immer wieder ins Wort. Investieren wollte sie aber auch nicht: "Mir ist das noch nicht griffig genug."

Die zweite Eskalation ereignete sich beim Pitch von "MediDusch", einem Duschschaum mit ätherischen Ölen, der das Erkältungsbad ersetzen soll (der stern hat das Produkt getestet). Selbstverständlich ohne Silikone, Parfüm und Mikroplastik. Die Erfinderin, eine Pharmareferentin im "Apotheken-Außendienst", vertrieb ihr Produkt bisher in Eigenregie und hatte über 100 Apotheken abgeklappert - mit erstaunlichem Erfolg. Die Investoren waren blitzartig im Endorphin-Rausch. Georg Kofler schmachtete die Gründerin, die ihr Produkt mittlerweile in "MeDusch" umbenannt hat, an: "Sie sind eine tolle Unternehmerin mit Vertriebsgenen!"

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"Stopp, du redest jetzt mal nicht weiter!"

Alle Löwen wollten den Deal - einzig Carsten Maschmeyer schnüffelte skeptisch an dem Menthol-Mandel-Produkt ("Kann das zu Reizungen im Intimbereich führen?"). Der wahre Grund für seine Zurückhaltung war jedoch ein anderer: Er hatte 2018 in der "Höhle der Löwen" gemeinsam mit Ralf Dümmel in den Mini-Inhalator "aspUraclip" investiert und wollte sich mit einem Einstieg in "MeDusch" nicht selbst Konkurrenz machen. Dümmel hatte damit kein Problem. "Ich würde das ganze Paket liebend gerne mit Ihnen...", hob er zu einer Schaum-Suada an und wurde von Maschmeyer rüde zurückgepfiffen: "Stopp, du redest jetzt mal nicht weiter!" Die beiden Vertriebs- und Marketing-Schwergewichte zogen sich zur Beratung zurück und machten der "MeDusch"-Macherin ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnte: 100.000 Euro für 30 Prozent plus eine Plakatkampagne im Wert von einer halben Million.

Ohne einen Cent verließen dagegen die Gründer von "pocket sky" die Showbühne. Nils Glagau befand die Lichttherapie-Brille, die bei Winterblues und Jetlag eine belebende Wirkung entfalten soll, für zu "nischig" und "zu saisonal". Und auch bei den Erfindern von "Schmuki", einem Schmutzsack für Kinder, sah es lange nicht gut aus.

Gesundes Fast Food

Georg Kofler hielt den Polyester-Beutel, der das Auto und die Nerven der Eltern schonen soll, "nicht gerade für ein raketenwissenschaftliches Produkt" und äußerte die Befürchtung, es sei leicht kopierbar. Womit er nicht falsch lag: Dem "Schmuki" wurde das Patent verweigert, weil er keine technische Neuerung aufweist. Nachdem ein Investor nach dem anderen abgesprungen war, nahm sich Ralf Dümmel, Vater von drei erwachsenen Kindern ("Wo wart ihr vor 20 Jahren?") ein Herz. Er gab dem Start-up aus Süddeutschland die gewünschten 100.000 Euro, verdoppelte aber seinen Anteil auf 40 Prozent. Dümmel: "Ich halbiere euren Firmenwert, um mit euch keinen Turbo, sondern einen Turbo S zu zünden."

Einen umjubelten Auftritt feierte Ella della Rovere, die Chefin von "Ella’s Basenbande". Was für eine Frau! 40 Jahre arbeitete sie als Ärztin und gründete eine Schmerzklinik - und wagte mit 68 noch einmal einen Neuanfang. Ihr Thema: ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt. Ihr Produkt: gesunde Fertiggerichte aus Gemüse. Die Löwinnen und Löwen waren begeistert. Ralf Dümmel hielt es kaum im Sessel ("Sie sind spitze!"). Doch die Euphorie erhielt einen Dämpfer, als klar wurde, dass die Gemüse-Kreationen gekühlt werden müssen. Kühlflächen im Supermarkt sind klein und hart umkämpft. Dümmel stieg aus. Dafür stieg Nils Glagau ein. "Ich werde alles geben, damit Ihre Gläser lecker kühl im Regal stehen", rief er Ella entgegen. Und die rief zurück: "Nils, willkommen in unserer Bande!"

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