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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Zu tief ins Schnaps-Glas geschaut: Judith Williams treibt's die Tränen in die Augen

Letzte Runde in der "Höhle der Löwen": Ein Spirituosen-Start-up sorgt zum Abschluss der Staffel für feucht-fröhliche Stimmung unter den Investoren. Und Carsten Maschmeyer testet seine Einbrecherqualitäten.

Höhle der Löwen

Schnapsverkostungsanbieter Tastillery sorgt für gute Stimmung in der "Höhle der Löwen"

Ein letztes Mal in diesem Jahr versammelt sich das Investorenrudel in der "Höhle der Löwen" - darauf kann man schon mal anstoßen. Passenderweise haben die Vox-Macher eine Schnapsverkostung ans Ende der vierten Staffel gesetzt. Das Hamburger Start-up Tastillery bietet nämlich edle Probiersets für Rum, Whisky oder Gin an. Obwohl die Gründer die Investoren warnen, lieber nur zu riechen - es soll schließlich noch ein Deal abgeschlossen werden -, ist die Stimmung schon bald ausgelassener als in einer schottischen Kneipe.

Das hochwertige Hochprozentige brennt den schnapsunerfahrenen Löwen schon vom Riechen dermaßen in der Kehle, dass sie in eine Mischung aus Husten und Kichern ausbrechen. Vor allem Judith Williams demonstriert eindrucksvoll, warum sie von hartem Stoff sonst lieber die Finger lässt. Wer nach einmaligem Nippen derart gut drauf ist, muss jedenfalls nicht viel Geld in teuren Alkohol investieren. Der arme muss ob der Lachsalven auf den Löwenstühlen neben ihm gleich drei Mal ansetzen, bis er seinen Jugend-Schwank ("Ich war 14 und wusste nicht, dass man Gin nicht pur trinken sollte") endlich zu Ende erzählen kann.

Als sich alle wieder ein wenig beruhigt haben, kommt es zum Handschlag-Deal zwischen und den Schnapsverkäufern - den die Gründer nach der Sendung allerdings wieder platzen ließen

Carsten Maschmeyer lockt mit seinem Telefonbuch

Das Kontrastprogramm zum lockeren Schnaps-Tasting liefern die drei Jung-Gründer von Talentcube, die wirken, als seien sie gerade aus einem Bootcamp für Elite-BWLer ausgebrochen. Die ehrgeizigen Endzwanziger haben eine App entwickelt, die mit Video-Bewerbungen den Bewerbungsprozess bei großen Unternehmen vereinfacht.


IT-Experte ist von Idee und Umsetzung begeistert und bietet 400.000 Euro für ein Drittel der Unternehmensanteile. Doch auch Carsten Maschmeyer gefallen die drei Musterknaben. Er lockt nicht nur mit Geld, sondern auch mit seinem Telefonbuch. "Wir könnten heute Abend 15 Dax-Chefs anrufen", verspricht Maschmeyer großspurig. Am Ende schlägt Netzwerk IT-Kompetenz und Maschmeyer versucht noch im Studio Ralf Dümmels Firma DS-Produkte als Kunden für Talentcube zu gewinnen.

Dümmel schnappt sich den Fenster-Schnapper

Das Dümmel-Produkt des Tages ist der Fenster-Schnapper des 56-jährigen Erfinders Detlev Sommer. Der Schnapper wird so vor dem Fenster montiert, dass das Aufhebeln für Einbrecher extrem erschwert wird. Carsten Maschmeyers erfolglose Versuche, das mit dem Schnapper ausgerüstete Fenster im Studio aufzubrechen, dürften zwar eher nicht als Härtetest durchgehen - denn der hat nach eigener Aussage bislang eher wenig Erfahrung im Einbrechergewerbe. Dennoch dürfte das Produkt sicherheitsbewusste Käufer finden. Dagmar Wöhrl etwa verrät, dass bei ihr schon mehrfach eingebrochen wurde und will investieren. Doch gegen den Mann, der schon den Heckklappenöffner fürs Auto und den Türenausheber für die Wohnung groß gemacht hat, hat Wöhrl beim Fenster-Schnapper-Macher keine Chance. 

"Die Höhle der Löwen": Darum platzten diese 10 Löwen-Deals nach der Sendung
Andreas und Waldemar Wegelin bieten mit Tastillery Probiersets für hochwertigen Alkohol an. In der Sendung kam es zum Handschlag mit Dagmar Wöhrl, doch später sagten die Gründer den Deal wieder ab. Die Dormero-Hotelkette der Familie Wöhrl wird die Sets aber im Verkauf anbieten.

Andreas und Waldemar Wegelin bieten mit Tastillery Probiersets für hochwertigen Alkohol an. In der Sendung kam es zum Handschlag mit Dagmar Wöhrl, doch später sagten die Gründer den Deal wieder ab. Die Dormero-Hotelkette der Familie Wöhrl wird die Sets aber im Verkauf anbieten.

Beim Fahrradschloss "I lock it", das sich per Smartphone-Kopplung öffnet und schließt, bekommt Dümmel die Chance, sein Diebstahlschutz-Portfolio noch zu erweitern. Doch letztlich entscheidet er sich wie die übrigen Löwen gegen das intelligente Fahrradschloss. Keinen Deal gibt es auch für Trackle, ein vaginales Medizinprodukt, welches nachts den Zyklus der Frau überwacht, um die fruchtbaren Tage zu messen. Das Produkt klingt zwar interessant - sowohl als Verhütungsmethode als auch für Frauen mit Kinderwunsch. Doch ist es zum Zeitpunkt des Pitches noch nicht auf dem Markt, weshalb kein Löwe einsteigen will.

Besser läuft es für das Hamburger Start-up "Chef.One", das sich als Airbnb für Dinnerpartys etablieren will. Über die App können sich wildfremde Menschen zum ungezwungenen Abendessen in privaten Wohnungen zusammenfinden. Judith Williams, die einst selbst nach einem Umzug auf Kontaktsuche war, findet's toll und will gemeinsam mit Frank Thelen einsteigen. Nach der Sendung allerdings ist dieser Deal wegen unterschiedlicher Ansichten über die strategische Ausrichtung noch geplatzt. Aber vielleicht kommt ja einer der Löwen mal bei einem der Dinner-Abende auf einen Schnaps vorbei.