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Steuerflucht: In den Fängen der Schweizer Bank

Vom Millionär zum Pleitier: Ein deutscher Unternehmer wirft der Schweizer Bank UBS vor, ihn zur Steuerflucht verführt und dann sein Geld verzockt zu haben. Eine fast unglaubliche Geschichte.

Von Rolf-Herbert Peters

Dicke Schneeflocken fallen auf die Berge rund um den Tegernsee - Deutschland, ein Wintermärchen. Franz Sielmann*, 74, schaut in die Leere. Er erlebt gerade ein Horrormärchen. Vor anderthalb Jahren hatte er noch 50 Millionen Euro Vermögen. Jetzt drücken ihn sechs Millionen Euro Schulden.

Schuld, sagt er, sei seine Bank, die schweizerische UBS. Sie habe ihn in den Ruin getrieben. Sie habe ihn erst zur Steuerflucht gedrängt, dann sein ganzes Geld verzockt und am Ende gedroht, ihn beim Finanzamt zu verpfeifen. Vertrauliche Papiere, die stern.de vorliegen, zeigen, dass die fast unglaubliche Geschichte des Franz Sielmann offenbar der Wahrheit entspricht.

"Ich habe ihm blind vertraut"

Sie beginnt 1959, als der gelernte Außenhandelskaufmann nach Caracas, Venezuela, ging und dort einen Papiergroßhandel aufbaute. Die Geschäfte entwickelten sich prima. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern führte er ein glückliches Leben. Sie kauften sich eine Ferienwohnung in München und ein Haus am Tegernsee, als Urlaubsdomizil, Familientreffpunkt und möglichen Altersruhesitz. Um das wachsende Vermögen kümmerte sich sein Finanzberater in Hamburg. Bis 2005 arbeitete der für die Lateinamerika-Sparte der Dresdner Bank. "Ich habe ihm blind vertraut", sagt Sielmann. So blind, dass über die Zeit seine gesamten Konten und Depots dorthin übertragen wurden.

2005 erkrankte Sielmanns Frau an schwerer Demenz. Der Kaufmann entschloss sich, wegen der medizinischen Versorgung bis auf weiteres in Deutschland zu bleiben. Inzwischen hatte die UBS, eine der größten Schweizer Banken, das Lateinamerikageschäft der Dresdner gekauft. Und diese Banker warnten ihn nun vor dem deutschen Fiskus. In einem Brief vom 7. März 2006, der stern.de vorliegt, heißt es: "Klar scheint jedenfalls, dass mit jedem weiteren Tag des Verbleibens von Ihnen und Ihrer Frau in Deutschland das Risiko des deutschen Steuerwohnsitzes steigt, was für Ihre Situation bezüglich Steuerbelastung sehr negativ wäre."

Als Ausweg empfahlen sie eine "umgehende Verlegung des Wohnsitzes" in die Schweiz, um sich dort pauschal besteuern zu lassen. Relocation nennen Schweizer die Steuerflucht. Wenn er sich mindestens 183 Tage dort aufhalte, habe er in Deutschland fiskal nichts mehr zu befürchten. Und er könne zudem sein Vermögen problemlos in Singapur-Trusts überführen, eine Art Stiftung im Steuerparadies.

UBS organisierte Steuerflucht

Wenn diese Konstruktion mein Vermögen schont, dachte Sielmann, kann ich mein Leben danach einrichten. Er wollte das Geld für das Alter, die Ausbildung seiner Enkel und wohltätige Zwecke ausgeben. Rechtfertigt das eine Steuerflucht? "Ich hatte aber nie vor, irgendeiner Steuer zu entfliehen. Ich habe vertraut."

Die Scheinadresse in Zürich besorgte die UBS höchstselbst. Ab dem 16.5.2006 mietete sie für Sielmann eine Wohnung in der Krönleinstrasse 49. 3-Zimmer, 91 Quadratmeter für 3000 Schweizer Franken im Monat. Alles andere als eine Altersresidenz für einen Multimillionär. Als Mieter firmierte Franz Sielmann, c/o UBS Zürich. Zudem beantragte die Bank beim Steueramt die Pauschalbesteuerung, da Sielmann "den Lebensabend in der Schweiz genießen" wolle - was der Unternehmer nie geplant haben will.

Obwohl die UBS-Advokaten behaupten, gar keinen Relocation-Service anzubieten, zeigen die Papiere das Gegenteil. Mehr noch: Die Bank veranstaltete regelmäßig diskrete "Relocation Events" für außergewöhnlich betuchte Zeitgenossen, auf denen auch deutsche Steuerexperten referierten. Am 28. März 2008 zum Beispiel stand der renommierte Frankfurter Steuerberater und Professor Andreas Söffing auf der Rednerliste. Thema: "Steueraspekte eines Wegzugs aus Deutschland."

