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Australien KFC entschuldigt sich für "sexistischen" Werbespot – lässt den Clip aber weiterhin online


Ein angeblich sexistischer Werbespot von Kentucky Fried Chicken (KFC) hat in Australien für Empörung im Netz gesorgt. Die Fastfoodkette entschuldigte sich daraufhin, ließ den Clip aber trotzdem online – zum Ärger der Kritiker.

Eine junge Frau steht auf dem Bürgersteig einer Nebenstraße und begutachtet sich in der verdunkelten Fensterscheibe eines parkenden Autos. Sie streckt dabei erst ihren Hintern in ihrem engen, kurzen Einteiler heraus. Dann richtet sie ihr tiefsitzendes Dekolletee, als plötzlich die Fensterscheibe des Wagens herunterfährt – und sie von zwei Jungs und einer ernstguckenden Mutter angestarrt wird. Peinlich berührt sagt die Frau völlig zusammenhanglos: "Hat jemand KFC gesagt?"

Die Szene stammt aus einem 15-sekündigen Werbespot von Kentucky Fried Chicken. Die US-amerikanische Fastfoodkette wollte damit in Australien seine "Zinger Popcorn Box“ bewerben. Doch statt für neue Kunden sorgte der Clip für jede Menge Empörung im Netz. Allen voran die Organisation Collective Shout, die sich gegen sexuelle Ausbeutung einsetzt, warf dem Unternehmen Sexismus vor. Demnach zeige die Werbung ein völlig überaltertes Rollenbild, in dem Frauen aus Gründen des männlichen Vergnügens sexuell objektiviert werden würden.

KFC: "Wir entschuldigen uns"

Am Dienstag nahm KFC Stellung zu den Vorwürfen. In einem schriftlichen Statement hieß es: "Wir entschuldigen uns, wenn jemand von unserer neuesten Werbung beleidigt wurde. Wir hatten nicht die Absicht, Frauen und Jungs in einem negativen Licht erscheinen zu lassen."

Collective Shout nannte das Schreiben auf ihrer Homgepage eine "Nicht-Entschuldigung". Sie bezweifeln, ob das Unternehmen überhaupt wisse, was Stereotypen sind. Die Sprecherin der Organisation, Melinda Liszewski, wies in der britischen Zeitung "Guardian" auch noch einmal auf die negativen Folgen hin, die veraltete Rollenbilder haben. Demnach zeigen Studien, dass auch solche Werbespots ihren Anteil daran hätten, das gesellschaftliche Frauenbild zu verschlechtern, so Liszewski.

KFC äußerte sich dazu bislang nicht erneut. Und auch der 15-sekündige Clip ist weiterhin auf dem australischen Youtube-Kanal des Unternehmens zu finden. Mittlerweile hat dieser dort fast 800.000 Aufrufe (Stand: Mittwochmittag).

Quellen: Youtube / Guardian / Collective Shout

rpw

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