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Gehalts-Check: Was verdient man eigentlich als Schriftsteller?

Schriftsteller nehmen uns in Krimis mit auf Mörderjagd oder entführen uns in Romanen in neue Welten. Doch kann man von dem Einkommen als Buchautor leben?

Krimiautor werden

Einen Krimi schreiben oder einen Roman verfassen: Autor werden wollen viele. Doch kann man von dem Einkommen leben?

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Bücher hatte die Britin Joanne immer schon gemocht. Schon als Kind erfand sie phantastische Geschichten für ihre Geschwister. Doch als Erwachsene war von dem romantischen Wunsch, später einmal Schriftstellerin zu werden, wenig übrig. Vielmehr saß sie Mitte der 1990er Jahren als alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin vor den Scherben einer vergeigten Beziehung. Die Tage verbrachte sie in Cafés und schrieb an ihrem ersten Roman. Zeit genug war ja da. Doch obwohl sie einen Agenten von ihrem Erstlingswerk überzeugen konnte, fand sie keinen Verlag, der ihr Werk drucken wollte. Nach unzähligen Absagen erweichte sich Bloomsbury Publishing und erwarb die Rechte für 2500 Pfund. Für die Autorin ein Glücksfall, für den Verlag aber der größte Deal aller Zeiten. Der Titel des Buches: Harry Potter und der Stein der Weisen.

Was Schriftsteller verdienen

Die Geschichte von J.K. Rowling zeigt eindrücklich, dass auch wirklich begabte Autoren Klinken putzen müssen. Und neben schriftstellerischem Talent vor allem Hartnäckigkeit brauchen. Heute ist Rowling geschätzte Milliardärin. Doch was können Schriftsteller verdienen, die nicht mit einem globalen Durchbruch rechnen können?

Die Antwort ist niederschmetternd: Die "taz" schrieb schon 2011, dass laut der Künstlersozialkasse Buchautoren durchschnittlich 13.588 Euro verdient hätten - brutto und pro Jahr wohlgemerkt. Diese Gehaltshöhe bestätigt ein Schriftsteller in der "Zeit"-Rubrik "Kontoauszug", er verdient rund 1200 Euro brutto im Monat. 

Tatsächlich geht es um die Auflage des Buches. Gerade Erstlingswerke sind für Verlage ein Risiko, schließlich könnten sie zum Ladenhüter werden. 

Viele neue Bücher auf dem Markt

Das Problem: Jedes Jahr kommen rund 75.000 neue Bücher auf den Markt, e-Books aus Selbstverlagen nicht mit eingerechnet. Die Verlage pushen meist nur Autoren, die sich schon bewährt haben. Alles andere wäre finanziell auch zu riskant. Und so verdient ein Schriftsteller, dessen Buch für rund 13 bis 15 Euro im Buchhandel verkauft wird, an seinem Werk nicht einmal zwei Euro. Die meisten Erstautoren bekommen nicht einmal zehn Prozent Tantiemen. Erstlingswerke erscheinen meist in einer Auflage von höchstens 4000 Exemplaren. Rechnet man damit, dass diese Auflage komplett verkauft wird (bei einem Hardcover-Buch für 20 Euro), dann verdient der Autor kaum mehr als 8000 Euro - bei einer Entstehungszeit von rund einem Jahr verdient der Schriftsteller also rund 667 Euro brutto pro Monat, denn davon gehen noch Steuern, Krankenkassenbeiträge und Co. ab. 

Und: Rücken die Verlage einen Vorschuss raus, wird dieser später verrechnet. Aufbessern kann der Schreiber sein Gehalt mit Lesungen. Doch auch hier zeigt sich schnell: Wer bekannt ist, kann mehr Eintritt verlangen. Unbekannte Autoren haben da schlechte Karten

Also besser nicht schreiben? Bevor man den gut bezahlten Job an den Nagel hängt, sollte man sich zumindest fragen, ob das Schreiben nicht auch ein Hobby bleiben kann. Auch bei J.K. Rowling klappte nicht alles: Ihre Erwachsenenromane, die sie kurz nach dem Uni-Abschluss schrieb, wurden nie veröffentlicht. 

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