Skrupellose Zockerei

Das Vermögen des Papierhändlers Sielmann lag den UBS-Finanzjongleuren besonders am Herzen: Er zählte zu den Top-10-Privatkunden des Instituts in Deutschland, sagen seine Münchener Anwälte Johannes Fiala und Gerhard Bink, ein Expertenteam für steuerlich Fehlgeleitete. Nach ihren Schätzungen verdiente UBS jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro an Sielmanns Geld. Das floss vor allem durch Gebühren aus Börsengeschäften. Sielmann hatte dem Institut eine sehr risikoreiche Anlagestrategie erlaubt, allerdings den Aktienanteil im Depot auf 30 Prozent begrenzt. Den Bankern schien das egal zu sein: Sie zockten maßlos, hochriskante Hebel-Kreditgeschäfte inklusive, sagen die Anwälte.

An manchen Tagen habe die UBS für Sielmann rund 1500 Optionen gehandelt, der Aktienanteil im Depot sei auf 80 Prozent explodiert. Allein die Jahre 2005 bis 2008 brachten an die 100000 Kontoauszüge. Sielmann telefonierte fast täglich mit seinem Kundenberater, forderte, die Volumen zu begrenzen. Da auch er inzwischen krank war, konnte er das Treiben aber kaum mehr überblicken. Der Depotwert schwankte in zweistelligen Millionenschritten, aber das schien keinen Risikomanager der Bank zu schrecken. An manchen Tagen hatten die Kontoauszüge 100 Seiten. "Ich dachte nicht, dass die UBS eine Spielhölle ist", sagt Sielmann.

Als im September 2008 die Lehmann-Bank pleite ging und die Kurse stürzen ließ, kam es auch bei der UBS zu Panikverkäufen. Auch Sielmanns Papiere waren futsch. Anwalt Fiala sagt, die Bank habe seine Depots "platt gemacht". Er wirft den Bankern vor, dabei selbst gesetzte Fristen nicht eingehalten zu haben.

Gericht soll UBS-Schuld klären

Nun steht Sielmann da mit leeren Händen. Alle Immobilien hat er verkaufen müssen, seine letzten Altersrücklagen als Sicherheit längst nachgeschossen. Er lebt vom Geld, das ihm seine Kinder geben. Die gesamte Strategie des Steuerflüchtlings wider Willen, ausgearbeitet von der UBS, erweist sich als dilettantisch. Nach Angaben der Anwälte gilt die 183-Tage-Regelung gar nicht für Unternehmer wie Sielmann, was die Banker durch einen Blick ins Doppelbesteuerungsabkommen hätten sehen müssen. Zum anderen können für seine Art Singapur-Trusts in Deutschland sehr wohl Schenkungs- und Kapitalsteuer anfallen. Wenn es schlecht läuft, muss Sielmann nun an das Finanzamt bis zu 40 Millionen Euro Steuern nachzahlen.

Als seine Anwälte 2009 bei der UBS 60 Millionen Euro Schadensersatz wegen Pflichtverletzungen einforderten, schlug die UBS mit atemberaubender Chuzpe zurück. Die Banker, die Sielmann zur Steuerflucht gedrängt hatten, drohten am 15. Dezember 2009, sie würden gegen ihn "Anzeige wegen Verdachts der Steuerhinterziehung erstatten", weil er gegenüber der Bank "falsche Angaben zu seinem Wohnsitz" gemacht habe. Dabei wussten sie stets, dass er am Tegernsee lebt, sie schickten ihre Geschäftspost dorthin, besuchten ihn dort, speisten mit ihm. Der Fluchthelfer wird zum Verräter. Sielmann muss nichts fürchten, da er bereits seine Steuererklärungen nachträglich korrigiert hat. "Wenn ich mir etwas vorzuwerfen habe, dann mein grenzenloses Vertrauen in die UBS."

Nun müssen wohl die Richter entscheiden: Am 5. Februar haben Sielmanns Anwälte Strafanzeige gegen die UBS gestellt. 41 üppige Anlagen zum Schreiben sollen belegen, dass die Banker ihren Mandanten "mit überlegenem Herrschaftswissen" in die Pleite getrieben haben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein reicher Mann die UBS bezichtigt, ihn hinters Licht geführt zu haben. 2007 wurde der US-Milliardär Igor Olenicoff, der sein Offshore-Vermögen der Schweizer Bank anvertraut hatte, zu einer Gefängnisstrafe und 52 Millionen Dollar Steuernachzahlung verurteilt. Seitdem gilt er als Steuerbetrüger. 2008 verklagte er die UBS auf 500 Millionen Dollar Schadenersatz. Die Bank bestreitet vehement jede Schuld. Aufgrund Olenicoffs Aussagen wurde auch dem UBS-Banker Bradley Birkenfeld, der ihn betreute, der Prozess gemacht. Birkenfeld gestand und belastete seinen Arbeitgeber schwer. UBS musste 780 Millionen Dollar Buße an die USA zahlen und sich bereit erklären, die Daten von rund 4500 potentiellen US-Steuerflüchtigen an die amerikanischen Behörden zu übergeben. Sielmanns Anwälte sehen deutliche Parallelen zwischen Olenicoff und ihrem Mandanten. Auf Anfrage wollte sich die UBS gegenüber stern.de zu einzelnen Punkten nicht äußern: Man habe eigene interne Untersuchungen eingeleitet.

* Name von der Redaktion geändert

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(