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Internationaler Frauentag Leute, Kosten für Rasierschaum und Tampons sind nicht das Gleiche!

Eine Menstruationstasse, zwei Tampons und eine Binde vor einem pinken Hintergrund
Kostenlose Periodenprodukte? Das wäre Diskriminierung, finden viele Männer.
© Alexmia / Getty Images
Frauen fordern kostenlose Periodenprodukte, denn die gehen wirklich ins Geld. Wie reagieren Männer darauf? Sie wünschen sich als Ausgleich kostenlosen Rasierschaum. Das ist lächerlich, denn diese beiden Artikel lassen sich nicht vergleichen.

Die Forderung nach kostenlosen Periodenprodukten wird immer lauter. Schließlich blutet die Hälfte der Menschen einmal im Monat für fast eine Woche lang – ob sie es will oder nicht. In Schottland und Frankreich gibt es mittlerweile kostenlose Tampons und Co. auf Uni-Toiletten. Bei einigen Nicht-Menstruierenden kommt das nicht gut an. Oft fällt dann dieser Satz: 

Ich möchte laut "Das ist nicht das Gleiche!" schreien. Es ist paradox, was manche Menschen über einen Kamm scheren. Schon in der Schule haben wir gelernt: Äpfel und Birnen lassen sich nicht vergleichen. Wie ist der vermeintliche Konsens entstanden, die Kosten für Rasierschaum und Periodenprodukte bewegten sich auf dem gleichen Level? Auch Frauen rasieren sich. Aber Männer bluten nicht, zumindest nicht aus ihren Geschlechtsteilen. Und solange sie das nicht tun, sollte man nicht von "Diskriminierung" sprechen, wenn Menstruierenden kostenlose Hygieneartikel bereitgestellt werden. An dieser Stelle könnte dieser Text enden. Aber so einfach ist das leider nicht. 

Frauen sind ohnehin schon finanziell benachteiligt

Die Menstruation ist eine körperliche, psychische und finanzielle Belastung. Letztere könnte mit der Bereitstellung kostenloser Hygieneartikel behoben werden. Die sogenannte Tamponsteuer wurde Anfang 2020 von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Danach zogen viele Hersteller ihre Preise an. Der Traum von günstigen Tampons? Geplatzt. Die durchschnittlichen Ausgaben für Periodenprodukte summieren sich im Laufe eines Frauenlebens auf mehr als 20.000 Euro, schreibt die britische "Huffington Post". Das ist eine Stange Geld. (Eingerechnet sind dort allerdings auch Geld für Schmerzmittel, die kommen ja leider auch noch dazu.) 

Ein junger Mann in rotem Sweathirt und eine junge Frau in schwarzem Top betrachten ein Supermarktregal voller Periodenprodukte

Es geht um Gleichstellung, nicht um Benachteiligung von Männern!

Der große Gender-Pay-Gap in Deutschland macht die Lage noch bedrückender. Frauen verdienen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass der Gender-Pay-Gap in Deutschland zu einem der größten Europas zählt. 2019 betrug er 19 Prozent. Besserung ist nicht in Sicht. Der Equal-Pay-Day, also der Tag, an dem das Jahresgehalt einer Frau ausgeglichen wäre, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihres männlichen Kollegen zu erreichen, fällt in diesem Jahr auf den 10. März. Zwei Tage nach dem internationalen Frauentag. Wenn das nicht Ironie in ihrer reinsten Form ist.

Quellen: "Huffington Post"Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung


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