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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Große Jungs und kleine Männchen: Wie ich die Kult-Cowboys meiner Kindheit wiederentdeckte

Mit dem Auszug aus dem Elternhaus endet formal die Kindheit. Oft richten Eltern ehemalige Kinderzimmer dann als Gästezimmer her und verschenken alle Spielsachen. Auch Frank Behrendt fragte vergeblich bei seiner Mutter nach seinen früheren Cowboy- und Indianerfiguren.

Wildwest-Spielfiguren von Timpo

Wildwest-Spielfiguren von Timpo

Mein absoluter Liebling im Kinderzimmer war mittelblau, trug ein Fransenhemd und fuchtelte mit zwei winzigen silbernen Colts herum: Ein Cowboy des Herstellers "Timpo Toys". Die Firma wurde 1938 in London vom 1907 in Frankfurt geborenen Salomon Gawrylovitz gegründet. Der Unternehmer, der Fußball und Spielzeug liebte, floh damals vor den Nazis nach England. Mittellos kam er auf der Insel an, aber er packte an und baute in kurzer Zeit ein Spielzeugimperium auf. 

Weil die Mitarbeiter den Namen ihres Chefs nicht aussprechen konnten nannten sie ihn einfach "Mr. G". Der Mann war ein Vollblutverkäufer und schaffte es, jedem Kunden mehr zu verkaufen, als er eigentlich wollte. Wie? Er pries seine Produkte mit den glänzenden Augen eines nie erwachsen gewordenen Jungen an. 

Über 40 Millionen der nur 54 Millimeter großen Spritzguss-Figürchen wurden allein von 1964 bis 1980 hergestellt und in alle Welt verkauft, die meisten nach Deutschland. 50 Pfennige kostete ein Männchen damals, Kutschen, Indianerlager und Forts waren teurer. Die gab es dann zum Glück an Geburtstagen. 

Wer sich heute mit der Geschichte von Timpo beschäftigt staunt nicht schlecht, mit welchen cleveren Aktionen sie immer neue Absatzrekorde feierten. Ein wahres Produkt- und Marketingfeuerwerk wurde nicht nur zur Nürnberger Spielwarenmesse gezündet. Aber 1980 war Schluss. Die Nachfolger von "Mr. G" hatten die neuesten Trends verpennt. Horst Brandstätter, der legendäre "Mr. Playmobil" war cleverer, er rockte fortan den Markt. 

Irgendwann erinnerten sich die groß gewordenen Kinder, die in den 60ern und 70ern mit Timpo-Figuren gespielt hatten, an ihre kleinen Lieblinge. Die ersten begannen, Lagerbestände alter Spielzeuggeschäfte zu plündern und gingen auf Flohmärkten auf Beutezug. Dann kam Ebay. Als meine ersten ersteigerten Cowboys und Indianer ankamen war es wie Weihnachten 1971. Ein grandioses Flashback-Gefühl. 

Ich stellte schnell fest, dass ich nicht alleine war mit meiner Leidenschaft. Es gibt WhatsApp-Gruppen, Foren, Börsen, Kataloge und Bücher. Früher dachte ich immer, Figurensammler wären irgendwelche verschrobenen Opis, aber weit gefehlt. Kürzlich traf ich einen smarten Chefarzt in seiner Klinik und wir redeten über Medizin und Management. 

Als er feststellte, dass wir im gleichen Jahr geboren wurden fragte er mich, ob ich in meiner Kindheit auch mit Cowboyfiguren gespielt hätte. Ich nickte. Der Doktor sprang auf und öffnete mit glänzenden Augen einen Schrank: Lauter Wild-West-Figuren von Timpo standen drin. Als seine Sekretärin reinkam, grinste sie milde und meinte: "Ich verschiebe den nächsten Termin, damit die beiden großen Jungs in Ruhe weiter spielen können." 

Hype um 90er-Spielzeug: Sammler zahlen Hunderte Euro für alte Diddl-Produkte
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.