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Pilotenstreik bei der Lufthansa: Fast 800 Flüge fallen aus

Barcelona, München, London - viele Kurz- und Mittelstreckenflüge fallen wegen des Pilotenstreiks aus. Doch für Lufthansa-Passagiere kommt es noch härter: Die Streikwelle wurde bis Samstag verlängert.

Der Streik bei Lufthansa geht weiter: Für Passagiere bedeutet das umbuchen, Alternativen suchen oder die Reise verschieben

Der Streik bei Lufthansa geht weiter: Für Passagiere bedeutet das umbuchen, Alternativen suchen oder die Reise verschieben

Zum Auftakt des dritten Tags des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind am Freitag am Frankfurter Flughafen etliche Flüge abgesagt worden. Wie die Fluggesellschaft auf ihrer Internetseite mitteilte, würden viele europäische Städte nur sehr vereinzelt angeflogen.

Das Unternehmen richtete erneut einen Sonderflugplan ein, wie Sprecher Michael Lamberty mitteilte. 790 Flüge wurden gestrichen - rund 94.000 Passagiere sind nach Lufthansa-Angaben vom Ausstand betroffen.

Auch am Samstag wird gestreikt

Für die Passagiere der Lufthansa kommt es noch heftiger. Die Piloten von der Vereinigung Cockpit (VC) haben ihre aktuell zwölfte Streikwelle verlängert. Gemäß einer Ankündigung der Gewerkschaft Cockpit sollen am Samstag dann Langstrecken-Flüge ausfallen.

Außerdem soll im Frachbereich der Lufthansa gestreikt werden. Erneut dürften - am vierten Streiktag in Folge - Hunderte Flüge ausfallen. Die Töchter Germanwings und Eurowings werden nicht bestreikt und dienen daher als Ausweichmöglichkeit.

Bezogen auf die gesamte Lufthansa-Gruppe würden rund drei Viertel der Flüge abheben können, betonte Lamberty. "Nach den letzten Streiktagen konnten wir durch Erfahrungswerte bereits viel ausgleichen."

Keine Einigung in Sicht

Anlass für die mittlerweile zwölfte Streikwelle ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden.

Beide Seiten hielten sich mangelnden Lösungswillen vor. "Es ist bedauerlich, dass der Lufthansa-Konzernvorstand weitere Arbeitskämpfe billigend in Kauf nimmt", sagte Ilona Ritter, Vorsitzende Tarifpolitik der Gewerkschaft. Die Lufthansa kritisierte, die Piloten hätten den Tarifkonflikt über jedes Maß hinaus eskaliert.

lib/DPA / DPA